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Ostholstein Notfalldose, der Lebensretter steht im Kühlschrank
Lokales Ostholstein Notfalldose, der Lebensretter steht im Kühlschrank
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18:14 30.11.2017
Der langjährige Rettungssanitäter Eberhard Krüßmann (l.) und Rainer Figgen, Vorsitzender des Grömitzer Seniorenbeirates, werben für die Einführung der Notfalldose. Quelle: Foto: Sebastian Rosenkötter

Seit 2014 ist die grün-weiße Dose auf dem Markt. Das Bremer Unternehmen Volbert setzt auf die bundesweite Verteilung. Mit Erfolg. Das Konzept verbreitet sich rasant. In weiten Teilen Nordrhein-Westfalens ist der unscheinbare Lebensretter bereits Standard. Nun schwappt die Welle in den Kreis Ostholstein. In Ratekau ist die Notfalldose schon angekommen (die LN berichteten). Nun sollen Grömitz, Kellenhusen und bald auch Neustadt folgen. Gestern wurde die Idee im Rahmen des Seniorenfrühstücks in Grömitz vor etwa 70 Gästen vorgestellt.

Rettungssanitäter werben für Notfalldose

Eberhard Krüßmann, Vorsitzender des Kellenhusener Seniorenbeirats und ehemaliger Rettungssanitäter, schilderte, warum und wie die Notfalldose Leben retten kann. „Sie haben einen Notfallausweis, einen Organspendeausweis, einen Impfpass und viele andere Dokumente. Jedoch weiß der Rettungsdienst nie, wo er diese finden kann, wenn Ihnen etwas zustoßen sollte“, so Krüßmann. Die Notfalldose sei eine Möglichkeit, alle wichtigen Informationen gebündelt an einem Ort zu lagern. Sie ist etwas kleiner als eine Cola-Dose und wird im Kühlschrank gelagert.

Warum dort? „Weil der Ort leicht zu finden ist“, sagt Alexander Hämmer vom Fachdienst Sicherheit und Ordnung des Kreises Ostholstein. Dieser ist für die Rettungsdienste zwischen Stockelsdorf und Fehmarn zuständig und soll die Mitarbeiter von DRK, Johanniter und Malteser über die Verbreitung der Notfalldose informieren.

Laut Krüßmann ist das System ganz einfach. Ein Aufkleber an der Innenseite der Wohnungstür signalisiere den Sanitätern, dass es eine Dose gibt. Ein weiterer Aufkleber am Kühlschrank weist auf den Lagerort hin. In der Dose befindet sich eine Art Flyer. Auf diesem können die Besitzer unter anderem ihre persönlichen Daten und Ansprechpartner in Notsituationen eintragen. Zudem gilt es darzustellen, ob Blutverdünner eingenommen werden, ein Herzschrittmacher eingepflanzt ist, oder die jeweilige Person Diabetes, Hepatitis oder andere Krankheiten hat.

Läuft alles glatt, könnten noch vor Weihnachten rund 1000 Dosen bestellt werden. Die Kosten liegen je nach Bestellmenge bei zwei Euro oder weniger.

In Kellenhusen ist man schon einen Schritt weiter. 250 Dosen stehen bereit. Sie sollen unter anderem in die Weihnachtstüten für Senioren gepackt werden. Die Verteilung erfolgt Mitte Dezember.

Dose soll im ganzen Kreis beworben werden

Rainer Figgen, Vorsitzender des Grömitzer Seniorenbeirates, informierte, dass der Kreisseniorenbeirat das Thema vorantreiben werden und unter anderem die Neustädter Kollegen bereits an der Einführung dran seien.

So kommt die Dose an

Nicht nur für Senioren geeignet: Der Grömitzer Bürgermeister Mark Burmeister (parteilos) hofft, dass nicht nur ältere Menschen eine Dose in den Kühlschrank packen. „Die Informationen können auch bei jungen Menschen, die plötzlich umkippen, helfen und Leben retten“, sagt er.

Kellenhusen übernimmt die Kosten: Bürgermeister Carsten Nebel (CDU) hält die Notfalldose für ein gutes System. Deshalb habe sich die Gemeinde entschlossen, die Anschaffung zu finanzieren.

Rund 650 Senioren leben in Kellenhusen.

Weitere Infos gibt es auf www.notfalldose.de.

Sebastian Rosenkötter

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