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Nordkreis fordert eigene Geburtshilfe

Oldenburg Nordkreis fordert eigene Geburtshilfe

Kommunen und Initiativen kämpfen für Wiedereröffnung der Station in Oldenburg.

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Nord-Bürgermeister und weitere Beteiligte trafen sich im Oldenburger Rathaus, um über das Thema Geburtshilfe zu sprechen.

Oldenburg. Die Kommunen im Norden Ostholsteins geben nicht auf: Fast drei Jahre nach der Schließung der Geburtshilfe in Oldenburg starten sie einen erneuten Anlauf, um die Situation für Schwangere im Nordkreis zu verbessern. Zusammen mit weiteren Initiativen fordern sie die zukünftige Landesregierung auf, den Weg für eine Wiedereröffnung der Entbindungsstation zu ebnen. Dieser Schritt sei „alternativlos“, sind sich die Vertreter der Städte und Gemeinden einig, das aktuelle Konzept nicht tragbar.

Mit dem Hebammenverband Schleswig-Holstein, dem Verein „Geburt“ und weiteren Initiativen haben sich die Nord-Kommunen inzwischen zum „Bündnis für Geburtshilfe“ zusammengeschlossen und ein gemeinsames Positionspapier an die voraussichtlichen Kieler Koalitionspartner aus CDU, Grünen und FDP übergeben. Darin werden die Landtagsfraktionen aufgefordert, „wieder eine flächendeckende Versorgung zu schaffen“.

Es sei bezeichnend, dass „alle betroffenen Kommunen den Wegfall der Geburtshilfe nach wie vor als drängendes Problem sehen“, betonte Oldenburgs Bürgermeister Martin Voigt (parteilos), als er die Bündnispartner jetzt zu einer weiteren Beratungsrunde empfing. Der jüngst veröffentlichte Maßnahmenkatalog, mit dem die Lage verbessert werden sollte (die LN berichteten), sei „nicht geeignet, die Situation im Nordkreis zu entspannen“, kritisierte der Verwaltungschef. Stattdessen müssten mit Blick auf die medizinische Versorgung gesetzliche Vorgaben geschaffen werden, forderte Voigt. Auch die Finanzierung gelte es durch entsprechende politische Beschlüsse sicherzustellen. „Die Geburtshilfe ist mit Sicherheit ein kostenintensiver Bereich“, räumte der Bürgermeister ein, „doch ein Staat wie der unsere sollte sich eine flächendeckende Versorgung auf jeden Fall leisten.“

Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber (SPD) schlug in die gleiche Kerbe: „Es gibt keine Alternative zu einer zentralen Geburtshilfestation im Norden Ostholsteins.“ Die jetzigen Lösungsansätze hätten „weder Hand noch Fuß“, verurteilte er das derzeitige Konzept, bei dem Schwangere für die Entbindung nach Eutin oder Lübeck fahren müssen. Junge Menschen würden die Region zum Teil verlassen, wenn sie in die Familienplanung einstiegen, warnte Weber, „das ist für die Kommunen eine Katastrophe“.

Eben das gelte es, zu verhindern, mahnte Riepsdorfs Bürgermeister Hartwig Bendfeldt (CDU). Es dürfe nicht sein, dass die Gemeinden in Kitas, Grundschulen und Spielplätze investierten, um ihre Attraktivität für junge Familien zu steigern, und deren Zuzug dann am Ende an der fehlenden Geburtshilfe scheitere. Und Wangels’ Bürgermeister Eckhard Klodt (BGW) betonte: „Wir wollen kein zweites Sylt werden.“ Auch dort wurde 2014 die Geburtshilfestation geschlossen; seither verlassen Frauen im Rahmen eines sogenannten „Boarding-Konzeptes“ (wie es mittlerweile auch in Eutin angeboten wird) in der Regel schon einige Zeit vor ihrem errechneten Entbindungstermin die Insel Richtung Krankenhaus.

Und nicht nur für die Einheimischen sei die Situation problematisch, sind sich die Betroffenen einig: Als Tourismusregion sei es für Ostholstein ebenfalls wichtig, Urlaubern eine umfassende medizinische Versorgung zu bieten. „Wir sind uns darüber im Klaren, dass wir unser Ziel nicht von heute auf morgen erreichen werden“, sagte Martin Voigt. Man werde jedoch „nicht locker lassen, bis wir wieder eine Geburtshilfestation im Nordkreis haben“, kündigte er an.

Jennifer Binder

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