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Ostholstein Orgelwochen im Zeichen der Contrapunkte
Lokales Ostholstein Orgelwochen im Zeichen der Contrapunkte
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21:12 22.08.2016
Tragendes Element waren bei der besonderen „Missa Sancti Leopoldi“ diesmal die reinen Frauenstimmen der Eutiner Kantorei. Quelle: Fotos: Manuela Boller

Schade, dass im Gottesdienstes üblicherweise nicht geklatscht wird. Diesmal gab es eine Ausnahme, weil es der Gemeinde offensichtlich ein Bedürfnis war, die große musikalische Leistung zu würdigen. Langanhaltenden Applaus erfuhren Sängerinnen und Musiker nach dem festlichen Eröffnungsgottesdienst zu Beginn der 29. Internationalen Orgelwochen in der Eutiner Michaeliskirche. In feierlichem Rahmen leitete Kirchenmusikdirektor Martin West die nach knapp 30 Jahren letzten Orgelwochen unter seiner Regie ein.

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Festlicher Auftakt in St. Michaelis – musikalische Reihe wird immer wieder mittwochs fortgesetzt.

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Karten für die Konzerte gibt es ausschließlich an der Konzertkasse ab 19.30 Uhr. Die Konzerte beginnen jeweils um 20 Uhr und dauern etwa 90 Minuten.

In der Konzertpause besteht die Möglichkeit, bei einem Glas Wein ins Gespräch zu kommen. Das Gesamtprogramm ist an der Konzertkasse erhältlich. bol

Die „Missa Sancti Leopoldi“ ist das Werk von Johann Michael Haydn, dem jüngeren Bruder des berühmten Josef und wurde im Gottesdienst zu Gehör gebracht. Als Kirchenmusiker am Salzburger Dom tätig, schrieb Johann eine Vielzahl geistlicher Werke. Eine Besonderheit stellt seine Missa Sancti Leopoldi dar, weil sie ganz ohne Männerstimmen auskommt. Ihr besonderes Kolorit erhält sie darüber hinaus durch die originelle Instrumentalbesetzung: Streicher, Hörner und solistische Orgel. Isabel Delemarre, Katharina Sabrowski und Gesine Grube sangen die Solopartien. Die Frauenstimmen der Eutiner Kantorei und ein Instrumentalensemble musizierten unter Leitung von Martin West. Werke von Wolfgang Amadeus Mozart bereicherten daneben den Gottesdienst.

Den Gottesdienst mit der Feier des Abendmahles gestaltete Pastor Philipp Bonse. Im Rahmen der Sommerkirche in der entsprechend einer Installation im Gotteshaus verschiedene Lebensabschnitte auf dem Weg mit Gott beleuchtet werden, waren aktuelle Themen die Taufe und die Zugehörigkeit zur christlichen Gemeinschaft. Zuvor hatte Bonse auf den Anlass des besonderen Gottesdienstes am 13. Sonntag nach Trinitatis hingewiesen: „Die 29. Internationalen Orgelwochen in Eutin bieten uns Sterne der Kirchenmusik. Es werden wieder herausragende Konzerte zu hören sein.“ Seit Einweihung der Metzler-Orgel im Jahr 1987 ist es West fast jedes Jahr gelungen, sämtliche Register ziehen zu lassen. Mit renommierten Organisten und mit jungen Talenten, die inzwischen selbst eine Größe in der „Orgelszene“ sind.

Unter dem Titel „Contra.Punkte“ soll es nun wieder immer mittwochs zu Begegnungen mit großartigen Künstlern kommen. In seinem letzten Jahr als Michaelis-Organist vor seinem Ruhestand hat Martin West noch einmal vier Gäste eingeladen, die alle schon in Eutin gastierten und ihm auf unterschiedliche Weise verbunden sind. Vor genau 25 Jahren war die dänische Organistin Bine Bryndorf zum ersten Mal an der damals noch recht neuen Orgel zu hören. Sie eröffnet die Reihe am morgigen Mittwoch, 24. August, um 20 Uhr mit Werken von Bach, Scheidemann, Nielsen. Der Münchner Orgelprofessor Bernhard Haas wird am 31. August bereits zum fünften Mal mitwirken mit Werken von Bach und Schumann. Die slowakische Organistin und Cembalistin Bernadetta Šu?avská wird am 7. September Ouvertüre, Scherzo und Finale von Robert Schumann in einer Fassung für Orgel von Bernhard Haas spielen.

Stefan Engels (14. September) kommt zum vierten Mal nach Eutin. Heute wirkt er als Professor für künstlerisches Orgelspiel an der Southern Methodist University in Dallas/TX. Engels wird in Eutin Musik von Bach, Reger und Sigfrid Karg-Elert spielen. Sein letztes Konzert an der Metzler-Orgel gibt Martin West zum Abschluss der Contra.Punkte am 21. September. Das Programm enthält Werke von Olivier Messiaen, Josef Rheinberger und Johann Sebastian Bach. Und dann darf wieder ordentlich geklatscht werden.

Manuela Boller

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