Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Nordkirche feiert Reformation in Neustadt
Lokales Ostholstein Nordkirche feiert Reformation in Neustadt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:08 06.07.2017
Ein überdimensionaler Playmobil-Luther steht auf der „Artemis“. Quelle: Fotos: Sebastian Rosenkötter, Hfr
Neustadt

Es folgte ein Familienfest mit Live-Musik, überdimensionaler Luther-Figur und einem „Besuch“ von Martin Luther, dargestellt von Propst Dirk Süssenbach.

Großsegler „Artemis“ hatte im Kommunalhafen festgemacht.

Luther, der vor 500 Jahren seine 95 Thesen veröffentlicht und damit die Reformation eingeläutet hatte, unterhielt die Gäste und wunderte sich über all die neumodischen Dinge auf der Bühne.

Dass Kirche durchaus nicht unnahbar sein muss, wurde gestern immer wieder deutlich. Die Jugendband „Fairspielt“ aus Süsel, Liedermacher Tim Linde und andere Künstler sorgten für eine tolle Stimmung.

Süssenbach und sein Kollege Propst Peter Barz versorgten die Gäste immer wieder mit Informationen über die Reformation. Im Vordergrund standen aber der Spaß und die Aufforderung, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Die Tour des Nordkirchenschiffs ist in erster Linie ein Angebot an Menschen, Kirche neu zu erleben. Einer der Hauptorganisatoren in Ostholstein war Pastor Michael Franke. Während die neugierigen Besucher die „Artemis“ erkundeten, erläuterte Franke den LN die Reise der „Artemis“ entlang der Lübecker Bucht.

Nach dem Start des Nordkirchenschiffes am 29. Juni in Stralsund hatte es Stopps in Wismar und Lübeck gegeben. Mit Hilfe des Bundespolizeischiffes „Bayreuth“ waren die Pröpste dann schon kurz vor Neustadt an Bord gegangen. Im Stadthafen hatte man zunächst zu einer internen Veranstaltung eingeladen. Neben Politikern aus der Region war auch Bischof Gothart Magaard anwesend. „Es war ein Abend der Begegnung. Es war warm, die Getränke waren kühl und die Leute gut drauf. Jeder ist mit jedem ins Gespräch gekommen“, erzählte Franke.

Eine besondere Rolle bei der Jubiläumsfeier spielte die „Artemis“ selbst: Das 59 Meter lange Segelschiff wirkte auch gestern wie ein Magnet. Fußgänger und Radfahrer an Land stoppten immer wieder und zückten Handys und Fotoapparate. „Die Hemmschwelle, einfach mal an Bord zu gehen und so mit der Kirche ins Gespräch zu kommen, war gering“, sagte Franke. Einer der Höhepunkte sollte gestern Abend der ökumenische Gottesdienst mit anschließender Lichterkette werden (bei Redaktionsschluss noch nicht beendet).

Wer die „Artemis“ heute noch einmal in voller Pracht erleben möchte, der muss etwas früher aufstehen. Bereits gegen 8 Uhr setzt das Nordkirchenschiff die Reise fort.

Viele Häfen

15 Häfen werden bis zum 30. Juli angesteuert. Dann macht die „Artemis“in Hamburg fest. Zuvor geht es auch nach Sønderborg in Dänemark, wo eine deutsche Minderheit lebt.

Die Dreimastbark wurde 1926 in Norwegen gebaut und war bis Ende der 40er Jahre als Walfänger unterwegs. In den 50ern wurde sie zum Frachtschiff. Aktuell fährt sie unter niederländischer Flagge.

 Sebastian Rosenkötter

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!