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Ostholstein Neun-Millionen-Investition für Vier-Sterne-Haus an der Stadtbucht
Lokales Ostholstein Neun-Millionen-Investition für Vier-Sterne-Haus an der Stadtbucht
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22:14 30.05.2016

Seine ursprüngliche Zeitplanung ist in der vergangenen Woche gründlich durcheinandergeraten, um nicht zu sagen, nichtig geworden, aber der Eutiner Unternehmer Alexander Herrmann scheint nichts an Schwung eingebüßt zu haben. Über einen anonymen Verteiler war die Information gestreut worden, dass Herrmann am Standort des Hauses des Gastes einen Hotelbetrieb realisieren will: Neun Millionen Gesamtkosten, Vier-Sterne Kategorie, 80 Doppelzimmer, Wellness- und Spa-Bereich und eine Roof-Bar, so ist es geplant und weit früher, als von Herrmann beabsichtigt, öffentlich geworden (die LN berichteten).

In vier bis fünf Monaten habe er nach abgeschlossener Vorarbeit Politik, Vereine und Institutionen informieren und für sein Vorhaben gewinnen wollen, so Herrmann. Nun hat er die Fraktionen zu einem Gespräch gebeten und überlegt, die Bürger in die Kulturscheune des Alten Forsthofes zu einem Informations- und Diskussionsforum einzuladen. Dort könnte dann auch detailliert über den Ablauf des Crowdfundings gesprochen werden, über das 1,5 Millionen Euro der Gesamtinvestition erbracht werden sollen. Fünf Prozent Rendite gebe es für die Einleger im Fall einer Ausschüttung, erklärt Herrmann.

Ein großer Teil der Summe sei schon beisammen, nach oben ist die Marke variabel. Flössen mehr als die 1,5 Millionen Euro in den Pool, könne man entweder den Investor entlasten, oder aber Extras für das Hotel anvisieren.

Die Reaktionen nach dem Bekanntwerden des Projektes „See-Hotel-Eutin“ hat Herrmann als positiv erlebt: „Viele engagierte Eutiner sind neugierig, kommen auf mich zu – es war ein Vergnügen, über den Wochenmarkt zu gehen.“

Äußerst kritisch sieht das Vorhaben der Eutiner FWE-Politiker Malte Tech. In einem Leserbrief schreibt der Mitinitiator des erfolgreichen Bürgerentscheides gegen den Abriss des Hauses des Gastes unter anderem: „Wenn diese Zimmeranzahl erreicht werden soll, muss das Gebäude mindestens doppelt so groß werden.“ Und weiter: „Für neun Millionen wird man dieses Objekt nicht verwirklichen können.

Die erforderliche Pfahlgründung bekommt man nicht zum Nulltarif.“

Tech befürchtet außerdem: „Die Einlage plus fünf Prozent Rendite für die Einlage klingt zwar gut, muss aber genauer betrachtet werden (...) Es ist absolut üblich, dass die Banken und die Großinvestoren die ersten Rangstellen belegen. Die am Ende liegenden Einleger können in der Regel ihre Gelder abschreiben.“

Grundsätzlich moniert Tech die Informationspolitik – nicht zum ersten Mal: „Das Haus des Gastes muss dafür abgerissen werden. Dieses alles geschieht hinter dem Rücken der Stadtvertreterinnen und Stadtvertreter, aber mit Unterstützung des Bürgermeisters und seiner Verwaltung. Dieser Umgang mit den gewählten Vertretern der Stadt ist einfach unwürdig und zeigt mangelndes Demokratieverständnis.“

Astrid Jabs

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