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Ostholstein Ortsentwicklung Kellenhusen: Planungshoheit bleibt im Ort
Lokales Ostholstein Ortsentwicklung Kellenhusen: Planungshoheit bleibt im Ort
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20:35 09.03.2016
Kellenhusen aus der Vogelperspektive: Der Ortskern soll einem Konzept folgend entwickelt werden. Quelle: Peter Mantik

Immobilien-Wildwuchs externer Investoren ist ein Thema im Kreis Ostholstein, wo diverse Großprojekte wie Pilze aus dem Boden sprießen. Die Tourismusgemeinde Kellenhusen sieht sich hier in einer Nische, möchte ein gemütlicher Familienort bleiben. Daher hat die Politik nun eine Veränderungssperre mit Berufung auf Paragraf 22 des Baugesetzbuches über den Ort gelegt.

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Immobilien-Wildwuchs externer Investoren ist ein Thema im Kreis Ostholstein, wo diverse Großprojekte wie Pilze aus dem Boden sprießen.

Kurmittelhaus und Waldstraße

Kurmittelzentrum: Die Politik möchte bis Ende des Jahres Klarheit. Alternative: am alten Standort festhalten.

Waldstraße: Mitte des Jahres soll das Gutachten des Gerichts vorliegen, Ende des Jahres, so hofft es die Gemeinde, wolle man tätig werden. Hintergrund: Kellenhusen klagt gegen Planer und Baufirma, es gab erhebliche Mängel an der Sanierungsmaßnahme.

Bürgermeister Carsten Nebel (CDU) erläutert die Beweggründe: „Es geht im Kern darum, dass wir für die Ortsentwicklung einen roten Faden entwickeln wollen.“ Es müsse eine sinnvolle Mischung aus drei Prioritäten gefunden werden. 1. Bezahlbarer Wohnraum, 2. Ferienwohnungen, 3. Einzelhandelsansiedlung. Im Ort stünden fünf Immobilien zum Verkauf. Die Investoren seien zunächst geschockt gewesen, als sie von der Sperre gehört hätten. Die Gemeinde habe auch schon Bauanträge abgewiesen. Doch Nebel stellt klar: „Grundsätzlich wollen wir nichts verhindern.“ Mittlerweile seien die Gespräche wieder aufgenommen worden.

Ganz oben auf der Prioritätenliste stünde bezahlbarer Wohnraum zur Miete. Nebel skizziert: „Egal, wo man sich im Ort umhört, dieses Thema taucht überall auf.“ Wie jüngst bei der Sitzung des Seniorenbeirats. Diesen Wunsch möchte die Politik nun an die Investoren herantragen. In der Vergangenheit habe es in Kellenhusen Bauprojekte gegeben, die sich für den Ort nur bedingt ausgezahlt hätten. Nebel dazu: „Was nützen uns neue Wohnungen, die viele Monate im Jahr leer stehen?“

Nebel räumt auch einen Nachteil der Veränderungssperre ein. „Wenn Bürger eine Immobilie privat verkaufen wollen, kann dies schwieriger werden, weil der Käufer ja nicht genau weiß, was er auf seinem neuen Grundstück entwickeln darf.“ Auch hier sei die Gemeinde stets gesprächsbereit.

Bei allen baulichen Veränderungen, die es in den kommenden Jahren geben wird, möchte die Gemeinde auch Einfluss auf die optische Gestaltung nehmen, wenn auch nicht „mit hartem Kurs“, wie Nebel sagt.

Die Veränderungssperre ist zwei Jahre lang gültig. Bis zum Ablauf ist die Politik gefordert, ein Ortsentwicklungskonzept auf den Weg gebracht zu haben. Ein Schritt dafür ist die Aufstellung diverser Bebauungspläne. Nebel erläutert: „Wir wollen Rechtssicherheit. Der Käufer oder Mieter einer Immobilie soll genau wissen, was in seinem Wohngebiet erlaubt ist und was nicht.“ Es seien hier allgemeine Wohngebiete ohne Feriennutzung genauso denkbar wie Mischgebiete. Wichtig sei es aber, Klarheit zu schaffen.

Touristisch lange geplant ist das sogenannte Feriendorf am Rande der Ortschaft. Nebel bestätigt: „Wir sind da am Ball, führen Gespräche. Noch ist aber nichts unterzeichnet.“ Die Gemeinde hofft auf Fakten in diesem Sommer.

Von Peter Mantik

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