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Ostholstein Neustädter Gilde marschiert und schießt auf den Vogel
Lokales Ostholstein Neustädter Gilde marschiert und schießt auf den Vogel
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12:26 19.06.2017
Die Neustädter Schützengilde marschiert mit Gästen und der Grömitzer Feuerwehrkapelle zum Schützenplatz. Quelle: Fotos: Gl

Schöner hätte das Wetter für das Vogelschießen der Neustädter Schützengilde kaum sein können. Bei strahlendem Sonnenschein ging es am Freitag in einem langen Marsch mit Gästen von der Stadtmitte zum Schützenplatz am Gogenkrog. Hier wurden am Fuß des Gildevogels Schützenbrüder für langjährige Treue zu Gilde geehrt. So erhielt unter anderem Joachim Kallmorgen aus der Hand von Ältermann Dr. Ralf Stolley eine Urkunde sowie ein Präsent.

Die „Vaterländische Rede“ kam diesmal von Schützenbruder Günter Schulz.

Nach dem offiziellen Einrücken der Schützenbrüder und Gäste in die Gildehalle war einer der Höhepunkte die „Vaterländischen Rede“ – in diesem Jahr von Günter Schulz. Er stellte sie unter den Titel „Ist unser Asylrecht noch zeitgemäß?“. Die Idee sei ihm nach einem Besuch im Bundestag gekommen. Dort habe Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert (CDU) über den Terroranschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz, bei dem es zwölf Tote und zahlreiche Verletzte gab, gesprochen. „Es spielt auch das eigene Erleben und die tief sitzende Erinnerung an Flucht und Vertreibung eine Rolle“, sagte Schulz. Mit solchen eigenen Erfahrungen entwickele man zwangsläufig einen eher kritischen Blick auf die aktuelle Lage. Heute würden wir in friedvoller Nachbarschaft in einem vereinten Europa, das Garant für Frieden und Freiheit sei, leben. „Aber leider haben wir keinen inneren Frieden in unserem Vaterland und auch nicht in den Ländern unserer europäischen Nachbarschaft“, betonte der Redner.

Mit Hunderttausenden Schutzsuchender seien unkontrolliert islamistische Kriminelle eingesickert, die die Regeln für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft missachten würden. Es gebe die fundamentale Erwartung in der Bevölkerung, dass Schutzsuchende den ihnen gewährten Schutz auch zu schätzen wissen. Im Grundgesetz sei im Artikel 16a verankert, dass politisch Verfolgte Asylrecht genießen, sagte Schulz. „Für viele Mitbürger gilt, dass Menschenrechte nicht nur anlassbezogen gewährt werden dürfen.“ Schulz schloss mit einem Appell „an uns alle“ samt den zugereisten Menschen:

„Lassen Sie uns versuchen, das Gemeinsame zu schätzen und das, was uns unterscheidet, zu respektieren.“

Nach den Grußworten von Kreispräsident Ulrich Rüder (CDU) und Neustadts Bürgervorsteher Sönke Sela (CDU) richteten auch weitere Gäste ihr Wort an die Gilde. Nach dem Ausmarsch fiel der Eröffnungsschuss auf den Gildevogel durch den amtierenden König Albert IV. Haase. Damit startete das Vogelschießen.

Nach dem gegen Abend erwarteten Königsschuss sollten die Königsehrung, der Große Zapfenstreich mit dem Lensahner Blasorchester und der „Danz op de Deel“ folgen.

Darüber berichteten die LN am kommenden Dienstag.

 Gunter Lothert

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