Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Filmcrew dreht Komödie im Niendorfer Hafen
Lokales Ostholstein Filmcrew dreht Komödie im Niendorfer Hafen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:39 18.01.2019
Die Schauspieler Julia Hartmann und Janek Rieke spielen in der romantischen Komödie mit dem Arbeitstitel "Friesen am Limit" die Hauptrollen Anja und Olli. Quelle: Beke Zill
Niendorf

 „Ton, set? Kamera, set? Uuund bitte!“, ruft Regieassistentin Nadine Vogler. Es wird ganz still in der zur Filmkulisse umfunktionierten Werkstatt von Bootsbauer Ulli Schütte mitten im Niendorfer Hafen. Insgesamt 25 Tage lang dreht ein etwa 30-köpfiges Team eine romantische Komödie im Raum Lübeck. Erstes Set ist der beschauliche Küstenort an der Lübecker Bucht.

Janek Rieke als Olli stürzt in das Schlafzimmer, ihm folgt seine wütende Freundin Anja, gespielt von Julia Hartmann. Mitten in Schüttes ehemaligen Lager verharren die Schauspieler und stehen sich wütend gegenüber. „Ich bin schwanger! Das sind die Hormone!“ Janek Rieke dreht sich weg, nimmt seine Jacke und knallt die Tür vor Anjas Nase zu. „Ich kann es nicht ab, wenn Du abhaust! Das ist eine Bestrafungsaktion“, schreit sie durch die Tür. „Das ist eine Olli-beruhigt-sich-Situation!“, entgegnet ihr Partner genervt und ist verschwunden. „Ich soll Angst haben, dass Du mich verlässt!“, ruft Anja ihm nach und geht aus dem Bild.

Das Filmset am Niendorfer Hafen zwischen Booten, Fischkisten und Netzen. Quelle: Beke Zill

Für den Hafen wurde das Drehbuch umgeschrieben

Es ist der zweite Drehtag an der Hafenkante. Hinter dem Schlafzimmer geht es in die große Halle, in der eigentlich Bootsmasten und kaputte Yachten untergebracht sind. Stattdessen stehen ein großer Monitor und allerlei Film- Equipment auf dem Boden, drumherum schaut der Tonmeister gespannt auf den Bildschirm, wuseln die Mitarbeiter von Raum zu Raum. „Es ist die Werkstatt und die Wohnung des Paares Anja und Olli“, erklärt Produzent Bernd Hoefflin von der Produktionsfirma „Element E GmbH“ aus Hamburg. Die meiste Zeit werde im Großraum Lübeck gedreht, darunter in Niendorf, Timmendorfer Strand und Heiligenhafen.

Nicht nur Hoefflin ist von der Location begeistert, auch Janek Rieke überzeugte die Werkstatt des Niendorfer Bootsbauers. Der 47-jährige Schauspieler aus Hamburg führt gleichzeitig Regie und schrieb sogar das Drehbuch. „Ich fand es hier unglaublich schön“, sagt der Regisseur. Weil ihn die Kulisse nicht mehr losließ, schrieb er extra sein Werk noch einmal um, machte aus einer Auto- eine Bootswerkstatt. Weil die Hauptfigur im Drehbuch sowieso als Matrose zur See fährt, sei der Bezug zur See schon da gewesen, sagte Rieke.„Eigentlich arbeitet Olli in einer Kfz-Werkstatt“, erklärt Rieke die Grundidee.

Ein Bootsbauer und seine launische schwangere Frau

In der Werkstatthalle: Das Filmteam verfolgt eine Drehszene am Monitor. Quelle: Beke Zill

Im Film mit dem Arbeitstitel „Friesen am Limit“ geht es um ein Paar mit Kinderwunsch. „Ein armer Bootsbauer und seine Frau versuchen, eine Familie zu gründen. Es geht jedoch alles schief, was schiefgehen kann“, erklärt Rieke die Handlung. Es flögen die fetzen, jeder gegen jeden. „Die Frau verwandelt sich aufgrund der Schwangerschaft in einen – wie sagen wir das – schwierigen Menschen“, erzählt der Regisseur weiter. Es bleibt jedoch nicht bei verbalen Streitigkeiten. „Es gibt sogar einen Stunt, der fast im Wasser landet. Es wird einen großen Crash geben“, kündigt Rieke an. Es sei eine schnelle Komödie mit viel Tiefgang, ergänzt Hoefflin.

Ein Drehtag für etwa vier Minuten Film

Insgesamt 25 Drehtage sind anberaumt, bis kommenden Donnerstag bleibt die Bootsbauer-Werkstatt in Beschlag der Filmleute. Im Mai soll es noch einmal Dreharbeiten am Hafen geben. „Wir haben schon ein paar Einstellungen im Kasten“, sagt Bernd Hoefflin erfreut. Auch Janek Rieke ist zufrieden mit dem bisherigen Verlauf. Seine Doppelrolle am Set ist jedoch für ihn als auch für die Mannschaft nicht einfach. Nachdem er vor der Kamera stand, schaut er sich jede Szene noch einmal in der Wiederholung an, um sich besser zu beurteilen. Jede Szene sei ein Tanz, ein Konflikt. Man müsse es deshalb lieben.

Angewiesen ist er dabei auch auf die Hilfe seiner Kollegen und vor allem seiner 33-jährigen Spielpartnerin Julia Hartmann. „Mit Julia ist das ganz toll. Man muss sich mit den anderen Schauspielern verstehen und ihnen vertrauen“, erklärt Rieke. Man helfe sich gegenseitig, „alle machen das ganz toll“, schwärmt er von seinem Team mit etwa 20 Darstellern und zehn Mitarbeitern am Set.

Produzent hofft auf einen Kinoerfolg im kommenden Jahr

Die Crew hofft, dass der Film gut ankommt. „Wir gehen davon aus, dass er nächstes Jahr in die Kinos kommt“, sagt Produzent Bernd Hoefflin. Gefördert wird die Produktion nicht, kein Sender ist involviert. Die „Low-Budget-Produktion im unteren einstelligen Millionenbereich“ lebt vom Einsatz des Filmteams. Viele Schauspieler bekämen nur einen Bruchteil ihrer eigentlichen Gage, erklärt Hoefflin. Damit der Film an Wert steigt und die Mitarbeiter noch angemessen belohnt werden, hofft Hoefflin auf gute Resonanz in der Filmbranche. „Es ist wichtig, dass der Film ein Erfolg wird“, betont Hoefflin. Der Niendorfer Hafen und Ulli Schüttes Bootsbauer-Werkstatt könnte dazu verhelfen.

Beke Zill

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Oldenburg startet umstrittene Werbeaktion im Rahmen einer Autoausstellung. Der ADAC stellt klar: Senioren hinterm Steuer sind kein Risiko.

17.01.2019

Der Service-Club aus Malente und Eutin hat 4500 Adventskalender verkauft und will damit jetzt Kindergärten, Sportvereine und gemeinnützige Organisationen unterstützen. Einrichtungen sollen sich bewerben.

17.01.2019

Nach 11,5 Jahren ist für Hans-Georg Rath am 31. Januar in Timmendorfer Strand Schluss. Der Ostholsteiner blickt auf viel Arbeit, Veränderungen und bewegte Momente zurück und findet es schade, gerade jetzt die Schule zu verlassen.

17.01.2019