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Ostholstein Neustädter wirbt für S-Bahn-Idee
Lokales Ostholstein Neustädter wirbt für S-Bahn-Idee
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22:38 31.07.2017
„Neustadt hat sich aus meiner Sicht von der S-Bahn-Idee abgekoppelt.“ Herbert Wendt Diplom-Ingenieur aus Neustadt

Wie bereits in den LN berichtet, könnte es zwei Strecken geben: Vom Lübecker Flughafen nach Travemünde sowie von Herrnburg (Mecklenburg-Vorpommern) nach Haffkrug. Viele Bürgermeister entlang der Routen stehen dem Vorschlag offen gegenüber.

Herbert Wendt, gelernter Schiffbauingenieur mit Schwerpunkt Rohrleitungsbau, hat jahrelang unter anderem für die Bayer AG in Leverkusen gearbeitet und war Projektleiter für den Neubau des Werkes in Brunsbüttel. Zudem sorgten er und Kollegen 1975 mit der Idee für Aufsehen, einen Kanal zur Rettung des Toten Meeres zu bauen. Jetzt hat er sich dem Nahverkehr gewidmet, sich mit der Deutschen Bahn ausgetauscht und setzt auf die neue Landesregierung. Letztere bezeichnet er als Chance. „Es gibt neuen politischen Wind. Es geht darum, dass die Idee aufgegriffen wird“, so Wendt. Neben der Politik müsse der Verkehrsverbund Nah.SH miteinsteigen.

Doch es gibt Schwierigkeiten. Die Pläne der Bahn sehen vor, dass der Neustädter Kopfbahnhof über einen neuen Abschnitt von Haffkrug aus angefahren wird. „Neustadt hat sich aus meiner Sicht von der S-Bahn-Idee abgekoppelt. Wenn die DB das Streckennetz nutzt, ist kein Platz für die S-Bahnen“, befürchtet Herbert Wendt. Deshalb plädiert er für einen Verzicht auf diese Anbindung und eine S-Bahn-Nutzung bis Neustadt. Er schlägt vor, die Bäderbahn in ihrer heutigen Form zu erhalten. „Dadurch würden etwa 15 Millionen Euro eingespart“, schätzt er.

Neustadts Bürgermeisterin Dr. Tordis Batscheider (SPD) steht der Idee offen gegenüber, betont aber auch, dass der Bahnhof nicht verlegt werden dürfe. Schließlich gehöre er zum Großprojekt Hafenwestseite (die LN berichteten).

Ebenfalls verzichten könne die Bahn laut Herbert Wendt auf neue Haltepunkte bei Ratekau und Scharbeutz. Auch das würde seiner Meinung nach Millionen sparen und die Züge könnten Ostholstein schneller durchfahren.

Ein Verkehrskonzept müsse „visionär, optimal, nachhaltig, sinnvoll und realistisch sein“, sagt der Diplom-Ingenieur. Die Haltepunkte in Neustadt, Scharbeutz sowie in Groß Sarau im Osten Lübecks seien Verkehrsknotenpunkte. Autobahnen und Bundesstraßen sind in unmittelbarer Nähe. „Ich bin überzeugt, dass die Menschen so ein Angebot annehmen würden. Die Autodichte nimmt ständig zu und jetzt gibt es noch Probleme mit Dieselfahrzeugen“, sagt Wendt. Hinzu komme, dass S-Bahnen das umweltfreundlichste Nahverkehrsmittel seien.

Zugleich bezeichnet Wendt ein S-Bahn-Netz als eine Art Zukunftssicherung: „Menschen strömen in die verkehrsberuhigte Stadt, Autos stehen weit draußen auf den Parkplätzen. Die S-Bahn ist nicht nur für die Badeorte sinnvoll, sondern insbesondere für den Berufsverkehr. Darum muss über die ganze Region ein schlüssiges S-Bahn- Netz aufgebaut werden.“ Ein Teilausbau würde die Idee ruinieren.

 Sebastian Rosenkötter

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