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Ostholstein Niendorfer Schnellschuss: Angelverbot wird aufgehoben
Lokales Ostholstein Niendorfer Schnellschuss: Angelverbot wird aufgehoben
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22:37 31.07.2017
Das LN-Bild links inspirierte Jörn Iken zum Seebrücken-Angelausflug. Beide Bilder entstanden am selben Juli-Abend. Das Angelverbotsschild gab es damals noch nicht, wie das Foto rechts belegt.
Petri-Jünger verärgert über Gemeinde – Bürgermeisterin setzt auf Toleranz.

„Wir hoffen auf gegenseitige Rücksicht- nahme.Hatice Kara

Bürgermeisterin

„Ich konnte es gar nicht glauben“, sagt Freizeitangler Jörn Iken. Der Techauer angelt seit Jahren, auch auf Seebrücken und Molen. „Schon auf der alten Niendorfer Seebrücke habe ich gern geangelt, leider konnte man nie im Winter drauf.“ (Die alte Brücke war gesperrt, da die lose aufliegenden Planken vor den Stürmen gesichert werden mussten und ins Winterlager kamen, Anm. d. Red.).

Das ist bei der neuen, 185 Meter langen Niendorfer Seebrücke im stilisierten Fisch-Design anders, sie lockt das ganze Jahr über Besucher an.

Inspiriert von einem LN-Foto fuhr Jörn Iken mit seiner Angelausrüstung nach Niendorf, stand dann an der Seebrücke aber plötzlich vor einem Verbotsschild. „Das ist ja’n Ding, das hat es hier vorher nicht gegeben“, sagt Iken enttäuscht. Er habe bei der Gemeinde nachgefragt, „da wusste man angeblich gar nichts von dem Schild“. Fakt ist, als das LN-Foto entstand, gab es besagtes Verbot dort noch nicht. „Da haben wir uns vor lauter Schnelligkeit selbst überholt“, sagt Gesine Muus, Werkstattleiterin des Kurbetriebs. Das Verbot in dieser Form sei unglücklich.

Das sieht Timmendorfs Bürgermeisterin Hatice Kara (SPD) genauso. „Die Situation ist erst seit Kurzem extrem geworden.“ Vermehrt hätten sich Urlauber beschwert, um Haaresbreite von Ködern oder Angelhaken im Gesicht getroffen worden zu sein. „Wir wollen natürlich nicht, dass jemand verletzt wird“, sagt Kara. Dennoch komme das neue Schild wieder weg. Schon am heutigen Dienstag soll es so weit sein. „Niendorf ist ein Fischerdorf, da muss man natürlich auch angeln dürfen“, betont die Verwaltungschefin. Sie setzt auf gegenseitige Rücksichtnahme und Toleranz. Ein anderes Schild soll in diesem Sinne an die Seebrückenbesucher appellieren. Auf der Teehaus- und der Maritim-Seebrücke dürfe geangelt werden, vergleichbare Probleme seien dort nicht bekannt. „Wir werden uns entlang der Küste informieren, wie andere Gemeinden das handhaben.“

Aus dem Scharbeutzer Ordnungsamt heißt es dazu, dass auf den Seebrücken in Scharbeutz und Haffkrug geangelt werden dürfe. Anders sieht das dagegen in Grömitz aus, dort wurde im vergangenen Jahr die Seebrückenverordnung geändert. „Das Angeln ist ganzjährig untersagt“, bestätigt Sven Sindt vom Grömitzer Ordnungsamt. Es habe vor allem Beschwerden von Brautpaaren gegeben, die sich bei Fototerminen an Resten ausgenommener Fische störten. Zudem sei die Situation mit der Tauchgondel am Brückenkopf nicht unproblematisch.

Eine Kompromisslösung gibt es für Dahme und Kellenhusen. Dort ist das Angeln vom 1. März bis 31. Oktober und vom 20. Dezember bis 5. Januar verboten. In den übrigen Monaten stehen die Seebrücken den Petri-Jüngern täglich zwischen 16 und 7 Uhr zur Verfügung.

 Martina Janke-Hansen

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