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Ostholstein Notruf
Lokales Ostholstein Notruf
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22:28 30.10.2013
Diplom-Psychologin Maeve Reichel berät hilfesuchende Mädchen und Frauen in den Neustädter Räumen des „Notruf Ostholstein“. Quelle: Sebastian Rosenkötter

Mädchen und Frauen, die geschlagen, missbraucht oder bedroht werden, erfahren hier Hilfe. Anonym und kostenfrei beraten die Mitarbeiterinnen des „Notruf Ostholstein“ — seit mehr als 20 Jahren. Jetzt droht die Schließung des Neustädter Standortes. Die Stadt hat die Finanzierung für das kommende Jahr zurückgestellt. Sie will, dass sich die anderen Gemeinden im Norden des Kreises an den Kosten beteiligen. Es geht um 14 317 Euro. Das ist fast ein Viertel der Summe, die für das Jahr 2014 benötigt wird. Ohne das Geld „werden wir dicht machen“, betont Gabriele Pfingsten, Vereins-Vorsitzende. Zudem sei die Beratungsstelle in Eutin ebenfalls gefährdet. „Wir befürchten, dass das Land seinen Zuschuss kürzen könnte, dann wäre auch dort Schluss“, so Pfingsten.

Im Ausschuss für gesellschaftliche Angelegenheiten der Stadt Neustadt wurde der Zuschuss heiß diskutiert. Das Ergebnis dürfte für den Verein und für hilfesuchende Frauen beängstigend sein. Es wurde kein Beschluss gefasst. Nun soll der Finanzausschuss am 20. November entscheiden. Wobei — das letzte Wort haben die Stadtverordneten. Sie kommen am 12. Dezember zusammen. „Bleibt es dabei, bedeutet dies das Aus für diese einzige Anlaufstelle für in Not geratene Frauen im Norden Ostholsteins“, so Bürgermeisterin Tordis Batscheider (SPD).

Bislang wird der „Notruf Ostholstein“ wie folgt finanziert: Neben der Unterstützung durch Neustadt und Eutin gibt es Geld vom Ministerium für Bildung und Frauen sowie Eigenmittel und Mittel des Kreises Ostholstein. Dass die Anti-Gewaltberatung sowie die Präventionsangebote und die Mädchenberatung nicht nur von Neustädterinnen genutzt werden, ist unumstritten. „Mädchen ab 14 Jahren und Frauen aus dem ganzen Nordkreis kommen zu uns“, sagt Gabriele Pfingsten. Darum fordern Politiker nun, die Finanzierung zu verändern. Hinzu kommt, dass der städtische Schuldenberg von über zehn Millionen Euro keinen Alleingang mehr zulasse. „Wir sind der Auffassung, dass sich auch andere Orte an den Kosten beteiligen sollten“, sagt Friedrich-Karl Kasten, Fraktionssprecher der Neustädter CDU.

Abhängig von der Einwohneranzahl sollen in Zukunft die 25 Gemeinden des Nordkreises den „Notruf Ostholstein“ mitfinanzieren. Gabriele Pfingsten hat sie alle angeschrieben. „Bislang hat sich nur Bernd Bruhn, Bürgermeister der Gemeinde Neukirchen, gemeldet. Er betonte seine Solidarität und würde 196,86 Euro beisteuern“, berichtet Pfingsten.

Große Städte wie Fehmarn, Heiligenhafen und Oldenburg wollen nicht helfen. „Die dortigen Bürgermeister bescheinigten der Beratungsstelle zwar gute und unverzichtbare Arbeit, lehnten aber eine finanzielle Beteiligung ab und verwiesen stattdessen auf die Verantwortlichkeit des Kreises“, sagt Tordis Batscheider. Sie hatte ihre drei Kollegen angeschrieben und um Hilfe gebeten. Auch Landrat Reinhard Sager (CDU) habe sie um Unterstützung gebeten, aber noch keine Antwort erhalten.

Beratung auch in anderen Städten

2007 zusammengelegt zum „Notruf Ostholstein“ wurden der Neustädter Verein „Frauenräume“ und der Eutiner „Frauennotruf Ostholstein“.
Ambulante Beratung: Das Neustädter „Notruf-Team“ bietet ambulante Beratungen auf Fehmarn sowie in Heiligenhafen und Oldenburg an.

Sebastian Rosenkötter

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Die Adventszeit ist nicht mehr weit, und da darf man auch schon mal an den Kauf eines Kalenders denken.

30.10.2013

und Stiftung Naturschutz kommen sich näher.

30.10.2013

Agentur spricht aber von „generell guter Grundverfassung“.

30.10.2013
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