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Ostholstein Nordkoppel-Projekt vertagt: Kein Konsens in Kellenhusen
Lokales Ostholstein Nordkoppel-Projekt vertagt: Kein Konsens in Kellenhusen
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20:15 16.06.2017

Diese Sitzung der Gemeindevertretung Kellenhusen geht in die Geschichte des Ortes ein. Nach fünf Stunden war das Ende um 0.30 Uhr erreicht. Allerdings ohne Ergebnis: Das wichtigste Thema – die Bebauung der Nordweide – wurde vertagt. Den politischen Offenbarungseid verfolgten zeitweise bis zu 60 Bürger im Kursaal. Das Ende erlebte aber kaum einer mit.

Viele verließen ihn kopfschüttelnd nach drei Stunden, als klar war, dass nichts klar ist.

Auf der Nordkoppel sollen, so ist es vor allem der Wunsch der CDU mit Bürgermeister Carsten Nebel, ein Aparthotel sowie Ferienhäuser mit 650 Betten entstehen. Dieses Projekt geht nun in die Verlängerung. Eine fraktionsübergreifende Sitzung soll nun am kommenden Mittwoch stattfinden. Daran aber nehmen nur sieben der elf Gemeindevertreter teil, da vier von ihnen befangen sind – allein drei von der CDU, so dass sich die politischen Mehrheitsverhältnisse verändern.

Wie brisant die Situation ist, zeigte, dass die CDU am Vorabend einen Flyer mit ihren Positionen zu aktuellen Themen verteilte. Gegen 20.30 Uhr ging es unter Top 7 zur Sache, beginnend mit einer Bürgerfragerunde. Joachim Gabriel wollte wissen, wie sinnvoll es sei, ein Großprojekt mit einer knappen Mehrheit durchfechten zu wollen. „Warum werden nicht die Bürger in Form eines Bürgerentscheids wie auch in Dahme eingebunden?“ Ein anderer sprach sich gegen einen Bürgerentscheid aus. Die Politik ging auf diese Frage nicht weiter ein.

Gabriele Bossmann (FWK) sagte aber: „Eine Bürgerbeteiligung gab es bisher gar nicht, nur einen Vortrag.“ Eine Postwurfsendung sei keine Bürgerbeteiligung. Stefan Schwardt (CDU) konterte: „Wir haben noch nicht einmal ein Grundstück. Der Bürger soll beteiligt werden, aber nicht in dieser Phase.“ Die Zeit für Veränderung sei gekommen. Ein Vollhotel sei mit den interessierten Investoren aber illusorisch. Man könne mit einem Aparthotel nebst Feriensiedlung aber gut leben. Mit dieser Position standen die Christdemokraten an diesem Abend allein da.

Elisabeth Lübker (SPD), 2. stellvertretende Bürgermeisterin, sagte: „Von Bürgerbeteiligung kann keine Rede sein bisher.“ Die Sozialdemokraten würden wie die Freien Wähler ein Vollhotel vorziehen. Der aktuelle Kenntnisstand sei nicht ausreichend, um eine Entscheidung für das Projekt jetzt zu fällen. Man wolle aber mit den Investoren im Gespräch bleiben. Die politischen Hausaufgaben seien noch nicht erledigt, dies könne aber zeitnah erfolgen. Bossmann stimmte zu: „Wir sollten uns zeitlich nicht unter Druck setzen lassen.“ Die FWK moniert wie die SPD diverse Punkte. So sei kein alternatives Grundstück gesucht worden. Ihrer Meinung nach eigne sich das Grundstück „Am Apfelgarten“ besser. Dort sei Strand vorhanden, die Promenade ausgebaut, das Grundstück erschlossen. Es fehle bisher auch eine Berechnung aller finanziellen Lasten und Risiken. Der Erwerb des Grundstücks Nordkoppel – er wurde nicht-öffentlich beschlossen – sei zu teuer und die geplante Bebauung zu dicht. Die FWK sei nicht kategorisch gegen eine Bebauung auf der Nordkoppel, „aber nicht um jeden Preis“. Bürgermeister Nebel, der aus Befangenheit nicht an der Diskussion teilnahm, hatte vor dem Abend für das Projekt geworben. Für ihn und die CDU dürfte das Fazit des Abends ernüchternd ausfallen.

Das gab es auch noch: Ebenfalls ein wichtiges und spannendes Thema ist die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum auf der Holtzkoppel. Das Vergabeverfahren hierzu wurde beschlossen. Bürger Ulrich Salvadori hatte hierzu in der Einwohnerfragestunde moniert, dass die Bürger nicht ausreichend informiert würden. Er hat als Anlieger gegen den besagten Bebauungsplan 24 für die Holtzkoppel Widerspruch eingelegt.

Peter Mantik

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