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Ostholstein Non scholae, sed vitae: Wisser-Schüler entdecken Berufsalltag
Lokales Ostholstein Non scholae, sed vitae: Wisser-Schüler entdecken Berufsalltag
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11:49 18.02.2016
Luisa Guderjan (l.) und Jessica Polok begleiteten Anja Dahlmann (r.), Sarina Sommer (M.) und Yasemin Reichenauer.
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Eutin

Ein pointiertes Rollenspiel, geballte Information und souverän agierende Neuntklässler, die gemeinsam mit ihren „Azubi-Paten“ ausgewählte Berufe vorstellen: die Präsentation des Projektes „Azubi-Schüler“ war eine Werbeveranstaltung erster Güte — für die teilnehmenden Firmen, vor allem aber für modernes Lernen.

Seit dem Schuljahr 1999/2000 hat die Wilhelm-Wisser-Gemeinschaftsschule „Azubi-Schüler“ im Programm, und so bildeten jüngst 14 Schüler mit ebenso vielen Auszubildenden Teams und begleiteten sie jeweils zwei Tage lang durch ihre Berufswelt.

Mit der Sana-Klinik, der Sparkasse Holstein, Süverkrüp-Ahrendt, Timber Tec, der Stadtverwaltung Eutin, der Polizei und Kendrion Kuhnke öffneten sieben Partnerbetriebe ihre Türen und gewährten Einblick in Inhalte und Strukturen des Azubi-Alltags. Anschließend war es an den Teilnehmenden, eigenständig aus Fakten, Hintergründen und den eigenen Eindrücken einen gemeinsamen Vortrag zu konzipieren, der vor kritischem Publikum — den Mitschülern — bestehen musste. Und wer in den vollbesetzten Musikraum der Wisser-Schule kam, konnte feststellen, dass genau dies gelungen ist.

In einer Theaterszene trafen die Akteure der ersten Präsentationsrunde aufeinander, bevor das Team der Stadtverwaltung in einem munteren Vortrag mit anschließendem Quiz das Vorurteil vom trockenen Bürojob relativierte. Und so haben Jessica Polok und Luisa Guderjan aus der 9 a das Rathaus an ihren zwei Praxistagen auch erlebt: „Für uns war alles komplett neu, wir hatten vorher keinen wirklichen Einblick. Gelangweilt haben wir uns überhaupt nicht“, berichtete Jessica in einer Pause, und Luisa ergänzte: „Wir waren in den verschiedenen Abteilungen, auch auf dem LGS-Gelände. Und wir hatten super Auszubildende.“

Auch Marlow Deckert, der mit der erkrankt fehlenden Zoey Oldach die Polizeischule kennenlernen durfte, zog die Zuhörenden mit seiner lebhaften Schilderung in Bann — ausgestellte Anschauungsobjekte wie Handfesseln und Dienstwaffe taten ein Übriges. 200 Auszubildende mehr braucht man auf der Hubertushöhe in diesem Jahr, Marlow denkt darüber nach, ob er nach der Schule dazu gehören will: „Mir wurde ans Herz gelegt, mich zu bewerben“, erzählte er.

Wie die Zukunft in einem international agierenden Konzern aussehen könnte, war Thema von Thore Ewert und Arne Oldörp, die in den Werdegang eines Elektronikers beziehungsweise Mechatronikers hineinschnupperten: Bei Kuhnke Kendrion nahmen sie Daniel Kastner und Sönke Freund unter die Fittiche. Sönke ist ein ehemaliger Wisser-Schüler. „Es sind immer wieder ehemalige Schüler dabei“, berichtete Brigit Rascher.

Sie ist von Anfang an in das Projekt eingebunden, das zum 17. Mal läuft. Zehntklässler, die im Jahr zuvor dabei waren, werden durch die Klassen geschickt, um die Neuntklässler zu interessieren, dazu gibt es entsprechende Informationen auf Elternabenden. Neben einem Vorbereitungstreffen gehört die dreistündige Generalprobe der Präsentation zum Ablauf. Die dort gegebenen Regie-Hinweise sind der einzige Einfluss, den die beiden verantwortlichen Lehrerinnen Birgit Rascher und Stefanie Warnecke gemeinsam mit den Ausbildern nehmen. Ansonsten lassen die Azubis und Schüler Erfahrungen und Erfolg selbst machen, damit die fürs Leben lernen. aj

LN

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