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Ostholstein Oldenburg ehrt Sportler und verdiente Ehrenamtler
Lokales Ostholstein Oldenburg ehrt Sportler und verdiente Ehrenamtler
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20:25 18.01.2016
Die Sternsinger sammelten beim Neujahrsempfang Spenden für Kinder in Bolivien. Quelle: Fotos: Binder

„Machen Sie nicht den Fehler, Asylbewerber als Gefahr zu betrachten“, hatte Susanne Knees (CDU) nach den Anschlägen von Paris vor einem Jahr an die Oldenburger appelliert. Sie seien vor Terror geflohen und nicht für ihn verantwortlich. Zwölf Monate später zieht die Bürgervorsteherin an gleicher Stelle, beim Neujahrsempfang der Stadt im „Schützenhof“, genau die Bilanz, auf die sie gehofft hatte. Mit ihrem Engagement für die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft in Putlos hätten die Helfer „ein Beispiel für Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft“ gegeben.

Als „zentrales Thema des Jahres 2015“, wie es Knees formulierte, stand die Flüchtlingssituation auch am Sonntag bei dem Empfang mit zahlreichen Gästen im Vordergrund. Insbesondere die Unterbringung werde die Stadt auch 2016 wieder vor Herausforderungen stellen, prognostizierte Bürgermeister Martin Voigt (parteilos), der bei dieser Gelegenheit auch erneut auf die Pläne für den Bau einer zusätzlichen Unterkunft einging. Der Bauausschuss will sich in der kommenden Woche noch einmal mit dem Vorhaben befassen (28. Januar, 19 Uhr, Kulturzentrum).

Beim Wohnraum „haben wir mittlerweile einen Engpass“, sagte der Verwaltungschef, weshalb die Frage der Unterbringung zurzeit „das drängendste Problem“ sei. Direkt danach müsse aber auch die Integration der zugereisten Mitbürger ansetzen, betonte Voigt, was nur durch das „beispielhafte bürgerschaftliche Engagement“ gelingen könne, das bisher gezeigt worden sei. Wie Susanne Knees dankte der Bürgermeister besonders den vielen freiwilligen Helfern, die sich in ihrer Freizeit für die unterschiedlichsten Projekte engagieren.

Eine besondere Auszeichnung für ihren Einsatz in der Flüchtlingshilfe ging an die Ehrenamtler vom Deutschen Roten Kreuz. Auch der bisherige Wallbäcker Joachim Seidel wurde „für soziale Verdienste“

geehrt, genau wie Reinhold Dannewitz, der sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich in der Spielervereinigung Putlos engagiert. Für sportliche Leistungen wurden zudem die erste Herrenfußballmannschaft des Oldenburger Sportvereins und Celine und Denise Reimann vom Judo Team geehrt. Sportschützen und Kegler konnten ihre Auszeichnungen aus terminlichen Gründen nicht persönlich entgegennehmen — was besonders Bürgervorsteherin Knees bedauerte, die insofern vergeblich auf eine Definition des Begriffs „Unterhebelrepetierer“ (eine Schusswaffe) wartete, über den sie in ihrer Ansprache zur allgemeinen Erheiterung gleich mehrfach stolperte.

Im Zuge der Ehrung appellierte Knees auch an diejenigen, die bislang nicht ehrenamtlich tätig geworden sind, „einmal zu überlegen, ob nicht auch Sie etwas Zeit erübrigen können“. Freiwillige Helfer würden überall gebraucht — „ohne sie geht es nicht“, betonte sie und versprach: „Sie geben der Gemeinschaft viel — Sie werden aber auch feststellen, dass Sie ganz viel zurückbekommen.“

Bürgermeister Voigt schloss sich dem Dank an die vielen Menschen an, deren „Einsatz für die Gesellschaft große Anerkennung verdient“. Gleichzeitig erneuerte er mit Blick auf die Kölner Silvesternacht die Bitte aus dem vergangenen Jahr, sich nicht zu Verallgemeinerungen hinreißen zu lassen. „Wie jeder Deutsche ist auch jeder Flüchtling ein Individuum — überall gibt es solche und solche“, betonte er und appellierte an die Anwesenden: „Betrachten Sie Ihr Gegenüber als Menschen und urteilen Sie nicht aufgrund eines pauschalen Vorurteils.“

„Dank allen, die sich zum Wohle anderer einsetzen.“
Susanne Knees, Bürgervorsteherin
„Betrachten Sie jeden Menschen als Individuum.“
Martin Voigt, Bürgermeister

Jennifer Binder

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