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Ostholstein Neustädter Treppenärger: Abriss statt Sanierung
Lokales Ostholstein Neustädter Treppenärger: Abriss statt Sanierung
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20:35 31.08.2016

27 Stufen, fast 100 Jahre alt und eine Abkürzung für viele Segler. Die „Wallburg-Treppe“ ist eine der Hauptverbindungen zwischen dem Oberen und dem Unteren Jungfernstieg am Neustädter Hafen, um den Höhenunterschied von fast fünf Metern zu überwinden – oder besser: sie war es. Seit Herbst 2015 verhindern Absperrbaken die Nutzung. Das Bauwerk ist marode. Das eiserne Geländer wackelt bei Berührungen bedenklich. Das Bauamt spricht von „erheblichen Bauschäden“ und einer „Unfallgefahr“.

Axel David spricht von einem Affront seitens der Stadt gegenüber der „Wallburg“. Der Weg sei fester Bestandteil Neustadts. Quelle: Rosenkötter

„Es hieß, dass die Schäden be- seitigt werden. Da jedoch kein Geld zur Ver- fügung stand, sollte dies erst 2016 passieren.“„Axel David, Hotelier

Eine angedachte Sanierung blieb aus, der Abriss ist beschlossen.

Axel David kennt die Treppe wie kaum ein Zweiter. Der Eigentümer des Hotels „Wallburg“ erzählt, dass er in den vergangenen Jahren schon mal Farbe gekauft und sie ausgebessert habe. Die Stadt hingegen habe die 1,28 Meter breiten und 18,5 Zentimeter hohen Stufen stets vernachlässigt. Als 2005 die fast drei Millionen Euro teure Promenade zwischen Netztrockenplatz und NSV-Rundhafen feierlich eingeweiht wurde, sei die Treppe bereits in schlechtem Zustand gewesen. „Damals wurden sogar neue Treppen zu weiteren Stegen geschaffen. Die ,Wallburg-Treppe’ wurde jedoch nicht angepackt“, so David. Man habe es versäumt, eine weitere Verschlechterung des Zustandes zu verhindern.

Besonders ärgert David, dass seit Monaten nichts passiert und sich die gesperrte Treppe zu einem Schandfleck entwickelt. Hinzu kommt, dass viele der ursprünglichen Nutzer denken, dass es sich um Eigentum von „Wallburg“- Chef David handelt. Dabei ist es eine städtische Fläche. „Viele ziehen falsche Schlüsse. Das ist negativ“, sagt ein Segler, der David während des LN-Gesprächs entdeckt. Zudem müssten die Segler ihre teils schweren Sachen nun deutlich weiter schleppen.

Die Stadt hätte angekündigt, ein Schild aufzustellen, so David. „Darauf sollte erklärt werden, dass die Treppe repariert wird. Passiert ist nichts.“ Die Sperrung selbst habe er anfangs noch begrüßt.

„Es hieß, dass die Schäden beseitigt werden. Da jedoch kein Geld zur Verfügung stand, sollte dies erst 2016 der Fall sein.“ Geschehen ist nichts.

Stattdessen beschäftigte sich Anfang Juli der Umwelt- und Verkehrsausschuss mit der Thematik. Es wurde darüber diskutiert, die Treppe abzureißen und eine neue in 90 Meter Entfernung zu bauen – in direkter Verlängerung der Straße Teufelsberg. Auch wurde bekannt, dass die Ausbesserung mindestens 60000 Euro kosten würde. In der Sitzungvorlage steht, dass die Treppe, ganz gleich an welchem Standort, nicht notwendig sei. Begründet wird dies mit anderen, nicht weit entfernten Zugängen zur Promenade. Zudem heißt es, dass sich die Zahl der Nutzer durch die Schließung des Kaffeehausbetriebes in der „Wallburg“ deutlich verringert habe. David ärgert dies. „Das ist ein starkes Stück. Wer sagt denn, dass ein Neubesitzer hier kein Café oder sogar ein Restaurant aufmacht“, so der Chef, der bereits 2013 ankündigte, einen Nachfolger zu suchen.

Trotz der Entscheidung des Ausschusses für einen Abriss der Treppe soll das Thema erneut diskutiert werden: Es steht am 13. September wieder auf der Tagesordnung.

Sebastian Rosenkötter

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