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Ostholstein Oldenburg legt den Fokus auf Integration
Lokales Ostholstein Oldenburg legt den Fokus auf Integration
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20:24 26.04.2016
Das Röhrenglockenspiel haben die Flüchtlingskinder schnell in Beschlag genommen.

Mit einer neuen Flüchtlingsunterkunft, einem erweiterten Migrationsteam und einem neuen Musikraum hat die Stadt Oldenburg ihr Angebot für Flüchtlinge ausgeweitet. Jetzt, wo nicht mehr so viele Flüchtlinge kämen, stehe die Integration der Menschen im Vordergrund, betonte Bürgermeister Martin Voigt (parteilos) bei der Einweihung des neuen Musikraumes.

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Seit März neue Flüchtlingsunterkunft in der Hoheluftstraße — Neuer Musikraum eingeweiht — Stadt stockt ihr Integrationsteam um drei Mitarbeiter auf.

Bis zu 24 Personen können in dem ehemaligen Hotel in der Hoheluftstraße untergebracht werden. Ein lichtdurchfluteter Raum im Erdgeschoss dient als Musik- und Gemeinschaftsraum. In dem mit Bongos, einer Gitarre und einem Röhrenglockenspiel ausgestatteten Raum wird Michael Gundlach künftig mit Flüchtlingen musizieren.

„Das Angebot ist sowohl für Kinder als auch für Erwachsene gedacht“, so Gundlach, der nun das Migrationsteam der Stadt Oldenburg (siehe Infokasten) verstärkt. Musik sorge für Spaß und Lebensfreude, wecke Neugierde und stärke Ressourcen und damit auch den Menschen als Ganzes. Neuer Lebensmut mache es dann auch möglich, tiefer liegende Probleme anzugehen, die dann mithilfe von Therapeuten aufgearbeitet werden können. Finanziert wird das musikalische Angebot über Mittel aus dem Bundesfreiwilligendienst. Farouk Ramadan und Diana Thirunavukkarasu, die ebenfalls das Migrationsteam unterstützen, werden dagegen aus Mitteln der Integrationspauschale finanziert, berichtete Voigt.

Bürgermeister Voigt stellte heraus, dass die Integration nicht alleine mit hauptamtlichen Kräften zu schaffen sei. Es komme nicht nur auf Räume an, sondern auf Menschen, die darin lebten. Voigt verwies auf die Unterstützung der evangelischen wie auch der freikirchlichen Gemeinde in Oldenburg. Die Nähgruppe der evangelischen Kirchengemeinde hatte dann auch die Einweihung zum Anlass genommen, eingeladene Flüchtlingsfamilien mit einem besonderen Geschenk willkommen zu heißen. Vier Frauen der Gruppe hatten einen ganzen Stapel quietschbunter Kuscheldecken mit Kindermotiven genäht. „Jedes Kind, das zu uns kommt, soll seinen eigenen Lebensraum erhalten und bekommt dafür etwas Warmes und Kuscheliges“, erläuterte die Migrationskoordinatorin der Kirchengemeinde Ursula Palm-Simonsen. Die Anregung dazu hatte sie einer Zeitschrift aus der Schweiz entnommen.

Für die Decken benötigt die Nähgruppe noch gute gebrauchte und auch farbenfrohe Bettwäsche sowie Stoffe aus Baumwolle. Auch ein Bügelbrett, ein Bügeleisen oder Spenden sind willkommen.

Ansprechpartner für die Gruppe, die sich jeweils montags ab 14.30 Uhr im Gemeindehaus trifft und sich über Neuzugänge freut, ist Ulla Plagmann (Tel. 04361/2975, E-Mail-Adresse minidecki-oldenburg@web.de).

Migrationsteam ist breit aufgestellt

Das Migrationsteam der Stadt Oldenburg hat Verstärkung bekommen. Neben dem Migrationsbeauftragten Jochen Picht und dem für Liegenschaften und Ausstattung der Flüchtlinge zuständigen Jan-Peter Krucher verstärken Diana Thirunavukkarasu, Michael Gundlach und Farouk Ramadan die Bemühungen der Stadt, die hier lebenden Flüchtlinge zu integrieren. Die Tamilin Diana Thirunavukkarasu, die seit mehreren Jahren in Oldenburg lebt, ist dabei in erster Linie für weibliche Flüchtlinge und deren Kinder zuständig. Farouk Ramadan aus dem Libanon hilft bei der Übersetzung, Michael Gundlach bringt sich als Musiktherapeut in die Integrationsarbeit ein.

Von Thomas Klatt

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