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Ostholstein Nordkreis wehrt sich gegen das geplante Angelverbot im Belt
Lokales Ostholstein Nordkreis wehrt sich gegen das geplante Angelverbot im Belt
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13:17 18.02.2016
Hobbyangler, wie hier auf der „MS Tanja“ aus Heiligenhafen, sollen künftig nicht mehr im Belt fischen dürfen. Quelle: Fotos: Roeßler, Kks

Manfred Wohnrade, Tourismusleiter in Heiligenhafen, erklärt: „Alleine im Bereich des Hochseeangeltourismus wären sieben familiengeführte Betriebe betroffen, für die ein solches Verbot das wirtschaftliche Aus bedeuten würde.“ Das Unverständnis über ein solches Ansinnen sei aber aus Wohnrades Sicht nicht nur wirtschaftlich begründet. Er führt aus: „Mitten im Schutzgebiet befindet sich eine der meistbefahrenen Schiffsrouten mit steigender Tendenz.

Und nun hat man ausgerechnet die Hochseeangelkutter und Freizeitboote ausgemacht, um die Belastung für die Umwelt zu reduzieren? Das ist nicht mehr zu verstehen. Wir werden gemeinsam mit den Verbänden und der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein gegen dieses angedrohte Horrorszenario kämpfen.“ Das Thünen- Institut für Hochseefischerei hat 2015 eine Studie erstellt. Aus dieser geht hervor: In Schleswig-Holstein gibt es insgesamt 190000 Bootstage, Tage die ein einzelner Angler mit einem eigenen oder gecharterten Boot auf der Ostsee angelt sowie 70000 Kuttertage. Dies bedeutet 70000 verkaufte Tagestouren auf einem Angelkutter. Das Kutterangeln findet zu 90 Prozent in der Region Fehmarn/Heiligenhafen statt. Hier sind insgesamt 15 Betriebe angesiedelt.

Harald Rebischke vom Angelsportcenter Heiligenhafen ist ebenfalls betroffen. Er sagt: „Tourismus und Einzelhandel wird hier stark geschadet. Wenn ich Ladenschlussgesetz, Kiteverbote und nun Angelverbot in der Gesamtheit betrachte, so bin ich sicher, wird sich dies negativ auswirken.“

Die Egoh ist mit den Planungendes Bundesumweltministeriums ebenfalls nicht einverstanden. Sie hat in Kooperation mit dem Hochseefischerverband eine Stellungnahme erarbeitet, die er zum Bund schickt. Jens Meyer (Egoh) schreibt an das Bundesumweltministerium: „Zusammenfassend ist festzustellen, dass eine Beeinträchtigung des Schutzgebietes durch die Freizeitfischerei mit Handangel und hierbei insbesondere durch die Hochseeangelfahrt nicht oder nur äußerst geringfügig gegeben, aber keinesfalls stärker als durch Fahrzeuge der Verkehrs- und Freizeitschifffahrt, zu erwarten ist.

Ein Verbot erscheint unsinnig und ist unverhältnismäßig, zumal es in einem Naturschutzgebiet nicht automatisch ein solches Verbot geben muss.“ Meyer verweist zudem auf Folgendes: Pro Jahr passieren 40000 Frachter und Tanker das Schutzgebiet.

Das Umweltministerium (Melur) in Kiel unterstützt den regionalen Kurs und betont: „Köder und Fanggeräte der Angelfischerei berühren den Meeresboden allenfalls extrem punktuell, eine davon ausgehende Beeinträchtigung der Erhaltungsziele von Lebensraumtypen ist wegen der Geringfügigkeit auszuschließen.“ Das Melur betont, dass dies für die ansässigen Angelkutterbetriebe existenziell wäre.

Peter Mantik

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