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Ostholstein Neustadts Landjugend ist zurück
Lokales Ostholstein Neustadts Landjugend ist zurück
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00:00 23.10.2012
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Ostholstein

Ihre Eltern haben von der Gemeinschaft, den Partys und den Ausflügen geschwärmt. Sie haben ihnen das Gefühl gegeben, dass die Landjugend etwas Besonderes ist, etwas, das in der Region um Neustadt lange wichtig war und 1999 verschwand. „Damals gab es einen starken Mitgliederschwund, viele waren älter geworden, hatten andere Interessen“, erklärt Henrik Kloth (20), Vorsitzender der jetzt neu gegründeten Ortsgruppe „Neustadt und Umgebung“.

Dass die knapp 13-jährige Phase der Abstinenz nun vorbei ist, liegt am Engagement einiger junger Leute. Sie haben sich zusammengetan, intensiv an der Wiederauferstehung der Landjugend gearbeitet. Vor wenigen Tagen fand die Gründungsversammlung in Krummbek statt. „Es waren rund 80 Leute da. Mit so vielen hätten wir nie gerechnet. Knapp 70 haben die Beitrittserklärung direkt unterschrieben“, sagt Lisa Meyer. Die 18-Jährige übernimmt zusammen mit Henrik Kloth den Vorsitz.

„Das Interesse ist groß. Es sieht so aus, als wenn wir noch mehr werden. Wir haben sogar Mitglieder aus Grube, Kellenhusen, Gleschendorf, Ahrensbök und Heiligenhafen. Ein wirklich großes Einzugsgebiet“, berichtet Henrik Kloth. Warum sie die Gruppe gegründet haben, ist für den zweiten Vorsitzenden Lars-Arne Kluvetasch (17) klar. „Unsere Eltern haben uns viel Positives erzählt. Zudem lernt man neue Leute kennen und kann in der Freizeit mehr machen. Hätten wir die Sache nicht angepackt, dann hätte es wohl niemand gemacht.“

Damit die Gruppe „Neustadt und Umgebung“ lange besteht, möchten die Vorstandsmitglieder Vollgas geben, viele Veranstaltungen organisieren. „Wir haben ein vorläufiges Programm ausgearbeitet“, sagt Kloth. Es soll eine Weihnachtsfeier, Adventsgesteckbasteln und Schlittschuhlaufen geben. 2013 ist zudem eine Revival- Party geplant. „Wir überlegen auch, einen Tanzkursus anzubieten und Boßeln zu gehen. Wir wollen lieber häufiger was machen, als nur zweimal jährlich eine Großveranstaltung. Nur so können wir zusammenwachsen“, erklärt Lisa Meyer.

Eines ist ihr besonders wichtig. „Um bei uns mitzumachen, braucht man keinen Hof. Die wenigsten der Mitglieder leben auf einem Hof, viele kommen aus der Stadt.“ Lars-Arne Kluvetasch ergänzt: „Wir wollen einfach Angebote im ländlichen Raum schaffen, uns langfristig auch sozial engagieren.“ Jedoch soll der Bezug zur Landwirtschaft nicht komplett verloren gehen. „Wir werden nicht nur Fahrten in Discos organisieren, sondern auch Scheunenfeten“, sagt Henrik Kloth.

Dass sich die Aktivitäten der Landjugend stark gewandelt haben, geht auch aus der Jubiläumszeitung des Landjugendverbands Schleswig-Holstein hervor. Gegründet wurde er 1950. Es war die Zeit des Wiederaufbaus. Viele Jugendliche hatten keine Ausbildung, hatten aufgrund des Krieges kaum die Möglichkeit, den Beruf des Landwirtes zu erlernen. Dies sollte in Interessensgemeinschaften nachgeholt werden. Aus diesen entstanden die Landjugenden. In den 70er Jahren öffneten sich diese für andere Gesellschaftsgruppen. Schließlich hatten auch Jugendliche, die nicht aus der Landwirtschaft kamen, den Drang, ihre Freizeitgestaltung und Zukunftsperspektiven in die Hand zu nehmen. So wie jetzt Lisa Meyer, Henrik Kloth und Lars-Arne Kluvetasch.

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