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Neustädter Ärzte helfen Erdbeben-Opfern in Nepal

Neustadt Neustädter Ärzte helfen Erdbeben-Opfern in Nepal

Verein will künftig auch Projekte in Ostholstein unterstützen – Sitz ist in Lübeck.

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Mitglieder von „Via Cordium“ sowie einer nepalesischen Hilfsorganisation feiern mit Dorfbewohnern und Schulkindern das Engagement. FOTOS: HFR

Neustadt. . Zwei Erdbeben innerhalb weniger Wochen lösen 2015 eine humanitäre Katastrophe in Nepal aus. Die Betroffenheit ist groß. Rettungseinsätze und Spendenaktionen laufen an. Doch schon bald verändern neue Schreckensnachrichten den Fokus vieler Menschen. Bei Laura Hänsel und Mathias Tomala ist das anders. Die beiden Ärzte der Neustädter Schön Klinik tauschen sich mit einer Hilfsorganisation aus Kathmandu aus. „Wir hatten schon vor dem Beben Kontakt und haben quasi ein Dorf adoptiert“, erinnert sich Laura Hänsel. Was als privates Spendenprojekt begann, wächst schnell. Im September 2015 wird der Verein „Via Cordium“ gegründet.

LN-Bild

Verein will künftig auch Projekte in Ostholstein unterstützen – Sitz ist in Lübeck.

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Spätherbst 2016: Laura Hänsel (Sprecherin des Vereins) und Mathias Tomala (Vorsitzender) sind erneut in Nepal unterwegs. Ihr Ziel ist „ihr“ Dorf. Es heißt Jhule, liegt etwa vier Stunden Autofahrt entfernt von der Hauptstadt Kathmandu. Das Panorama ist überragend. Die 350 Dorfbewohner schauen direkt auf den Himalaya. Wer den Blick weniger weit schweifen lässt, der sieht eingestürzte Stein- und Lehmhäuser.

Auch eineinhalb Jahre nach den Erdbeben ist der Wiederaufbau längst nicht abgeschlossen. „Es ist wie im Mittelalter. 90 Prozent der 48 Häuser sind zerstört. Die Menschen wohnen in Wellblechhütten. Das ist günstiger“, sagt Laura Hänsel. Viel mehr als ein paar Felder, Hühner, Kühe und Wasserbüffel gibt es hier nicht. „Das Land gehört Großgrundbesitzern. Die Bewohner müssen einen Teil ihrer Ernte abgeben“, erklärt Hänsel.

Der Verein, dessen Sitz in Lübeck ist, will den Menschen langfristig helfen. Zahlreiche Schulmaterialien wurden angeschafft. Im Fokus steht der Bau eines Gemeindehauses. Dort könnte in Zukunft medizinische Versorgung angeboten werden. Zudem wollen Laura Hänsel und ihre Mitstreiter mitwirken, einen Dorfrat zu gründen – den ersten in der Geschichte Jhules. „Es gibt eine Frauen-Gemeinschaft.

Wir hoffen, dass wir sie gut einbinden können“, so Hänsel. Schließlich könne Hilfe nur funktionieren, wenn die Nepalesen mitanpacken. Dies sei elementar für die Akzeptanz und Wertschätzung des Gemeindehauses.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die ärztliche Behandlung der Dorfbewohner. „Bei unserem letzten Besuch haben wir die Menschen an drei Tagen untersucht. Bluthochdruck und chronische Wunden durch die viele Barfußarbeit kamen immer wieder vor“, sagt Laura Hänsel. Hervorzuheben sei, dass die Arbeit kontinuierlich weitergehe, da nepalesische Ärzte und Medizinstudenten regelmäßig ins Dorf kämen.

Die Mitglieder von „Via Cordium“ hoffen, dass sie in naher Zukunft weitere Spenden erhalten und Unterstützer anwerben können. „Wir freuen uns auch über ganz kleine Summen. Eine Packung Schmerzmittel gibt es in Nepal schon für 50 Cent und ein Mittagsessen für ein Kind kostet einen Euro“, so Hänsel.

Dennoch soll sich das Engagement des Vereins keinesfalls auf Nepal beschränken. Mathias Tomala erläutert, dass sie auch Projekte in Ostholstein unterstützen würden. Jedoch müsste das jeweilige Vorhaben realisierbar und finanzierbar sein. „Wir erwarten keinen Profit. Es geht um Mitmenschlichkeit. Wir spüren, dass wir viel bewegen können“, sagt Tomala. Deshalb sei es ganz wichtig, dass die administrativen Kosten so gering wie möglich gehalten würden. Zudem würden sie nur mit Partnern arbeiten, denen sie vertrauen.

Darüber hinaus sucht „Via Cordium“ neue Mitglieder, gerne auch Handwerker, wie sie betonen. Schließlich würde unterschiedlichstes Fachwissen noch viel mehr bewegen können – auch in Jhule.

Die Mitglieder

Gegründet wurde der Verein im September 2015. Im Vorstand aktiv sind: Mathias Tomala (Vorsitzender), Dr. Helga Untiedt (Vizevorsitzende, 1. Schatzmeisterin), Laura Hänsel (Vizevorsitzende, Mediensprecherin) und Gernot Krause (2. Schatzmeister).

Zu den Gründungsmitgliedern zählen zudem Prof. Dr. Wolfgang Eichler, Silvie Heilenkötter, Michael Konrad, Laura Klose und Anna Maria Kirschbaum. Ehrenvorsitzender ist Prof. Dr. Pavel Dufek.

Weitere Infos über den Verein „Via Cordium“ gibt es auf der Internetseite www.via-cordium.com

Sebastian Rosenkötter

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