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Ostholstein Ostholstein ist Spitzenreiter bei Krankmeldungen
Lokales Ostholstein Ostholstein ist Spitzenreiter bei Krankmeldungen
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21:07 06.09.2016
Nadina Sevegnani, Geschäftsführerin des Ärztenetzes Eutin-Malente, und Nils Junker stellten den Gesundheitsreport vor. Quelle: Astrid Jabs
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Eutin

Es ist ein erster Platz, der nachdenklich werden lässt: „Auch 2015 liegen die Kreise Plön und Ostholstein in der Statistik zum Krankenstand in Schleswig-Holstein deutlich vor den anderen Regionen“, stellte Serviceleiter Nils Junker bei der Präsentation des Gesundheitsreportes 2016 der Krankenkasse DAK Gesundheit fest. Mit 4,5 Prozent rangiere man deutlich vor den nachfolgenden Kreisen. 3,7 Prozent kann Neumünster als niedrigste Quote für sich in Anspruch nehmen. Gleichzeitig ist der landes- und bundesweite Trend einer Zunahme der Krankschreibungen auch für Ostholstein festzustellen: 2014 belief sich der krankheitsbedingte Arbeitsausfall auf 4,2 Prozent. Für Schleswig-Holstein stehen 3,9 Prozent im Jahr 2014 vier Prozent im Jahr 2015 gegenüber.

„Gesundheitsförderung lohnt sich für Betriebe.“ Nils Junker, DAK-Serviceleiter

Die meisten Fehltage (23 Prozent) sind laut DAK-Report durch Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems verursacht. Es folgen psychische Erkrankungen mit einem Anteil von 20,7 Prozent. In diesem Bereich, dem Depressionen und Angststörungen zuzurechnen sind, gab es damit ein Plus von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Um knapp 33 Prozent angestiegen ist die Zahl der Fehltage durch Beeinträchtigungen des Atemsystems (Erkältungen, Mandelentzündungen, Bronchitis). Hier beläuft sich der Anteil auf 12,7 Prozent.

Über die Gründe, weshalb Ostholstein die meisten Kranken im Lande hat, kann nur gemutmaßt werden: Junker und die Geschäftsführerin des Ärztenetzwerkes Ostholstein, Nadina Sevegnani, nannten als denkbare Faktoren den Altersschnitt, aber auch die Entfernungen zum Arbeitsplatz und die Branchen, in denen überwiegend gearbeitet wird. Dazu kämen möglicherweise ein verändertes Bewusstsein und lange Wartezeiten auf Therapieplätze und Facharzttermine. „Wir empfehlen Arbeitgebern dringend, die Angebote zur betrieblichen Gesundheitsförderung auszuschöpfen“, riet Junker. „Das lohnt sich schon für kleine Betriebe ab zehn Mitarbeiter auch steuerlich.“ Vom Ärztenetz gibt es ein Pilotprojekt, das über eine schnellere Vermittlung in passende Therapien und Patientenschulungen das Ziel verfolgt, Heilungsverläufe positiv zu beeinflussen.

In einem Sonderschwerpunkt des DAK-Reports widmet sich das Institut „iges“ den Unterschieden im Krankenstand von Männern und Frauen: Hier ist der bundesweite Status quo, nach dem Frauen häufiger krank sind, auch für Ostholstein gültig: Um zwölf Prozent höher lag der Krankenstand bei Frauen. Bei psychischen Erkrankungen (47 Prozent mehr bei den Frauen) war der Unterschied besonders gravierend. Auffällig: 79 Prozent der befragten Frauen gaben an, trotz Krankheit zur Arbeit gegangen zu sein, bei den Männern waren es 60 Prozent.

 Astrid Jabs

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