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Ostholstein Neustadt beschließt Mega-Projekt
Lokales Ostholstein Neustadt beschließt Mega-Projekt
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20:20 26.02.2016
Das Aus des Neustädter Gewerbehafens ist entschieden. Das Gelände, welches zur Hafenwestseite gehört, soll neu gestaltet werden. Dies haben die Stadtverordneten Donnerstagabend beschlossen. Lediglich drei BGN-Vertreter stimmten gegen das Konzept. Kurz darauf teilte Stadtwerke-Leiterin Vera Litzka den LN mit, dass „alle Mitarbeiter aus dem Kommunalhafen bei den Stadtwerken im Sportboothafen weiterbeschäftigt werden“. Die Erbpachtverträge mit ansässigen Unternehmen laufen 2018 aus, dann könnte die Erneuerung beginnen.

„Wir stehen vor einer schwierigen Entscheidung. Der Hafen war seit Jahrhunderten Ausdruck unserer Identität.“

Friedrich-Karl Kasten,

Vorsitzender der CDU-Fraktion

Für die Entwicklung der Stadt ist der Entschluss ein großer Schritt. Jahrzehntelang wurden Getreide, Holz und einige Jahre auch Tausende Autos verschifft. Doch das Geschäft lahmt. Die Stadtwerke als Betreiber fahren jährlich ein Defizit ein. Aus diesem Grund wurde seit mehr als zwei Jahren intensiv an einem neuen Konzept gearbeitet. Gutachten wurden erstellt, Arbeitsgruppen gebildet, Bürger beteiligt und die Kommunalpolitik diskutierte bis zuletzt, in welche Richtung es gehen soll. Dies machte Friedrich- Karl Kasten, Fraktionsvorsitzender der CDU, deutlich. „Wir stehen vor einer schwierigen Entscheidung. Der Hafen war seit Jahrhunderten Ausdruck unserer Identität.“ Seine Fraktion sei auch deshalb lange davon überzeugt gewesen, dass der Hafen in gewerblicher Form unverzichtbar sei. Jedoch hätte sich gezeigt, dass dieser nicht mehr wettbewerbsfähig sei. Große Schiffe können Neustadt nicht ansteuern, da der Tiefgang begrenzt ist. „Die CDU spricht sich schweren Herzens — aber mit großer Überzeugung — für eine maritim-touristische Nutzung aus“, so Kasten.

SPD-Mann Norbert Kahl äußerte sich ähnlich und sieht es als notwendig an, das Hafengeschäft aufzugeben. Er erinnerte, dass 2014 nur 25 Schiffe kamen. 1995 habe man noch über 700 gezählt.

Eine kleine Premiere erlebten die Zuhörer als Erwin Schöner das Wort ergriff. Der FDP-Mann nahm bislang im öffentlichen Teil einer Sitzung meist die Rolle des Zuhörers ein. Die maritim-touristische Entwicklung ist für ihn ein Anzeichen, dass sich Neustadt auf dem Weg zur europäischen Leitstadt des Nordens befinde. „Wir haben eine ganze Menge Zukunft aufzuholen, um das Leben vor Ort nachhaltig zu gestalten, für unsere Bürger und unsere Gäste“, betonte er.

BGN-Fraktionsvorsitzender Clemens Reichert hingegen fand kein Gehör. Er plädierte zu Sitzungsbeginn dafür, die Entscheidung über die zukünftige Nutzung zu vertagen. Später sprach er sich für eine Mischnutzung aus und sagte, dass er große Probleme sehe, Investoren zu finden. „Der Hafen wird über zig Jahre tot sein“, betonte er. Doch seine Worte nützten nichts. Bald soll ein städtebaulicher Wettbewerb stattfinden.

Sebastian Rosenkötter

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