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Ostholstein Oft zu laut: Marktplatz als Jugendtreff
Lokales Ostholstein Oft zu laut: Marktplatz als Jugendtreff
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22:34 22.11.2016
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Eutin

. Auf dem Markt spielt die Musik. Und das nicht nur im übertragenen Sinn: Häufig schallt es unter anderem rund um das Ehrenmal und im Durchgang zwischen Rathaus und Tourist-Info aus Miniboxen und Smartphones: „Das wird häufig so laut, dass es uns schlicht beim Arbeiten stört“, berichtet Per Köster, Geschäftsführer der Eutin GmbH und damit Anlieger. Vor allem in den späten Nachmittags- und frühen Abendstunden werde das Areal seit dem Sommer zunehmend zum Treffpunkt: „Manche Menschen trauen sich kaum mehr auf die öffentliche Toilette im Gang“, schildert Per Köster die Beobachtungen seiner Mitarbeiterinnen.

Ängste, die zumindest die sieben Jugendlichen, die sich bereitwillig den Fragen der Lübecker Nachrichten stellen, nur sehr bedingt nachvollziehen können: „Vor uns muss sich keiner fürchten“, betonen sie. „Im Gegenteil wir haben schon Leuten geholfen, und wenn wir die Musik leiser machen sollen, tun wir das auch“, sagt ein 15-Jähriger mit offenem Blick.

Warum sie sich auf dem Marktplatz treffen, ist schnell beantwortet: „Wir sind einfach zu viele, manchmal fast 20 Leute, so viel Platz hat keiner zu Hause“, erklären sie. Weil der Schlosspark schon lange nicht mehr zugänglich sei, wichen sie auf die Innenstadt aus, kämen auf den Bänken am Ehrenmal zusammen oder stünden windgeschützt in besagtem Gang.

Als das Gespräch auf das „Haus der Jugend“ in der Lübecker Straße als mögliche Alternative kommt, winken die jungen Leute sofort ab: „Da kann man nur bestimmte Spiele spielen, darf nicht die eigene Musik hören und muss das Handy ausmachen“, sagen sie. Auch wenn die Regeln für den Jugendtreff sicherlich differenzierter formuliert werden müssen, steht unter dem Strich, dass ein Teil der Jugendgruppe den Markt vorzieht. Wenn sie sich etwas wünschen dürften, erzählen sie noch, wäre das ein Ort, an dem sie machen könnten, wonach ihnen der Sinn steht, ohne Ärger mit Nachbarn oder Passanten und mit eigenem Kodex.

Per Köster scheut auch nicht vor einem Perspektivwechsel zurück: „Vielleicht“, so überlegt er „stört sich mancher auch an unseren Platzkonzerten während der Saison. Man könnte überlegen, in welchem Rahmen die Jugendliche ihre Musik mal einbringen könnten. Wir wären da durchaus offen.“ aj

LN

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