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Lokales Ostholstein Ostholstein: Drei Flächen-Projekte im Rennen bei der Aktivregion
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20:27 11.02.2016
Marketingchef Olaf Dose-Miekley mit Sponsor Kai Brandes (l.): Seit April 2015 gibt es in Grömitz die erste E-Tankstelle. Auf dem Parkplatz am Haffkamp dauert das Laden bis zu zehn Stunden, an den neuen Säulen wären es nur rund 20 Minuten. Quelle: Tourismus-Service Grömitz

Neue Radwege und Tankstellen für Elektroautos in Ostholstein: Diese zwei Projektideen hat der Arbeitskreis „Versorgen, Wirtschaft und Tourismus“ der Aktivregion Wagrien-Fehmarn als höchst sinnvoll bewertet.

„Wir wollen das Radwegenetz verdichten“, sagte Christoph Ibrügger vom Kreis Ostholstein. Auf Landesebene habe es zwar eine ähnliche Initiative gegeben. Sie ginge jedoch nicht tief genug. „Viele Gemeinden sind auf uns zugekommen, weil es bei uns noch Lücken gibt“, sagte er. „Davon ist der ganze Kreis betroffen.“ Der Plan ist es, ein Konzept zu erarbeiten, „wo wir sinnvollerweise eine Netzverdichtung vornehmen können“. Unfallschwerpunkte der Polizei sollen ebenso einfließen wie Eckdaten des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und der Verkehrsbehörden. Gemeinden sollen beteiligt und Radewege mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) verknüpft werden. „Wir wollen auch die Kreise Plön und Segeberg einbeziehen sowie Lübeck und Dänemark“, sagte Christoph Ibrügger.

Denn viele Radfahrer setzten inzwischen auf E-Mobilität. „Die Radien verändern sich dadurch.“

Der zweite Vorschlag ist nicht minder umweltbewusst: Es soll mehr E-Tankstellen in Ostholstein geben. Zunächst im Norden. Denn der Kreis hinkt hinterher. Laut www.e-tankstellen-finder.com oder my.thenewmotion.com gibt es in Ostholstein bisher kaum mehr als ein Dutzend Ladestationen — in Eutin, Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Ratekau und Neustadt, Heiligenhafen und Bad Schwartau. „Wir wollen vier Schnellladesäulen aufstellen“, erklärte Dietmar Schmidt von der Grömitzer Verwaltungsgemeinschaft. Eine soll in Heiligenhafen auf dem Hafenvorplatz installiert werden, eine auf dem Parkplatz am Hafen in Neustadt sowie in Grömitz auf dem Neuen Markt und gegenüber dem Aja-Hotel. „Das ist unsere Strategie, um erst mal eine große Fläche zu bespielen“, sagte der Grömitzer Tourismusleiter Olaf Dose-Miekley. „Ein Standort wird nicht ausreichen, es muss sie an vielen Stellen geben.“ Er hofft, andere ziehen nach — wie Supermärkte oder Einkaufszentren. Mit der neuesten Technik könne ein Auto in 20 Minuten geladen werden. „Da ist richtig Power hinter.“ Im Arbeitskreis wurde betont, den Ferienpark Weissenhäuser Strand mit einzubeziehen. „Das wäre ein erster Aufschlag, um als Region wahrnehmbar zu sein“, sagte Matthias Amelung von der Aktivregion Wagrien-Fehmarn.

Unentschlossen war der Arbeitskreis bei dem dritten Projekt. Der Kreis hat zum Ziel, ein Kataster zu erstellen. Zusammengetragen werden sollen mögliche Ausgleichsflächen für Bauprojekte. „Wo ausgeglichen wurde wissen wir bereits“, erklärte Joachim Siebrecht. Doch es gebe keine Übersicht für mögliche Flächen. Das sei wichtig, um auf kommende Großprojekte vorbereitet zu sein. Denn schon heute ist die Konkurrenz bei den Flächen groß. Die schwierige Bereitstellung soll im Dialog mit Verbänden und Kommunen verbessert werden. Doch: Das sei ohnehin Aufgabe des Kreises und sei zu schnell überholt, lautete anschließend die Kritik des Arbeitskreises.

Ob die drei Projekte gefördert werden, entscheidet der Vorstand der Aktivregion Wagrien-Fehmarn am 8. März bzw. 12. April. In den Arbeitskreisen werden Projekte zunächst vorbereitet und vorbewertet.

Eine Aktivregion ist eine Förderinitiative zur Stärkung des ländlichen Raumes. Sie wird aus Mitteln des „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes“ (Eler) finanziert. Zwischen 2014 und 2020 stehen der Region drei Millionen Euro zur Verfügung.

• Alle bisherigen Projekte, deren Kosten bzw. Förderung und Status sind zu finden auf www.ar-wf.de.

Die Projekte

Projekt 1: Ein Konzept, um das Radwegenetz in Ostholstein zu verdichten. Damit soll die Attraktivität der Fahrradnutzung gesteigert werden. Es könnte im Frühjahr 2017 fertig sein und als Grundlage für die Umsetzung dienen. Über eine Förderung wird im März entschieden. Träger: Kreis Ostholstein; Kosten: 31000 Euro;

Förderung: 15000 Euro.

Projekt 2: Installation von vier Schnellladestationen für Stromautos, um e-mobile Touristen anzusprechen. Über eine Förderung wird im März entschieden. Träger:

Die Lokalen Tourismusorganisationen Ostseeferienland und Ostseespitze sowie die Stadt Neustadt; Kosten: 138000 Euro; Förderung: 82000 Euro.

Projekt 3: Ein Konzept für ein kreisweites Ausgleichsflächenkataster, um künftig auf die großen Bauprojekte vorbereitet zu sein. Über eine Förderung wird im April entschieden.

Träger: Kreis Ostholstein; Kosten: 75000 Euro; Förderung: 15000 Euro.

Irene Burow
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