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Ostholstein Neustadt bittet zur „Deutschstunde“
Lokales Ostholstein Neustadt bittet zur „Deutschstunde“
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23:45 24.09.2016
Siggi Jepsen (l., Florian Stohr) mit Direktor Himpel (r., Michael Althauser) und Student Wolfgang Mackenroth (Benedikt Zimmermann). Quelle: hof
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Neustadt

Licht geht an, es wird hell auf der Bühne, ziemlich hell. Beginn der „Deutschstunde“ von Siegfried Lenz, verfolgt von 400 Zuschauern im Saal der Neustädter Lienau-Schule. Die erste Szene entführt in eine Besserungsanstalt auf einer Elbinsel.

Siggi Jepsen (gespielt von Florian Stohr), der sich an Stelle seines Vaters bestraft fühlt, muss im Einzelarrest einen Aufsatz über die „Freuden der Pflicht“ schreiben. Nach anfänglichem Zögern beginnt er, schreibt die ganze Nacht hindurch. Vor dem inneren Auge durchlebt er seine Jugend erneut; wie sein Vater, Dorfpolizist Jens Ole Jepsen (Stefan Rehberg), das Malverbot gegen Freund und Lebensretter, Maler Max Ludwig Nansen (Max Volkert Martens), durchsetzt. Denn „wer seine Pflicht tut, hat sich keine Sorgen zu machen, auch wenn sich die Zeiten ändern“. Auf Kritik reagiert der Polizist gereizt, er habe keine Wahl. Schließlich beschlagnahmt er selbst unsichtbare Bilder des Malers.

Für dessen Darsteller Max Volkert Martens ist die „Deutschstunde“ „einer der wichtigsten Romane der Nachkriegszeit“. Den Gästen auch als Berliner „Tatort“-Kommissar und aus der Serie „Ein Bayer auf Rügen“ bekannt, könne er die geschilderte Szenerie am „nördlichsten Polizeiposten Deutschlands“ gut aus seiner Jugendzeit in Itzehoe nachempfinden.

Im Stück schlägt Siggi derweil Angebote von Anstaltsdirektor Himpel (Michael Althauser) aus, zumindest in die Gesellschaft der Mitgefangenen „entlassen“ zu werden, um seine Strafarbeit beenden zu können. Was aber, wenn „die Freuden der Pflicht gar kein Ende kennen“, wie Himpel fragt? So wie Siggi Jepsens Vater in seiner Pflichterfüllung „lebenslänglich“ hatte, beweist nun auch sein Sohn Durchhaltevermögen beim Verfassen seines Aufsatzes, an dem er schließlich scheitern muss.

Alles andere als gescheitert ist dagegen der Auftritt des Münchner Ensembles, das viel Applaus vom Publikum bekam.

hof

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