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Ostholstein Offensive gegen Wildwuchs auf Fehmarn
Lokales Ostholstein Offensive gegen Wildwuchs auf Fehmarn
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20:20 30.03.2016
Kinderspaß auf dem Pony-Hof Ogriseck in Bannesdorf: In Fehmarns Dörfern boomt der Tourismus auf den Ferien- und Reiterhöfen. Quelle: privat

Urlaub auf dem Bauernhof — in den 42 Inseldörfern ist das fast überall ein Hit. Nicht nur in der Hauptsaison. Doch wo liegen die Wachstumsgrenzen?

Die Kieler Landesplanung fordert von der Stadt Fehmarn eine klare Marschroute, damit Wildwuchs bei Ferienhöfen verhindert wird. Andernfalls liegen die Genehmigungschancen für viele Bauanträge bei Null. Seit zwei Jahren arbeitet die Kommune daher an einem inselweiten „Beherbergungskonzept“. Jetzt wird es erstmals in die Praxis umgesetzt.

Bislang kannte man das Instrumentarium nur in Zusammenhang mit der Tourismus-Offensive „Lübeck 2020 plus“ für neue Hotels und Campingplätze. Auf Fehmarn wird das Konzept auch für touristische Erweiterungen auf dem Land angewendet. Kein Wunder: Beim Startschuss gab es bereits 135 Betriebe in den Inseldörfern mit mindestens 20 gemeldeten Betten. Tendenz steigend. Doch eine Verdoppelung der Anfang 2014 — vorsichtig gerechnet — 4250 Betten will niemand. „Wann kippt in einem Dorf mit über 300 Betten, aber nur noch 30 Ureinwohnern die dörfliche Struktur?“ heißt es — auch bei den Genehmigungsbehörden.

Mit großem Aufwand in Verwaltung und Politik wurde das „Beherbergungskonzept Fehmarn“ erstellt. Ob Urlaub auf dem Bauernhof, Reiterferien mit qualifiziertem Unterricht oder gar ausgewählte Gesundheits- und Wellness-Programme in der Scheune — alles kommt auf den Tisch. Der wichtigste Gradmesser: Es gibt ein ausgeklügeltes Punktesystem. Es reicht von der Einbindung in die Landschaft bis zum eigenen Hofladen oder von der Kleinkindausstattung bis zur Barrierefreiheit.

Denn gleichzeitig setzen die Inselpolitiker auf eine Qualitätsoffensive zur Saisonverlängerung. Konkret: Wer ausbauen will, muss sich nicht nur an die per Baurecht festgelegten Obergrenzen halten.

Er muss auch Qualitätsstandards erfüllen. Ein Selbstgänger war es nicht, das Punktesystem zu entwickeln.

Jetzt kommt das unter Federführung von Mandy Cronauge (Fachbereich Bauen und Häfen) ausgearbeitete Konzept erstmals auf den Prüfstand. Denn allein zehn Bauvorhaben sorgten in der ersten Sitzungsrunde 2016 für viel Zündstoff. In der von Andreas Herkommer (SPD) einberufenen Extrasitzung des Bau- und Umweltausschusses gab es knappe Entscheidungen — und auch Ablehnungen.

Schließlich ist die Ausgangssituation, so Planer Andreas Nagel, eher noch komplizierter geworden: „Ein Erholungsbiet wie Fehmarn genießt einen sehr hohen Schutzgrad.“ Am liebsten würde das Innenministerium in Kiel die Novellierung der Baunutzungsverordnung (BauNVO), die der Bund 2016 anstrebt, abwarten. Cronauge: „Doch das ist nicht im Sinne der Stadt und der Vorhabenträger.“ Viele warten, dass es endlich los geht — etwa nach einem Generationswechsel in Familienbetrieben.

Es gibt noch andere Knackpunkte. Der Kreis Ostholstein mahnt in Westermarkelsdorf einen größeren Abstand zum Windpark an. Und die Untere Naturschutzbehörde (UNB) hat errechnet, dass elf Hektar landwirtschaftliche Nutzflächen in Sonderbauflächen umgewandelt werden sollen. Weil das nicht dem sparsamen „Umgang mit Grund und Boden entspricht“, wurden Bauflächen reduziert. Bis zur Rechtssicherheit der B-Pläne bleibt es ein mühsamer Weg.

Von Gerd-J. Schwennsen

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