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Ostholstein Niendorfer Nabelschau mit der SPD
Lokales Ostholstein Niendorfer Nabelschau mit der SPD
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22:57 08.03.2016
Kein Bordstein, keine Begrenzung: Vom Niendorfer Balkon (l.) geht der Boden ansatzlos über in die Strandstraße. Liegt darin nicht eine Gefahr für kleine Kinder? Quelle: Fotos: Peyronnet

Wie soll Niendorf in Zukunft aussehen? Wie will sich der Ort präsentieren, wie von Timmendorfer Strand abheben? Kann der Niendorfer Balkon bleiben, wie er ist? Und was ist mit der Strandstraße, vor allem dort, wo sie an den Balkon grenzt?

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/O. Günter Schneider hatte ein üppiges Päckchen an Fragen und Themen dabei.

„Wir wollen alle gerne Bäderarchitektur haben, können sie aber nicht vorschreiben.“Jörn Eckert, SPD-Fraktionschef

„Die Straße ist eine Gefahr für Kinder“, stellte Schneider fest. Er fürchte, dass einer von den Lütten im Eifer des Gefechts, etwa mit dem Fahrrad, vom Platz auf die Straße gerate, ohne es zu merken.

Eckert versprach, das Thema werde angefasst, man müsse auch diskutieren, ob man die Straße ganz zumache und nur noch Busse durchfahren lasse. Für den Niendorfer Balkon selbst gab es einhelliges Lob.

„Ich hoffe, dass der Platz nicht zugestellt wird“, sagte Gemeindevertreterin Mechthild Petsch-Kuhn, und der Ortsvereinsvorsitzende Peter Ninnemann fügte hinzu: „Wir wollen jetzt nicht mit Klein-Klein anfangen und da Gartenzwerge hinstellen, das wäre eine Katastrophe.“

Groß statt Klein-Klein ist bei einem anderen Thema unerwünscht: der Gestaltung der Bauten. „Die Gemeinde sollte darauf achten, dass die Bauten so gestaltet werden, dass sie nach Niendorf passen“, wünschte sich Schneider. „Wir wollen gerne Bäderarchitektur haben, können sie aber nicht vorschreiben“, bremste Eckert. Und Ninnemann diagnostizierte: „Hier wurde so viel durcheinandergebaut, da kann man keine Gestaltungssatzung mehr machen. Wir können es nicht mehr so hinkriegen wie in Binz oder Usedom.“ Dass es positive Beispiele gibt, wurde aber ebenso vermerkt, etwa die Villa Hansa, eine weiße Perle in der ersten Reihe. Allerdings, bemerkte ein Spaziergänger gestern angesichts der hübschen Fassade, „muss sich das auch rechnen“.

Ein bisschen Rathaus, ein bisschen Mückenwald, ein bisschen Flüchtlinge, eine bisschen klagen über Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern auf der Promenade — so ging es weiter einmal quer durch die Themen der Kommunalpolitik. „Wir machen solche Veranstaltungen, weil wir Entscheidungen treffen und uns manchmal hinterher darüber wundern, dass die Leute uns dafür angehen“, begründete Eckert, warum die Reihe „SPD vor Ort“ ins Leben gerufen wurde. So seien den Initiatoren, auch denen von der SPD, beim Bürgerbegehren zur Trinkkurhalle heftige Äußerungen an den Kopf geflogen. „Wir wollten bürgernäher sein, und das nicht erst vor den Wahlen“, so Eckert.

Der Abend bewies, dass es viel zu bereden gibt. Einig waren sich die Anwesenden, dass Niendorf einen besonderen Charme hat. „Niendorf hat eine sehr schöne Atmosphäre“, stellte Gabriela Eckert fest.

Petsch-Kuhn strich heraus, dass Niendorf und Timmendorfer Strand unterschiedlich sind, was auch gut sei. „Niendorf ist individueller, ich find‘s schön.“ Insgesamt signalisierten die SPD-Politiker, dass sie zufrieden sind mit ihrer Gemeinde. Ninnemann: „Was die Entwicklung von Timmendorfer Strand und Niendorf angeht, bin ich positiv gestimmt.“

„SPD vor Ort“ heißt es wieder am Montag, 6. Juni, um 19 Uhr im Fuchsbau in Groß Timmendorf.

Von Susanne Peyronnet

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