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Ostholstein Öl ausgelaufen: Großeinsatz im Fährhafen
Lokales Ostholstein Öl ausgelaufen: Großeinsatz im Fährhafen
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09:17 02.08.2016
Großeinsatz der Feuerwehr: Betroffen vom Öl-Unfall war das Fährbett 1 mitsamt der Kaimauer des Anlegers. Quelle: Fotos: Schwennsen

 Kurz nach 11 Uhr wurde Alarm geschlagen. Die Reederei Scandlines konnte das stark verunreinigte Fährbett 1 erst um 21.45 Uhr wieder freigeben.

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Rund 70 Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW und Spezialunternehmen verhinderten das Auslaufen von 100 Liter Schweröl in die Ostsee.

„Wir konnten verhindern, dass das Öl raus in die Ostsee treibt.“Volker Delfskamp

Rund 40 Kräfte der Feuerwehren Puttgarden-Todendorf und Bannesdorf rückten aus, außerdem die Führungs- und Erkundungsgruppe. Letztere baute ein Zelt auf, weil zunehmend starker Regen den Einsatz erschwerte. Das THW war mit weiteren rund zwei Dutzend Kräften im Einsatz, ebenso etliche Behördenvertreter. Das Havariekommando schickte zudem einen Hubschrauber raus, um das Ölfeld genau zu lokalisieren.

Laut Fehmarns Gemeindewehrführer Volker Delfskamp gelang es, mit Ölsperren eine weitere Ausdehnung zu verhindern und die ausgelaufene Flüssigkeit in einen Teilbereich des Fährbetts zu treiben.

Spezialfahrzeuge von Possehl konnten den Ölteppich später aus dem Fährbett abpumpen.

Delfskamp am Tag danach: „Wir hatten bei ruhiger See noch Glück im Unglück, der Dauerregen machte den Einsatzkräften aber zu schaffen.“ Gereinigt werden mussten auch die Kaimauer vom Anleger sowie ein Teil der Zubringerschiene für die Zugfähre. Der Feuerwehreinsatz war erst gegen 20.15 Uhr beendet, so Delfskamp.

Für die Reederei Scandlines verschärfte dieser Zwischenfall ein reisestarkes Wochenende, das ohnehin vom Pech verfolgt war. Denn 24 Stunden lang fiel auf der Route Rostock–Gedser nach einem Riss am vorderen Ballastwassertank die neue Fähre „Berlin“ aus (die LN berichteten). Scandlines buchte die Fahrgäste, die eine Überfahrt gebucht hatten, auf die Passage Puttgarden–Rødby um. Die Folge: Auf Grund des ohnehin hohen Verkehrs mussten Reisende am Sonnabend in Puttgraden teilweise Verzögerungen von bis zu zwei Stunden in Kauf nehmen.

Fast zeitgleich, als die „Berlin“ Sonntag ihre Zwangspause beendete, passierte das Malheur auf der „Prinsesse Benedikte“. Die dänische Fähre konnte trotzdem „ohne Probleme weiterfahren“, so Scandlines-Sprecherin Anette Ustrup-Svendsen. Alle vier Fähren blieben somit im Einsatz. Wegen des hohen Verkehrsaufkommens gab es dennoch längere Wartezeiten in Puttgarden.

Stärker betroffen war dagegen der Zugverkehr. Reisende in Richtung Dänemark mussten am Bahnhof Puttgarden aussteigen und über den Landgang zu Fuß auf die Fähre gehen. Erst gestern Morgen um 7.45 Uhr fuhr wieder der erste Zug planmäßig mit der Fähre Richtung Dänemark.

 Gerd-J. Schwennsen

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