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Ostholstein: Die Hochburg für Ausbildung

Eutin/Malente Ostholstein: Die Hochburg für Ausbildung

Der Kreis verzeichnet erneut eine Ausbildungsquote, die weit über dem Durchschnitt liegt. Vor allem kleinere und mittlere Firmen widmen sich dem Nachwuchs.

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Das Handwerk widmet sich intensiv der Ausbildung. Zimmermeister Holger Möller (rechts) erklärt Lehrling Fynn Ehrig im Zimmereibetrieb Armin Ehrich in Malente den Wechsel eines Sägeblatts.

Quelle: Peyronnet

Eutin. Bei der Ausbildung ist Ostholstein Spitze. Nach Angaben der Agentur für Arbeit hat der Kreis mit 7,4 Prozent eine Ausbildungsquote, die über dem Landes- und Bundesdurchschnitt liegt. In Schleswig-Holstein beträgt die Quote 6,8 Prozent, im Bund 5,6, in Lübeck 6,1 Prozent. Die Prozentzahl bezeichnet den Anteil der Auszubildenden an allen sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern.

Die Zimmerei Armin Erich GmbH in Malente ist 112 Jahre alt. Wie viele junge Männer dort das Handwerk des Zimmerers gelernt haben, vermag Geschäftsführer Holger Möller nicht zu sagen. Aber:

„Auszubilden ist bei uns Tradition. Wir haben es immer gemacht und wollen es auch weiterhin machen.“ Möller und sein Schwager Jörg Ehrich führen den Betrieb seit 1992. „Seitdem haben wir im Schnitt einen Lehrling pro Jahr eingestellt“, sagt Möller. Damit ist sein Betrieb einer von denen, denen der Kreis Ostholstein das Prädikat einer durchschnittlich hohen Ausbildungsbereitschaft verdankt.

Ursache für diese ungewöhnlich hohe Ausbildungsquote ist nach Angaben von Arbeitsagentur-Sprecherin Olga Nommensen die wirtschaftliche Struktur des Kreises. „In Ostholstein gibt es viele kleine und mittlere Betriebe. Die bilden mehr aus.“ Je kleiner ein Betrieb sei, desto größeren Wert lege er auf den Nachwuchs. Der aber ist nicht mehr so reich gesät wie noch vor ein paar Jahren. Die Zahl der Lehrstellen ist deutlich höher als die der Bewerber. Vor allem das Hotel- und Gastgewerbe sucht händeringend Lehrlinge.

„Es ist außerordentlich wichtig für die Betriebe, gute Auszubildende zu haben“, sagt Eberhard Rauch, der Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Ostholstein-Plön. Aber auch die Lehrlinge profitierten von einer Ausbildung in Ostholstein. Die Chance, nach deren Abschluss übernommen zu werden, sei sehr groß.

Laut Rauch ist der für den jeweiligen Beruf geeignete Auszubildende in Ostholstein inzwischen eine begehrte Rarität geworden. „Auf zwei Ausbildungsplätze kommt ein Auszubildender.“ Die brächten allerdings mitunter nicht die richtige Eignung mit. „Mancher Schulabgänger müsste nachgeschult werden. Das kann ein Betrieb aber nicht leisten.“ Einen Beweis für die gute und interessante Ausbildung in ostholsteinischen Betrieben sieht Rauch auch darin, dass in einigen Branchen Abiturienten die duale Ausbildung wählen: Studium kombiniert mit Lehre im Betrieb.

In der Zimmerei Ehrich kann sich Holger Möller über mangelnde Bewerberzahlen nicht beklagen. Gerne guckt er sich die jungen Männer erst einmal an. „Unsere Auszubildenden waren alle vorher Praktikanten bei uns.“ Die meisten haben einen Hauptschulabschluss, wenn sie ihre Lehre beginnen. Der Zimmererberuf stellt aber hohe Anforderungen. Fynn Ehrig (17) ist so ein guter Hauptschulabsolvent, der jetzt im zweiten Lehrjahr ist. „Ich wollte etwas Handwerkliches machen, war hier im Praktikum, und es hat mir gefallen. Ich wollte mit Holz arbeiten und viel draußen sein.“

Mit seiner Berufswahl gehört Ehrig nicht zu denen, die einen der zehn beliebtesten Berufe wählten. Da liegen bei Jungen wie Mädchen die Verkäufer an der Spitze.

Mehr Plätze als Bewerber
1387 Ausbildungsstellen wurden in diesem Jahr von den Betrieben in Ostholstein angeboten, das sind 16 weniger als im Vorjahr.

991 Bewerber haben die Berufsberatung für die Suche nach einem Ausbildungsplatz eingeschaltet, acht mehr als im Vorjahr.

1,4 Lehrstellen standen damit rein rechnerisch jedem Bewerber zur Verfügung.

Susanne Peyronnet

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