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Ostholstein Appell beim Neujahrsempfang: „Gehen Sie zur Wahl“
Lokales Ostholstein Appell beim Neujahrsempfang: „Gehen Sie zur Wahl“
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16:30 14.01.2019
Die Sternsinger sammelten beim Neujahrsempfang für hilfsbedürftige Kinder mit Behinderung in Peru. Quelle: Jennifer Binder
Oldenburg

„Gehen Sie zur Wahl“: Martin Voigt (parteilos) nutzte seinen letzten Neujahrsempfang als Oldenburger Bürgermeister für einen eindringlichen Appell an die Einwohner. Am 26. Mai soll sein Nachfolger gewählt werden (die LN berichteten) – parallel zur Europawahl. „Zwei wichtige Entscheidungen“, betonte Voigt.

Mit Blick auf die EU-Kritik einzelner politischer Bewegungen warb er dafür, die eigene Stimme einer Partei zu geben, „die Europa stärkt und nicht schwächt“. In Zeiten, in denen ein US-Präsident mit einem „eigentlich befreundeten Staat“ unberechenbar agiere und China eine enorme Wirtschaftskraft darstelle, sei es umso wichtiger, dass sich Europa als eine Einheit präsentiere, sagte der Bürgermeister. „Wir müssen gemeinsam auftreten, um unserer Stimme Gewicht zu geben.“

Kreispräsident mahnt: Mehr Menschlichkeit

Ähnlich äußerten sich Bürgervorsteherin und Kreispräsident (beide CDU): „Ich bitte Sie, gehen Sie zur Wahl und sorgen Sie für ein starkes Europa in Frieden und Freiheit“, sagte Susanne Knees, und Harald Werner wünschte sich „wieder mehr Vertrauen in die Arbeit der Politik“. Er mahnte außerdem zu Menschlichkeit, zu einem freundlichen Umgang ungeachtet von Herkunft, Religion oder sexueller Orientierung.

Hedda Wehrmann (Mitte) wurde von Bürgermeister Martin Voigt (parteilos) und Bürgervorsteherin Susanne Knees (CDU) für ihr ehrenamtliches Engagement geehrt. Quelle: JENNY BINDER

Geehrte Sportler und Ehrenamtler

Hedda Wehrmann wurde beim Neujahrsempfang für ihr soziales Engagement ausgezeichnet. Unter anderem leitet sie seit 2003 ehrenamtlich die Gymnastikgruppe des Vereins für Seniorenbetreuung, seit 2016 ist sie Vorsitzende des Vereins. „Danke, dass Sie sich für die Belange unserer älteren Mitbürger einsetzen“, sagte Bürgervorsteherin Susanne Knees (CDU).

Für ihre sportlichen Leistungen geehrt wurden:

Vom Oldenburger Kegler- und Bowlerverein: Jan Stender, Marc Stender, Nils Wieske, Arnim Bargholtz, Jan Haagen, Matthias Hübner, Lars Boller, Jörg Vogelmann, Herbert Jungbauer, Axel Manteufel, Hans-Henning Schürer, Waltraud Weil, Nina Rexin, Nadine Neuhäuser, Janina Keilwerth, Anika Manteufel, Tanja Göttsch, Martina Schubert und Ricarda Harrmann

Vom Schützenverein: Thore Weißflog, Johannes Domke und Michele-Gero Müller

Bürgervorsteherin Knees dankte allen, die sich schon jetzt tagtäglich für ein gutes Miteinander in der Stadt einsetzen. Allen voran Martin Voigt selbst, mit dem sie „gerne noch länger zusammenarbeiten würde“. Am 31. Dezember endet seine Amtszeit. Bis dahin werde er der Arbeit für Oldenburg weiterhin seine ganze Kraft widmen, kündigte Voigt an. Einen langsamen Ausstieg werde es nicht geben. „Ich werde bis zum letzten Tag Ihr Bürgermeister sein“, versprach er.

Oldenburg hat viele Pläne für das laufende Jahr

Und bis dahin soll noch allerhand passieren in der Stadt. Geplant sind unter anderem die Erschließung zusätzlicher Gewerbeflächen und die Fertigstellung des Stadtmarktzentrums. Das Glasfasernetz soll weiter ausgebaut, neue Krippenplätze sollen geschaffen und der Parkplatz am Bildungs- und Kulturzentrum soll so umgestaltet werden, dass er auch bei Regen problemlos zu nutzen ist. Für das alte Aldi-Grundstück in der Holsteiner Straße habe er nach wie vor die Hoffnung, dass dort Wohnungen entstehen – ein potenzieller Investor habe bereits Pläne vorgelegt, berichtete Voigt. Alles hänge nun davon ab, ob Aldi das Areal verkaufe. Offenbar prüft das Unternehmen zurzeit noch einmal, ob es die Fläche doch wieder selbst nutzen könnte.

Die Modernisierung der Schulgebäude soll dieses Jahr ebenfalls Fahrt aufnehmen. In den kommenden Wochen wird eine politische Entscheidung dazu erwartet, ob die Räumlichkeiten saniert oder neu gebaut werden sollen – eine Frage, die Verwaltung und Stadtvertretung seit geraumer Zeit beschäftigt. So oder so „werden wir für unsere Schulen bis an die Grenze der finanziellen Leistungsfähigkeit der Stadt gehen müssen“, sagte der Bürgermeister mit Blick auf die prognostizierten Kosten von 35 (Sanierung) bis 50 (Neubau) Millionen Euro. Das Vorhaben bringe aber auch die Chance mit sich, Oldenburg zu einem attraktiven Wohnort für Familien zu machen. Investitionen in die Schulen seien Investitionen in die Zukunftsfähigkeit der Stadt. Voigt: „Wir müssen die Maßnahmen jetzt auf den Weg bringen. Der Schwebezustand dauert schon zu lange.“

Jennifer Binder

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