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Ostholstein Oldenburg plant inklusives Theaterfest
Lokales Ostholstein Oldenburg plant inklusives Theaterfest
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22:53 17.05.2018
Amüsieren sich über die Darbietung ihrer Kollegen: Mirko Kolz (l.) und Thomas Mielke. Quelle: Foto: Binder
Oldenburg

Mal Tanzcafé, mal Wartezimmer – der Probenraum ist wandelbar. „Wir machen viele verschiedene Rollenspiele“, berichten Oona Sundermann und ihre Kollegen. Mit von der Partie sind bisher insgesamt etwa zehn Menschen mit und ohne Handicap, die Spaß am Schauspielern haben.

 

Lustiges Impro-Theater: Bei der Probe entwickeln die Hobby-Schauspieler spontan humorvolle Szenen.

Mitspieler gesucht

Die inklusive Theatergruppe in Oldenburg sucht noch Darsteller. Die Organisatoren haben bisher gezielt Einrichtungen für Menschen mit Behinderung angesprochen, möchten aber gern auch darüber hinaus Mitspieler erreichen. Mitmachen können Menschen aller Altersgruppen. Geprobt wird montagabends.

Weitere Infos gibt es bei Regine und Thomas Wroblewski unter Telefon 043 61/182 43 14.

Initiiert hat das neue Theaterprojekt Tierarzt und Hobby-Schauspieler Thomas Wroblewski. In Berlin habe er das professionelle Inklusions-Theater „RambaZamba“ besucht – „und es hat mich schlicht umgehauen“, erinnert sich der Oldenburger. Ein ähnliches Projekt habe er seither auch für seine Heimatstadt auf die Beine stellen wollen. Und „mittlerweile ist schon viel mehr angelaufen als ich mir vorstellen konnte“, freut er sich.

Zahlreiche Unterstützer bereits gefunden

 Will heißen: Das Vorhaben hat zahlreiche Unterstützer gefunden, neben der neugegründeten Oldenburger Theatergruppe bestehen schon Kontakte zu weiteren inklusiven Darstellertruppen, und bekannte Persönlichkeiten wie Rennfahrer Dirk von Zitzewitz oder Schauspieler Clemens Löhr haben sich bereit erklärt, beim Festival in der Jury zu sitzen. Im Herbst 2019 sollen vier oder fünf Ensembles in Oldenburg ihre Stücke präsentieren. Kontakt besteht laut Wroblewski schon zu Theatergruppen aus Kiel und Wahlstedt (Segeberg). Am Ende küren die Juroren einen Gewinner – im Vordergrund stehen solle jedoch der Spaß, betont der Initiator. Wroblewskis Frau Regine, die auch für die plattdeutsche Theatergruppe „Dwarslöper“ Regie führt, hat zusammen mit Schauspieler Martin Benz die Leitung der neuen Oldenburger Truppe übernommen. An diesem Abend wird der Probenraum – ebenfalls eine „Leihgabe“ der „Dwarslöper“ – nacheinander zur Wohnung jeweils eines Darstellers. Als unangekündigter Besuch vor der Tür steht, werden die Bewohner – oft unfreiwillig – zum Gastgeber. „Das Thema sind Grenzen“, erklärt Regine Wroblewski. Wer steckt sie? Warum? Und wer versucht, sie zu überschreiten? Den Anfang machen Thomas Mielke und Mirko Kolz: Fast ohne Worte „diskutieren“ die beiden Männer. Während sich Hausherr Kolz hier durchsetzt und den Besuch auf den nächsten Tag vertröstet, werden andere Bewohner geradezu von ihren aufdringlichen Gästen überrollt. Es entwickeln sich chaotische und vor allem lustige Szenen, in denen immer mehr Darsteller spontan in eine Rolle schlüpfen und ebenfalls ins Geschehen eingreifen. Bis zuletzt fast die ganze Truppe auf der Bühne versammelt ist. Diese Art von Impovisations- Theater eigne sich gut, um herauszufinden, was mit einem Ensemble alles möglich sei, erläutert Martin Benz, der schon früher mit Menschen mit Beeinträchtigung gearbeitet hat. „Wir wollen erstmal herausfinden, was jeder Darsteller kann, wo seine Stärken liegen und wozu er Lust hat.“ Auf diese Weise solle am Ende ein Stück gefunden werden, das allen Schauspielern gerecht wird, pflichtet Regine Wroblewski bei.

Erste Aufführung noch in diesem Jahr geplant

Im Gegensatz zu ihrem Partner probt die Oldenburgerin zum ersten Mal mit gehandicapten Schauspielern. „Ich hatte anfangs ein bisschen Sorge, ob ich das kann.“ Sie habe jedoch erkannt, „wie viel Spaß das Ganze macht“, sagt sie nun. Sie hoffe auch sehr, dass das neue Ensemble schon vor dem Festival ein erstes Stück aufführen könne – „am liebsten noch dieses Jahr“.

 Jennifer Binder

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