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Ostholstein Niendorfer Eltern kämpfen für Schwester Bärbel
Lokales Ostholstein Niendorfer Eltern kämpfen für Schwester Bärbel
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22:21 02.07.2013
Nach der Kirchengemeinderatssitzung waren die Eltern noch zuversichtlich, dass Schwester Bärbel weiter in der Niendorfer Kita arbeiten kann. Diese Hoffnung hat sich vergangene Woche zerschlagen. Quelle: Foto: Arms

In der evangelischen Kindertagesstätte in Niendorf ist zwischen Eltern und Kirchengemeinderat ein heftiger Streit um die Personalplanung entbrannt. Konkret geht es um die Kündigung von Schwester Bärbel Hoffmann, die die Vorschulgruppe des Kindergartens, die sogenannte Maxigruppe, geleitet hat. Ihr Umgang mit den Kindern und ihr Wirken über die Ortsgrenzen hinaus wird nicht nur von den Eltern gelobt.

Als einen „Schlag ins Gesicht“ bezeichnet Alexander Kortstock-Fischer, der gewählte Sprecher der Elternvertretung der Niendorfer Kita, nun das Schreiben des Kirchengemeinderates, das den Eltern vor Kurzem zugestellt wurde. Die hatten zuvor noch gehofft, dass Schwester Bärbel von Stundenreduzierungen anderer Kolleginnen profitieren und somit weiter in der Kita arbeiten könne.

In dem Schreiben heißt es jetzt aber, dass den Anträgen auf Stundenreduzierung aus „dienstlichen Gründen“ nicht zugestimmt werden könne. Die regelmäßige Arbeitszeit einer wieder eingestellten Mitarbeiterin werde um 15 Stunden auf 39 Stunden erhöht, die Besetzung einer weiteren Stelle mit 24 Wochenstunden sichergestellt und — um krankheitsbedingte Fehlzeiten auffangen zu können — werde kurzfristig zusätzlich eine Vollzeitmitarbeiterin durch eine Personalleasingfirma befristet eingestellt. „Von Schwester Bärbel ist bei allen zusätzlichen Stunden und Mitarbeiterinnen keine Rede mehr“, zeigt sich Alexander Kortstock-Fischer zutiefst enttäuscht.

Vorausgegangen war dieser Nachricht einige Tage zuvor eine turbulente Sitzung des Kirchengemeinderates, zu der fast alle Eltern erschienen waren, um ihre Sorgen vorzutragen und gemeinsam mit den Vertretern der Kirche eine Lösung zu finden. Es ging dabei um Fragen, ob es in Zukunft noch genügend Plätze für die Kinder im Kindergarten gibt, ob genügend Stunden für die Betreuung zur Verfügung stehen und besonders um die Qualität der Betreuung.

Und vor allem darum, dass die beliebte Pädagogin Schwester Bärbel erheblich weniger Stunden für die Kinder da sein solle: „Schwester Bärbel hat eine drastische Reduzierung ihrer wöchentlichen Arbeitsstunden von 39 auf 15 Stunden hinnehmen müssen, die aufgrund der Wiedereinstellung einer ehemaligen Erzieherin erfolgte“, heißt es in einem dreiseitigen Schreiben, das die Elternvertreter noch vor der Sitzung an Eltern, Kirchengemeinderat, Kirchenkreis und den Landesbischof verschickt hatten. Propst Matthias Wiechmann, der zusammen mit dem Personalleiter des Kirchenkreises, Joachim Beckmann, sowie dem Rechtsbeistand Henning Schlüter an der Sitzung teilnahm, versuchte immer wieder, die Wogen zu glätten, da die Emotionen der Eltern in der eineinhalbstündigen Fragestunde sehr hoch schlugen.

Sie schlugen als eine Lösung vor, die von zwei anderen Mitarbeiterinnen beantragten Stundenreduzierungen Schwester Bärbel anzubieten, damit die Fortführung der Maxigruppe in der gewohnten Qualität gewährleistet sei. Der Kirchengemeinderats-Vorsitzende Ingo Muuss wiederholte in der Sitzung mehrmals seine Antwort: „Wir werden das prüfen.“ Personalchef und Rechtsbeistand argumentierten mit dienstlichen Vorschriften und rechtlichen Vorgaben. Nachdem sich auch eine Seniorin aus der Kirchengemeinde zu Wort gemeldet und einige Beispiele der „liebevollen und warmherzigen Arbeit von Schwester Bärbel“ aufgezählt hatte, fragte Propst Wiechmann schließlich: „Ist das der Eindruck, den ich jetzt sozusagen verzögert wahrnehme, dass der Kirchengemeinderat möglicherweise etwas gegen Schwester Bärbel hat?“ Ein einstimmiges „Ja“ war die Antwort. Ein Vorwurf, den Ingo Muuss vehement zurückwies.

„Ich glaube, wir können das heute Abend nicht lösen, weil hier viele Themen behandelt werden. Ich schlage vor, noch einmal einen Blick auf diese Stellenkonstellation zu werfen“, sagte Propst Wiechmann. Der Kirchengemeinderat solle mit der Personalvertretung zusammen versuchen, das Problem noch einmal anzugehen und möglicherweise eine Lösung zu präsentieren. Mit einem kleinen Hoffnungsschimmer waren die Eltern seinerzeit nach Hause gegangen. Man hatte ihnen zugesagt „dass es nicht ausgeschlossen sei, Schwester Bärbel eine neues Angebot zu unterbreiten mit einer bestimmten Stundenzahl plus einer Summe aus den Stunden, für die andere Mitarbeiter Reduzierung beantragt hätten.“

Doch diese Hoffnung hat sich mit dem Schreiben des Kirchenvorstandes von vergangener Woche wohl endgültig zerschlagen. Schwester Bärbel hat die drastisch reduzierte Stelle nicht angenommen, seit Montag ist sie nicht mehr in der Kita. Allerdings kündigte Alexander Kortstock-Fischer weitere Schritte an. Denn: „Es geht hier nicht um persönliche Befindlichkeiten, es geht um unsere Kinder.“

„Von Schwester Bärbel ist bei allen zusätzlichen Stunden und Mitarbeiterinnen keine Rede mehr.“
Alexander Kortstock-Fischer, Sprecher der Elternvertretung

Brigitte Arms

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