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Ostholstein Ob Englisch, Spanisch, Dänisch: Ostholsteiner büffeln Sprachen
Lokales Ostholstein Ob Englisch, Spanisch, Dänisch: Ostholsteiner büffeln Sprachen
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22:16 25.09.2013
„Ich fahre nach Kopenhagen“: Mit Mitschülerin Jana Gutzeit bringt Anna-Lena Tabbert (v. l.) die dänische Übersetzung an die Tafel.

Langsam schreibt Anna-Lena Buchstaben um Buchstaben an die Tafel, Klassenkameradin Jana (beide 13) steht prüfend daneben. „Ich fahre nach Kopenhagen“, lautet die Anweisung von Lehrerin Gesa Schwinghammer (30). „Jeg skal til København“ steht am Ende die dänische Übersetzung weiß auf grün da.

Fahren die Schüler der Heinrich-Harms-Schule Hutzfeld tatsächlich nach Dänemark, können sie sich dort in der Landessprache verständigen — da sind sich die Achtklässler einig. Seit einem Jahr steht das Wahlpflichtfach Dänisch auf ihrem Stundenplan. Zudem werden an der Schule Englisch und Französisch unterrichtet. Drei von über 200 europäischen Sprachen. Diese sprachliche Vielfalt zu bewahren, ein Bewusstsein fürs Erlernen von Fremdsprachen zu schaffen und die Förderung lebenslangen Sprachenlernens sind Ziel des Europäischen Tags der Sprachen. Seit 2001 wird er jährlich am 26. September gefeiert.

„Nur mit Deutsch kommt man nicht weit“, meint Gesa Schwinghammer, die selbst sechs Sprachen spricht. Momentan unterrichtet sie 23 Siebt- und Achtklässler. „Man sollte auch die kleinen Sprachen lernen. Es ist doch schön, wenn man seinen Nachbarn versteht“, findet sie. Schulleiter Albrecht Dudy sieht im Erlernen der dänischen Sprache zudem einen Vorteil für die berufliche Zukunft der Schüler: „Auf dem Arbeitsmarkt ist das sicher interessant.“ Ohnehin sei das Erlernen von Sprachen „ganz wichtig“.

In den meisten Regional- und Gemeinschaftsschulen in Ostholstein stehen dabei Englisch als erste und Französisch als zweite Fremdsprache auf dem Plan. Neben der Schule in Hutzfeld wird in der Warderschule Heiligenhafen und in der Inselschule Fehmarn Dänisch unterrichtet. In der Jacob-Lienau-Schule Neustadt können die Schüler Spanisch wählen. Letzteres wird auch an den meisten Gymnasien in Ostholstein angeboten, ebenso Englisch, Französisch und Latein.

Aber nicht nur in den Schulen werden fremde Sprachen gepaukt. Laut Werner Koopmann, Bereichsleiter International der IHK zu Lübeck, die auch für Ostholstein zuständig ist, gewinnt die englische Sprache in der hiesigen Wirtschaft an Bedeutung: „Wir bemerken, dass die Zahl der Geschäftsführer, die aus dem angelsächsischen Raum kommen, größer wird und die Sprache in den Betrieben mehr gelebt wird.“ So böten viele Unternehmen Sprachkurse an. Vor allem im international tätigen Maschinen- und Anlagenbau und im Dienstleistungsbereich werde auf Fremdsprachenkenntnisse gesetzt. Auch das Bewusstsein für Dänisch wachse — „aber im Verhältnis zum Englischen hat es nach wie vor eine untergeordnete Rolle“. Jedoch werde das deutsch-dänische Verständnis durch die feste Fehmarnbeltquerung größer — auch in der IHK. „Wir haben Dänischkurse angeboten“, so Koopmann.

Die sind auch an der Volkshochschule (VHS) Timmendorfer Strand beliebt. „Die Nachfrage ist groß“, sagt Geschäftsführerin Charlotte Bosenbeck. Sie freut sich nach zwei Jahren wieder einen Lehrer gefunden zu haben. Ab dem 28. Oktober soll nun ein Dänisch-Kursus angeboten werden. „Einige wollen das sicher beruflich nutzen, gerade im Zuge der Beltquerung“, glaubt auch Bosenbeck. Ähnlich sehe es beim Englischkursus aus, an dem oft Mitarbeiter aus dem Tourismusbereich teilnähmen.

Ein anderes Bild zeigt sich in Eutin. VHS-Leiterin Antje Bunse bedauert die zurückgehenden Teilnehmerzahlen im Sprachbereich: „Das ist schade, das Erlernen einer Fremdsprache ist doch das beste Gedächtnistraining.“ Die meisten Teilnehmer seien eher älter und entschieden sich aus privaten Gründen fürs Sprachenlernen.

Das kann Bosenbeck bestätigen: Spanisch und Französisch seien in Timmendorfer Strand häufig bei Älteren gefragt — „da spielt auch die Gemeinschaft eine Rolle“. Aber egal, was die Motive des Einzelnen sind: „Zum Sprachenlernen ist man nie zu alt“, sagt Bosenbeck — ganz im Sinne des Tags der Sprachen.

„Das Erlernen einer Fremdsprache ist das beste Gedächtnistraining.“
Antje Bunse, Leiterin der Volkshochschule Eutin

Britta Kessing

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