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Ostholstein Orkan: Frau von Mauer erschlagen
Lokales Ostholstein Orkan: Frau von Mauer erschlagen
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22:44 28.10.2013
Die Feuerwehr Eutin rückte am Abend mit ihrem seetüchtigen Boot zu einer Suchaktion auf dem Kellersee aus. Zehn Feuerwehrleute suchten einen Angler, der ein paar Kilometer weiter am Ufer saß. Quelle: Lintschnig
Ostholstein

Nach Polizeiangaben hielt sich ein Göhler Ehepaar gegen 15.30 Uhr im Garten auf. Die beiden Eheleute sammelten vom Sturm heruntergefallene Äste auf. Dabei stürzte eine freistehende, nicht mit dem Einfamilienhaus verankerte Mauer aus Kalksandstein auf die 66-jährige Hauseigentümerin. Die Frau wurde unter der etwa 2,50 Meter langen und 2,70 Meter hohen Mauer verschüttet und verstarb noch an der Unglücksstelle. Der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen.

Welch eine Kraft und Wucht der Orkan hatte, zeigte sich auch an anderen Orten in Ostholstein: In Scharbeutz war eine Frau unter einem umgestürzten Baum eingeklemmt worden. „Wir haben sofort mit der Rettung der Person aus der misslichen Lage begonnen und sie an den Rettungsdienst übergeben“, sagte Einsatzleiter Sebastian Levgrün. Es war nur einer von 34 Sturmeinsätzen für die Scharbeutzer Wehr.

Für die Malenter und Eutiner Wehr gipfelte der Tag am Abend in der Suche nach einem vermissten Ruderer — der dann aber bei Rothensande wohlbehalten am Ufer saß und auf das Ende des Sturms wartete.

Der Mann, ein Feriengast, war um 11 Uhr mit einem Ruderboot zum Angeln auf den Kellersee gefahren. Als er am Abend nicht in seine Unterkunft zurückkehrte, wurden Polizei und Feuerwehr alarmiert. Der Malenter Gemeindewehrführer Bernd Penter wollte es nicht riskieren, seine Feuerwehrleute mit dem Malenter Schlauchboot auf den aufgewühlten See zu schicken, und bat um Amtshilfe aus Eutin. Die Eutiner Wehr verfügt über ein seetüchtiges Hartschalenboot. „Das bestätigt wieder die gute Zusammenarbeit zwischen Malente und Eutin“, sagte der Eutiner Gemeindewehrführer Heino Kreutzfeldt nach dem Einsatz. Das Eutiner Boot wurde am Campingplatz Prinzenholz zu Wasser gelassen. Ein dort angeblich treibendes Boot entpuppte sich aber bald als großer Ast. Noch während die Suchaktion fortgesetzt wurde, meldete sich dann aber der vermisste Feriengast.

Am Nachmittag hatte der Sturm den Bahnverkehr auf der Linie Eutin-Plön lahmgelegt. Bei Timmdorf war ein Baum auf die Gleise gestürzt und die Regionalbahn dagegengeprallt. Der Zug war nach Angaben der Bundespolizei nicht mehr fahrtüchtig, verletzt wurde niemand.

Die Eutiner Feuerwehrleute aus allen drei Ortswehren mussten mehr als 20 Einsätze abarbeiten. Fast bei jedem Einsatz mussten sie umgestürzte Bäume beseitigen. Einer war im Stadtgebiet auf die Bahnschienen gefallen, an zwei Stellen begruben Bäume parkende Autos unter sich. Über manche Spaziergänger konnte Kreutzfeldt nur den Kopf schütteln: Während die Feuerwehr umgestürzte Bäume zersägte, führten sie ihre Hunde am Sibbersdorfer Weg aus.

Umgestürzte Bäume hielten auch die Bosauer Wehren auf Trab. Am Haus des Kurgastes fielen zwei alte Linden um, am Strandweg mehrere Birken und Kiefern. Der Campingplatz war zeitweise abgeschnitten. In Ratekau fiel der Strom aus, davon waren auch das Rathaus und der benachbarte Rewe-Markt betroffen. Die Polizei zählte schon bis zum Nachmittag 73 Einsätze für Ostholstein. sas/lin/hm/cd

LN

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