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Ostholstein Oboen-Akademie - die Bosauer Talentschmiede
Lokales Ostholstein Oboen-Akademie - die Bosauer Talentschmiede
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22:10 09.09.2016
Die Oboen-Akademie Bosau: Professor Diethelm Jonas unterrichtet Anse Kuye aus Belgien, die von Yoko Yamada am Klavier begleitet wird. Quelle: Susanne Peyronnet

Die internationale Oboen-Akademie Bosau ist noch ein bisschen internationaler geworden. Außer Musikstudenten aus aller Welt – in diesem Jahr aus sechs Ländern – engagieren sich auch Flüchtlinge für die Akademie.

Es ist eine große Gemeinschaftsaktion, die die sechste Bosauer Oboen-Akademie wieder möglich gemacht hat – zu tragbaren Kosten für die jungen Teilnehmer. Veranstalter ist der Förderverein „Freunde der Bosauer Sommerkonzerte“. Dozent der von ihm als Meisterkursus titulierten Akademie ist wieder der Lübecker Oboen-Professor Diethelm Jonas. Seine Motivation erklärt er damit, dass er selbst als Student das Gefühl hatte, dass viele Meisterkurse Geldschneiderei und sehr teuer waren. „Ich wollte probieren, ob es auch anders geht, das hat sich gut angelassen.“

Tag für Tag unterrichtet Jonas jeden der 13 Teilnehmer aus China, Belgien, Korea, Venezuela, Taiwan und Deutschland. Hinzu kommen morgens und abends ausgedehnte Yoga-Übungen, geleitet von Hannelore Basner-Wienecke. Das, sagt Jonas, sei ihm sehr wichtig, weil die Übungen den Studenten ein besseres Körpergefühl geben. Schließlich spielt noch Markus Möllenbeck aus Köln eine Rolle. Der Cellist legt mit den Studenten die Grundlagen für die Harmonielehre der barocken Spielweise. Dass im Haus des Kurgastes, dem Lehrsaal der Akademie, ein hochwertiger und perfekt gestimmter Flügel für die Begleiterin, die Pianistin Yoko Yamada, bereit steht, dafür sorgt die Firma Yamaha aus Hamburg. Sie bringt den Flügel nach Bosau und holt ihn wieder ab.

Mittlerweile hat sich die Bosauer Oboen-Akademie gerade im Ausland einen guten Ruf erarbeitet. Die Teilnehmer, sagt Jonas, „rekrutieren sich per Mundpropaganda“. Gefördert und bekanntgemacht wird das Angebot zudem von Uwe Henze, der eine bekannte Oboen-Werkstatt und einen Handel für dieses Instrument in Neuss (Nordrhein-Westfalen) betreibt. Weitere Unterstützung kommt von Strauers Hotel in Bosau, das Jonas Zimmer und Frühstück bietet, von der Vereinsvorsitzenden Begga Rolfsmeyer, die den Studenten ihre Ferienwohnungen zur Verfügung stellt – und von der syrischen Flüchtlingsfamilie Almahmud.

Die aus zehn Personen bestehende Familie kocht an einem Tag das Mittagessen für die Musiker. „Das Essen schmeckt immer sehr lecker, deshalb entstand die Idee“, sagt Annedore Moriske, Vorstandsmitglied im Förderverein der Bosauer Sommerkonzerte und ehrenamtliche Flüchtlingsbetreuerin.

Moustafa Almahmud, kurdischer Syrer und Philosophiedozent, bestreitet zudem einen Teil der Abschlussveranstaltung am Sonntag. Er liest Lyrik in arabischer, kurdischer und deutscher Sprache. Eine Idee, für die sich Jonas sofort begeisterte. „Wir wollen den Flüchtlingen eine Stimme geben.“ Dazu hat er Musik zum Thema Heimat herausgesucht.

Musiker und Dozent wirken nicht nur hinter verschlossenen Türen. Sie präsentieren ihr Können bei mehreren Auftritten. Wie jedes Jahr waren sie auch wieder im Musikunterricht der Hutzfelder Heinrich-Harms-Schule.

Weitere öffentliche Konzerte: Heute, Sonnabend, 10. September, Beginn um 17.30 Uhr, Orangerie, Konzert auf der Landesgartenschau in Eutin.

Sonntag, 11. September, 17 Uhr, Haus des Kurgastes in Bosau, Abschlusskonzert und Lesung. Der Eintritt ist frei, es wird aber um Spenden gebeten.

 Susanne Peyronnet

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