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Ostholstein Der Hafenmeister geht von Bord
Lokales Ostholstein Der Hafenmeister geht von Bord
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10:30 03.11.2018
Ellen und Gerd-Uwe Beythien hören zum Jahresende 2018 als Hafenmeister in Niendorf auf. Quelle: Martina Janke-Hansen
Niendorf

Ob wolkenloser Himmel, Sturm oder Hagel – Gerd-Uwe und Ellen Beythien sind bei jedem Wetter am Hafen. An diesem Tag reflektieren die Strahlen der Herbstsonne im Wasser. Leichter Wellengang klatscht gegen die Spundwand. Beim Blick auf die nun fast freien Liegeplätze liegt ein wenig Wehmut in den Gesichtszügen der beiden Niendorfer. „Wir sind schon traurig“, sagt Ellen Beythien. Es sei ein erfüllender Abschnitt ihres Lebens, der zu Ende geht. „Am 31. Dezember ist definitiv Schluss“, ergänzt der Hafenmeister, ein gelernter Bootsbauer. Bis dahin wird aufgeräumt, der Hafen winterfest gemacht, werden Gerätschaften verstaut. Mit 75 Jahren und angegriffener Gesundheit sei es jetzt Zeit für weniger Schiffe und mehr Garten. Seinen eigenen Kutter hat ,Uwe’, wie ihn alle nennen, im vergangenen Jahr verkauft.

Segler sind eine „tolle Gemeinschaft“

Zehn Jahre waren die beiden erste Anlaufstelle für Fragen und Wünsche der Segler. Und auch Tagesgäste kamen immer wieder am kleinen Holzhaus des Hafenmeisters vorbei: „Sie wollten alles von uns wissen“, sagt Ellen Beythien. „Wann die Beerdigungsschiffe fahren, wo die Toiletten sind, was auf der Tageskarte vom Restaurant steht.“ Viele Segler hätten gesagt „es kann nicht sein, dass ihr aufhört“. Mit ihnen sei es „eine tolle Gemeinschaft; dafür wollen wir ,Danke’ sagen“.

Auch für den Kommunalhafen der Gemeinde waren die beiden zuständig, haben Liegegebühren kassiert, für Wasser- und Stromanschlüsse gesorgt. Wer wird das künftig machen? „Einen Nachfolger gibt es noch nicht“, sagt Gesine Muus, Leiterin des Kurbetriebs und in der Verwaltung von Timmendorfer Strand für die Bereiche Tourismus, Bauen, Umwelt und Immobilien verantwortlich. Es gebe einen Vertrag mit dem Segler-Verein Niendorf/Ostsee (SVNO), der den Hafenmeister stellt. Mit Bürgermeister Robert Wagner (parteilos) und ihr soll es noch im November Gespräche mit dem SVNO geben. Der neue Hafenmeister werde seinen Dienst dann zum Saisonstart am 1. April antreten.

Der malerische Niendorfer Hafen – ein beliebtes Fotomotiv. Die Liegeplätze an den Fischerbuden sollen noch im November ausgebaggert werden. Quelle: Louis Gäbler

Ein Ort mit großer Anziehungskraft

Zweifelsohne sei der Hafen ein Besuchermagnet mit großer Anziehungskraft, sagte Muus. Das Hafeninformationszentrum mit dem kleinen Museum biete ein gutes Angebot für Touristen. Dort sei auch die Tourismuszentrale zu finden. Zudem werde die neue Kaffeerösterei in der ehemaligen Galerie Liebe gut angenommen. „Wir wollen uns natürlich nicht mit Hamburg vergleichen“, sagt Gesine Muus schmunzelnd, „aber Kaffee passt gut zu einem Hafen.“ Und den lässt die Gemeinde sich einiges kosten. Im Frühjahr war (wie berichtet) die Fahrrinne ausgebaggert worden, noch im November werde mit dem Hafenbecken begonnen. „Die Liegeplätze an den Fischerbuden werden ausgebaggert.“ Diese Arbeiten schlagen insgesamt mit 450 000 Euro zu Buche.

Man könne keine Quantensprünge machen, „wir wollen das Angebot aber ständig erweitern und verbessern“, sagt Gesine Muus. In den Haushalt 2019 wurden Mittel eingestellt, damit künftig alle 50 Liegeplätze im Kommunalhafen nicht nur einen Strom-, sondern auch einen Frischwasser-Zugang haben.

Wie weit die Überlegung für die Nachfolge des Hafenmeisters beim SVNO gediehen sind, war nicht zu erfahren. Der Vorsitzende Thomas Dühring war für die LN nicht erreichbar.

Martina Janke-Hansen

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