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Ostholstein Orkantief „Herwart“ stürmte durch Ostholstein
Lokales Ostholstein Orkantief „Herwart“ stürmte durch Ostholstein
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21:13 30.10.2017
Die Feuerwehr Heiligenhafen musste helfen: Zwei Angler hatten ihr Boot nicht rechtzeitig vorm Sturm gesichert. Quelle: Fotos: Fotos: Arj (3), Gjs (3)
Ostholstein

Nach Auskunft der Polizei wurden Menschen bei dem Sturm nicht verletzt. Allerdings hätten abgeknickte Äste und Bäume etliche parkende Autos erwischt.

Dieser Orkan hatte es in sich. 175 Einsätze zählten Polizei und Rettungsleitstelle. Gestern begann nun das große Aufräumen in Ostholstein: letzte umgestürzte Bäume mussten weggeräumt, Dächer repariert und Glasscheiben ausgetauscht werden. Mehrfach hatte Orkan „Herwart“ Windstärke 12 (über 118 km/h) überschritten.

Vorsicht im Wald

Nach Stürmen gilt in Ostholsteins Wäldern besondere Vorsicht. Die Förster raten Spaziergängern dringend, sich unbedingt an eventuelle Betretungsverbote zu halten. Viele abgeknickte Äste würden noch lose in den Baumwipfeln hängen und könnten jederzeit herunterstürzen. Sogar komplette Bäume könnten weiterhin umfallen.

Die Fehmarnsundbrücke war ab 3 Uhr für leere Lkw und Pkw mit Anhänger gesperrt. Das Verbot störte aber einen Fahrzeugführer mit einem Wohnwagengespann nicht. Um kurz nach 5 Uhr befuhr der dänische Transporter die Fehmarnsundbrücke und der Wohnwagen kippte um. Die alarmierten Feuerwehren aus Landkirchen, Burg und Süderort hatten alle Hand voll zu tun, den Wohnwagen auf der mittlerweile voll gesperrten Brücke zu bergen.

Rund zweieinhalb Stunden legten am Sonntagmorgen die Fähren zwischen Puttgarden und Rødby sturmbedingt eine Pause ein, um bei Windböen bis zur Stärke zwölf kein unnötiges Risiko einzugehen.

Scandlines-Sprecherin Anette Ustrup Svendsen: „Der Fährverkehr auf der Vogelfluglinie lief fast reibungslos. Nur am Sonntagmorgen sind ein paar Überfahrten ausgefallen, doch da war die Fehmarnsundbrücke ohnehin gesperrt.“

„Um kurz nach 3 Uhr erfolgte bei uns die Alarmierung“, berichtet der Scharbeutzer Gemeindewehrführer Patrick Bönig. Allein bis zum Vormittag mussten die Scharbeutzer zehn Mal umgestürzte Bäume von den Fahrbahnen holen. So in Gleschendorf, Pönitz, Scharbeutz, Schürsdorf und Wulfsdorf. Größere Einsätze blieben laut Bönig aber aus. „Zu Verkehrsbeeinträchtigungen kam es insbesondere am frühen Morgen auf der B 432 zwischen Pönitz und Ahrensbök, wo gleich zwei Bäume umgestürzt waren. Dort musste die Straße für die Dauer der Aufräumarbeiten voll gesperrt werden.“

Baum-, Windbruch- und Unwetter-Einsätze gab es zudem auf Fehmarn, in Bosau, Heiligenhafen, Bad Schwartau, Ratekau, Timmendorfer Strand, Niendorf, Neukirchen, Eutin, Grömitz, Ovendorf, Malente, Heringsdorf, Sierksdorf, Stockelsdorf, Neustadt und vielen anderen Orten.

Auch in Heiligenhafen schlug der Orkan mit voller Stärke zu. Bäume kippten auf Pkw, auf die Straßen oder drohten auf Häuser zu stürzen. „Wir rückten zu insgesamt 30 sturmbedingten Einsätzen aus“, sagt Wehrführer Michael Kahl. Der Nordwest-Wind ist für Heiligenhafen immer ein Problem. Bürgermeister Heiko Müller (parteilos) sagte gestern: „Das Hochwasser ist immer noch da. Sicher ist aber, dass wir am Badestrand wieder enorm viel Sand verloren haben. Auch im Testbuhnenbereich.“ Dort wird über fünf Jahre ein Monitoring durchgeführt. Die exakte Höhe des Schadens könne erst in den kommenden Tagen bemessen werden. Bei einer Pizzeria auf dem Steinwarder riss der Sturm Teile der Außenwände aus Plexiglas und Holz um.

Das gleiche Bild bot sich im Raum Oldenburg. Zwischen Klein Wessek und Weißenhäuser Strand stürzte ein Baum auf die Stromleitung. Der Energieversorger schaltete den Strom ab, dann konnte die Feuerwehr gefahrlos den Baum entfernen. „Wir waren elf Stunden im Einsatz und mussten 24 sturmbedingte Einsätze abarbeiten“, so Wehrführer Marco Kleinschmidt.

Gjs, Arj, Pm Jhw, Lg

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