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Ostholstein Ortsentwicklung: Kellenhusen braucht einen Masterplan
Lokales Ostholstein Ortsentwicklung: Kellenhusen braucht einen Masterplan
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18:12 15.09.2016
Wollen Kellenhusen für Wassersportbegeisterte, Ältere und Einheimische attraktiver machen: (v.l.) Touristikleiter Martin Riedel, Stadtplanerin Gabriele Teske und Bürgermeister Carsten Nebel. Quelle: Marc Hofmann

„Wir müssen Kellenhusen als Ort moderner und attraktiver machen.“ Das sagte Touristikleiter Martin Riedel bei einer jüngsten Einwohnerversammlung im Kursaal.

„Im Ortskern brauchen wir kleine Geschäfte und Wohnraum.“Carsten Nebel

Dort präsentierte er ein Ortsentwicklungskonzept unter dem Namen „Der Rote Faden“. Mehr Übernachtungen seien wichtig, möglichst ohne bestehenden Angeboten Konkurrenz zu machen. Zukünftig sollen – über die bisherige Zielgruppe „Familien mit schulpflichtigen Kindern“ hinaus – insbesondere ältere und junge, wassersportinteressierte Gäste angesprochen werden. Ziel sei, die Auslastung auch außerhalb der Ferien zu erhöhen.

Konzepte dafür gebe es bereits seit den späten 1990er-Jahren, einzig: „Erst hat es an der politischen Einigkeit im Ort gefehlt, heute machen uns Umweltvorschriften zu schaffen“, so Bürgermeister Carsten Nebel (CDU). Riedel sieht einen kleinen Ort wie Kellenhusen benachteiligt, wechselnde Landesregierungen würden immer neue Studien fordern, bevor es Fördergelder gebe. „Obwohl wir eigentlich schon alles vorliegen haben“, wie der Bürgermeister ergänzte. Nach einem konstruktiven Gespräch im schleswig-holsteinischen Innenministerium würden bestehende Konzepte aktualisiert und zu einem Masterplan zusammengeschrieben.

Um als kleiner Ort schlagkräftig um neue Gäste werben zu können, seien Kooperationen und starke Partner nötig. Die Zusammenarbeit mit Grömitz, Dahme, Grube und Lensahn als „OstseeFerienLand“ solle deshalb gestärkt werden. Außerdem werden Investoren und Betreiber für zwei Flächen im Norden und Süden des Ortes gesucht, die dort Ferienwohnungen und ein Hotel errichten und betreiben wollen.

Wichtig sei, so Riedel, das Ortsbild zu erhalten und auch für Kellenhusener attraktiver zu gestalten.

„Im Ortskern brauchen wir keine weiteren Zweitwohnungen, sondern kleine Geschäfte und bezahlbaren Wohnraum für Einheimische“, so Bürgermeister Nebel. Mit der im Dezember vergangenen Jahres erlassenen Veränderungssperre nach Baugesetzbuch wolle man lediglich bewirken, dass Investoren mit der Gemeinde sprechen müssten, ehe sie aktiv werden. Das sei nötig, um den „Faden“ in der Hand zu behalten, da ihr selbst kaum Flächen gehörten.

Wie wichtig schnelles Handeln jetzt sei, stellte Gabriele Teske von Planungsbüro Kompakt in Eutin heraus: „Durch eine Verschärfung des Landesnaturschutzgesetzes darf innerhalb von 150 Metern zur Ostsee nur noch gebaut werden, wenn es einen bestehenden Bebauungsplan gibt.“ Bis 2021 gebe es noch Ausnahmen, danach werde es selbst nach einem Abriss schwer, neu zu bauen. Davon sei in Kellenhusen insbesondere der Bereich vor dem Deich betroffen.

Bis zu den Herbstferien haben mögliche Investoren und Betreiber Gelegenheit, sich bei der Gemeinde vorzustellen. Danach soll entschieden werden, wer den Zuschlag bekommt. Der Einladung in den Kursaal waren gut 50 Bürger gefolgt.

Marc R. Hofmann

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