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Ostholstein Teure Schulsanierung: Der Stadt fehlt das Geld
Lokales Ostholstein Teure Schulsanierung: Der Stadt fehlt das Geld
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13:00 13.09.2018
Die Oldenburger Grundschule am Wasserquell soll neben der Sanierung der bestehenden Räume auch einen Anbau bekommen. Quelle: BINDER
Oldenburg

Wie soll Oldenburg das Geld für die Sanierung der städtischen Schulgebäude auftreiben? Verwaltung und Politik sind verzweifelt auf der Suche nach Fördermöglichkeiten. „Wir wissen, dass etwas passieren muss, und das möglichst schnell“, sagt Bürgermeister Martin Voigt (parteilos), „doch uns fehlen schlicht die Mittel.“

Aktuelle Messungen: Atemluft nicht durch Asbest belastet

Ein Gutachten hatte die Kosten für notwendige Sanierungsmaßnahmen an den drei städtischen Schulen auf rund 35 Millionen Euro beziffert. Mit Blick auf die jüngsten Schadstofffunde – in fast allen Gebäuden wurde Asbest verbaut (die LN berichteten) – geht Verwaltungschef Voigt davon aus, dass die Summe eher noch höher wird.

Der Unterricht kann zwar bis auf Weiteres wie gewohnt stattfinden: Fachleuten zufolge besteht durch die giftigen Baustoffe keine Gefahr für Schüler und Lehrer. Der Asbest sei fest verbaut, sodass keine Partikel in die Atemluft gelangen könnten. Zusätzlich habe die Stadtverwaltung in den Sommerferien Luftmessungen in den Klassenräumen sowie der Blain-Halle und dem DRK-Gebäude durchgeführt, berichtet Voigt. „Wir wollten ganz sichergehen“, so der Bürgermeister, „denn die Entdeckung der Schadstoffe hat verständlicherweise Ängste ausgelöst.“ Die Ergebnisse der Kontrollen hätten bestätigt: „Alle untersuchten Räumlichkeiten können ohne Einschränkungen weiter genutzt werden, ohne dass eine Handlungsnotwendigkeit besteht.“

Wie geht es weiter? Politik will Thema erneut beraten

Dennoch sei ihm – genau wie den übrigen Mitarbeitern der Stadtverwaltung und den Kommunalpolitikern – bewusst, dass Investitionen in die Schulgebäude nicht auf die lange Bank geschoben werden könnten, so Voigt. Die politischen Stadtvertreter seien laufend in den aktuellen Prozess eingebunden; noch dieses Jahr soll das Thema auch in den zuständigen Gremien erneut auf den Tisch kommen.

Die politische Mehrheit hatte sich mit Blick auf die Kosten gegen Neubauten und stattdessen für die Sanierung der bestehenden Gebäude ausgesprochen. Dem Beschluss vorangegangen war eine hitzige Debatte um die Zukunft der Schulen. Zuletzt wurden vorerst 16 Millionen Euro an Haushaltsmitteln für die Sanierung genehmigt.

Stadt prüft Fördermöglichkeiten

Eine Summe, die bei Weitem nicht ausreichen wird, wenn man dem betreffenden Gutachten glauben darf. Deshalb prüfe die Stadt zurzeit Fördermöglichkeiten für verschiedene Maßnahmen, berichtet Voigt. „Wir müssen uns nach kleineren Fördertöpfen umschauen, zum Beispiel einzelne Arbeiten aus dem Projekt herauslösen und dafür gesonderte Anträge stellen“, erläutert der Bürgermeister. Nur so habe die Stadt Hoffnung auf Zuschüsse. Die großen Programme von kämen leider nicht infrage: Im Rahmen der Schulbauförderung des Landes flössen insgesamt gerade einmal zwei Millionen Euro nach Ostholstein, so Voigt, „und wir sind hier natürlich nicht die einzigen Betroffenen“. Auf eine Förderung des Bundes habe Oldenburg gar keine Chance: „Ironischerweise ist dafür unsere Finanzkraft zu stark“, so der Verwaltungschef, „was sich natürlich in dem Moment ändern würde, in dem wir die Schulen sanieren – aber im Nachhinein können wir die Mittel dann nicht mehr beantragen.“

Voigt: „Ohne Zuschüsse geht es nicht“

Die Stadt versuche nun Gelder für einzelne Sanierungsmaßnahmen wie beispielsweise die Arbeiten an den Sporthallen zu bekommen, um die Gesamtsumme beziehungsweise den Oldenburger Anteil dadurch „wenigstens ein bisschen zu verringern“. Die nötigen Mittel aufzutreiben, sei „die größte Herausforderung, die mir in meiner gesamten Zeit als Bürgermeister begegnet ist“, sagt Voigt. Ohne Zuschüsse könne die Stadt das Mammutprojekt nicht stemmen. „Wir versuchen, irgendeine Lösung zu finden, die das Projekt für Oldenburg tragbar macht“, so der Bürgermeister.

Jennifer Binder

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