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Ostholstein „Ostholstein erlebbar für alle“: Am Ziel wird weiter gearbeitet
Lokales Ostholstein „Ostholstein erlebbar für alle“: Am Ziel wird weiter gearbeitet
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20:36 16.11.2016

. Bei der Abschlussveranstaltung gab es keine zwei Meinungen: „Es muss weitergehen.“ Darin waren sich die Verantwortlichen und Mitgestalter des Projektes „Ostholstein erlebbar für alle“ einig. Auch wenn das von der „Aktion Mensch“ geförderte und von der Lebenshilfe Ostholstein initiierte Vorhaben Ende des Jahres in seiner bisherigen Form ausläuft, soll weiterhin am großen Ziel gearbeitet werden. Demnach soll Ostholstein eine Region werden, in der alle Menschen mit und ohne Behinderung willkommen sind und in der alle am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

„ Ändern in: Ostholstein belebt durch alle.“Dr. Andreas Lob-Hüdepohl

Professor für Theologische Ethik

Die abschließenden Antworten auf die Frage „Wie geht es weiter?“ waren vielschichtig. So forderte Ratekaus Behindertenbeauftragte Gabriele Priedemann: „Wir müssen in den Köpfen aller Sensibilität wecken für Menschen mit Beeinträchtigungen.“ Der Malenter Sebastian Poss sprach aus eigener Erfahrung: „Es muss mehr Anrufbusse geben, die uns Rollstuhlfahrer mitnehmen.“ Lebenshilfe-Vorstand Susanne Voß: „Das bereits erarbeitete Netzwerk muss weiter ausgebaut werden.“ Matthias Amelung von der Steuerungsgruppe „Ostholstein erlebbar für alle“ sagte: „Barrierefreiheit geht alle an. In Ostholstein kann sie auch zu einem Wirtschaftsfaktor werden.“ Horst Martin vom Beirat für Menschen mit Behinderung berichtete von einer einmütigen Unterstützung des Projektes durch alle Kreistagsfraktionen. Und Jörn Eckert, dritter stellvertretender Bürgermeister und Sozialausschuss-Vorsitzender in Timmendorfer Strand, kündigte an, die Gemeinde werde 10 000 Euro im nächsten Haushalt zur Weiterführung des Projektes einstellen.

Zuvor hatten zahlreiche Beteiligte aus mehreren Kommunen sowie von Vereinen und Verbänden in der Cesar-Klein-Schule in Ratekau auf das Projekt, das Anfang 2014 angeschoben wurde, zurückgeblickt.

Zudem machte Dr. Andreas Lob-Hüdepohl , Professor für Theologische Ethik in Berlin, in einem Vortrag zum Thema Inklusion deutlich, es gehe nicht um die Frage, ob jemand dabei ist, sondern wie er dabei ist. Es gehe also nicht um Teilhabe, sondern um Teilgabe. Lob-Hüdepohl erklärte: „Menschen unterschiedlicher Ausstattung müssen ihre Fähigkeiten in den Prozess der Gesellschaft einfließen lassen können.“ Das Wort „Inklusion“ sei zudem nicht reserviert für die Behindertenhilfe, sondern umfasse nahezu alle Bereiche der Gesellschaft. Lob-Hüdepohl schlug als so von ihm genannten „frechen Gedanken“ vor, das Motto „Ostholstein erlebbar für alle“ in „Ostholstein belebt durch alle“ umzuwandeln.

Über ganz konkrete Schritte hin zu einer Barrierefreiheit in den Orten berichtete Ratekaus Bürgermeister Thomas Keller (parteilos). Die Gemeinde hatte als erste in Ostholstein einen Aktionsplan vorgelegt. Ihr folgten die Stadt Heiligenhafen und der Kreis Ostholstein.

Es seien nicht nur die großen Dinge wie teure Um- und Anbauten, die zur Barrierefreiheit führen, so Keller. Wichtig seien viele Kleinigkeiten. Er nannte als Beispiele zu hoch angebrachte Fahrpläne an Bushaltestellen oder zu kurze Ampelphasen. Seinen ausführlichen und anschaulichen Bericht wollte Keller als „Zwischenbilanz“ verstanden wissen, denn: „Der Prozess ist noch lange nicht beendet.“

Projektleiterin Lena Middendorf von der Lebenshilfe berichtete von eigenen Beobachtungen: „Andere Bundesländer gucken schon auf Ostholstein.“ Ihr Dank gilt „vielen engagierten Menschen im Kreis.“

Christina Düvell-Veen

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