Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Offiziell geprüft: Der neue Pilzberater aus Brackrade
Lokales Ostholstein Offiziell geprüft: Der neue Pilzberater aus Brackrade
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:30 01.11.2017
Vielfalt im Pilzbett: Rechts steht ein Parasolpilz (r.) und links ein Mönchskopf-Trichterling.

Sein Interesse an Pilzen wurde in jungen Jahren vom Opa geweckt, den er bei Streifzügen durch die Natur begleitete, auf der Suche nach Köstlichkeiten für den Speiseplan. „Als mein Rentenalter näherrückte, habe ich mich an mein altes Hobby erinnert“, sagt Norbert Genz, der bis vor zwei Jahren als OP-Pfleger gearbeitet hat.

Wenn er über Pilze spricht, gerät Norbert Genz (65) aus Brackrade ins Schwärmen: „Sie haben nicht nur tolle Namen. Sie schmecken hervorragend, man kann sie trocknen und zum Teil auch einfrieren.“ Seit Neuestem färbt er damit auch Seidentücher, T-Shirts und Wolle ein.

In verschiedenen Kursen frischte er seine Kenntnisse auf und vertiefte sie, unter anderem bei der deutschlandweit bekannten mobilen Pilzschule, in Berlin und in Hildesheim. Vor Kurzem hat der Brackrader bei der mobilen Pilzschule in Niedersachsen seine Pilz- Berater-Prüfung bestanden genauso wie bei der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (Wissenschaft der Pilze) die Ausbildung zum Pilz-Coach. Die jeweiligen Abzeichen trägt er stolz auf seiner Jacke.

Dass Pilze nur im Wald wachsen ist ein Irrglaube der Unkundigen – Genz stöbert sie auch an Wegesrändern, in Parks, an Knicks auf. „Saison ist das ganze Jahr über. Wer sich auskennt und weiß, wo er suchen muss, entdeckt immer welche“, sagt er schmunzelnd. Zurzeit bringt er Milchlinge, speziell Reizker, den violetten Lacktrichterling (aus der Familie der Heidetrüffelverwandten) und Champignons mit nach Hause.

„2017 war ein gutes Pilzjahr, weil es im Frühjahr viel geregnet hat“, sagt der 65-Jährige. Da gab es Mengen von Parasol, Stein- und Butterpilzen, Maronen, Tortentrompeten, Pfifferlingen und Täublingen. Eine Entschädigung für das Jahr zuvor: „Eine mickrige Saison durch ein warmes und vor allem trockenes Frühjahr“, konstatiert er.

So leidenschaftlich, wie Norbert Genz Pilze sammelt und studiert, so gern isst er sie auch. Und selbstverständlich steht er auch in der Küche und bereitet sie zu: „Ich mag sehr gerne Omeletts, Pilzpfannen und Pilzbutter.“ Mithilfe eines Dörrapparats trocknet er beispielsweise den Saitenstieligen Knoblauchschwindling, der sich später gut zum Würzen von Speisen eignet. Steinpilze ließen sich dagegen gut einfrieren oder sauer einlegen, berichtet er.

Geht der Rentner zum Pilzsammeln, hat er ein Span- oder Weidenkörbchen dabei – „keine Plastiktüte!“ – und ein scharfes Messer mit breiter Klinge. „Denn man soll den Pilz nicht abschneiden, sondern aus dem Boden herausheben“, sagt er und liefert auch gleich die Erklärung: „Um den Pilz zu bestimmen, muss man die Knolle betrachten können.“ Beispielsweise beim Auseinanderhalten des giftigen Grünen Knollenblätterpilzes und des wohlschmeckenden Champignons gibt die Knolle einen wichtigen Hinweis (neben Lamellen und der Gesamthülle), was der Sammler da vor sich hat.

Der frischgebackene Pilz-Berater und Pilz-Coach, der sich selbst spaßig als „Pilz-Onkel“ bezeichnet, will die Ostholsteiner im kommenden Jahr an seinen Kenntnissen teilhaben lassen. „Ich möchte Pilz-Wanderungen und Kurse über Pilze anbieten“, kündigt er an. Zu seinen Sammelstellen wird Genz die Teilnehmer allerdings nicht führen. „Nein, nein“, wehrt er ab, „suchen muss jeder für sich. “

Kontakt zu Norbert Genz gibt es im Internet unter www.pilzonkelsh.de

Von Ulrike Benthien

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nur zehn Tage dauerte es, dann waren die 300 Eintrittskarten für die neue Auflage vom „Schloss im Kerzenschein“ verkauft. Wer ein Ticket ergattert hatte, erlebte Musik und Ambiente im einmaligen Zusammenwirken. Die Kulisse spornte die Musiker zusätzlich noch einmal an.

01.11.2017

Wie lebendig der evangelische Glaube in Ostholstein ist, zeigte sich zum Reformationstag bei zahlreichen Veranstaltungen zwischen Fehmarn und Bad Schwartau. Bis in den späten Abend waren die Gotteshäuser bestens besucht.

01.11.2017

Auch in diesem Jahr bietet die Gemeinde Ratekau wieder die kostenlose Abnahme vom Laub der Straßenbäume an. Da nach der Straßenreinigungssatzung die Anwohner verpflichtet sind, diese zu reinigen, kommt allerhand Laub zusammen. Die Sammelaktion soll die Entsorgung erleichtern.

01.11.2017
Anzeige