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Ostholstein Notfallplan soll Großenbroder Grundschule retten
Lokales Ostholstein Notfallplan soll Großenbroder Grundschule retten
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21:18 10.09.2013
Noch steht „Grundschule“ an dem Schulgebäude in Großenbrode. Doch die Zukunft der Einrichtung steht in den Sternen. Quelle: Foto: Peter Mantik

Die Kommunalpolitiker Großenbrodes stehen geschlossen hinter ihrer Grundschule. Gestern wurde hinter verschlossenen Türen im Rathaus gemeinsam mit Rektor Bernd Wiegand ein Notfallplan besprochen, damit die Außenstelle der Heiligenhafener Theodor-Storm-Schule doch erhalten bleibt. Der Knackpunkt: Die Schule hat derzeit nur 42 Schüler und während im nächsten Schuljahr 13 Viertklässler die Einrichtung verlassen, kommen nach jetzigem Stand nur acht Kinder hinzu. Zu wenig, um eine erste Klasse aufzumachen und zu wenig auch, um die Vorgaben des Ministeriums in Kiel zu erfüllen, wonach jede Grundschule mindestens 40 Schüler haben muss.

Bürgermeister Jens Reise (CDU) erklärt den Drei-Stufen-Rettungs-Plan: „Wir werden einen Antrag an den Kreis stellen, um für unsere künftige 1. Klasse die notwendige Stelle zu subventionieren.

Herr Wiegand wird diesen Antrag auch an das Schulamt stellen. Ferner denken wir über einen Shuttleservice nach, um Schüler aus den Nachbardörfern abholen zu können und außerdem wollen wir die Offene Ganztagsschule erhalten. Wir wollen also den Standort weiterhin attraktiv gestalten.“

Die Vorsitzende des Jugend- und Sozialausschusses, Monika Klein (SPD), führt weiter aus: „Die Kindergartenzahlen zeigen uns, dass wir ab 2015/2016 ausreichend Schüler haben werden. Daher schreibe ich den Kreis und das Land an mit der Bitte, uns beim Übergang bis dahin zu unterstützen.“ Sie sagt auch: „Wir lassen nicht locker, denn wenn eine Schule erst einmal geschlossen ist, dann bleibt sie das auch.“

Laut Reise stünde die endgültige Schüleranzahl ohnehin noch gar nicht fest. Die Ankündigung, dass es keine neue erste Klasse gebe, sei etwas verfrüht gewesen. Reises Appell an die Eltern lautet daher auch: „Meldet Eure Kinder in der Grundschule Großenbrode an. Retten Sie den Standort.“ Heute soll zusätzlich ein Elternbrief rausgehen, in dem die Gemeinde betont, dass der Standort sehr wohl eine Zukunft habe. Reise: „Wir durchschreiten ein Tal, doch auf Sicht wächst die Gemeinde. Wir haben ein Neubaugebiet, wir entwickeln uns touristisch, es werden also viele Menschen fest nach Großenbrode ziehen. Wir brauchen diese Einrichtung daher mehr als je zuvor.“

Doch kann der Rettungsplan rein formell überhaupt funktionieren? Die LN fragten bei der Urlaubsvertretung von Schulrat Manfred Meyer, dem Plöner Amtskollegen Jürgen Hübner, nach. „Die Schülerzahlen sind nicht alles“, sagte dieser. „Die sind nicht statisch festgeschrieben, wenngleich eine 1. Klasse mit acht Schülern nicht denkbar ist. Allerdings gibt es ja jahrgangsübergreifende Lerngruppen.“

Schließlich werde die Gemeinde in einen Entscheidungsprozess eingebunden. Hübner sagte weiter: „Die Argumente Großenbrodes scheinen mir schlüssig.“ Schädlich wäre es nur, wenn Eltern ihre Kinder nun sogar abmelden würden. Es gebe genügend Anlass für Vertrauen.

Rein äußerlich war den Großenbroder Schülern gestern nichts von der heiklen Situation anzumerken. Sie tobten, spielten und lernten wie immer. Auf dem Schulhof äußerte sich Stephan Beutenmüller, ein von der Gemeinde angestellter Assistent der Einrichtung. „Ich arbeite seit neun Jahren hier. Wenn die Schule tatsächlich geschlossen würde, wäre das so, als ob dem Ort das Herz herausgerissen würde.“

Auch der Schulbegleiterin liegt die Schule am Herzen. Doch möchte sie ebenso wenig wie die beiden Lehrerinnen, die an diesem Tag in Großenbrode unterrichten, öffentlich mit Namen und Meinung genannt werden. Doch sie alle dürften dank der politischen Rückendeckung nun doch wieder Hoffnung haben. Und schließlich wären da noch die Eltern. Die wollen ebenfalls für ihre Schule kämpfen.

Peter Mantik

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