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Ostholstein Ostholstein lädt G-20-Polizisten ein: Schon 125 Betten und viele Extras
Lokales Ostholstein Ostholstein lädt G-20-Polizisten ein: Schon 125 Betten und viele Extras
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17:40 01.09.2017
Die Bilder aus Hamburg wirken noch nach. In Ostholstein sollen die gestressten Beamten abschalten können. Quelle: Nietfeld/dpa

Die Fäden dieser Aktion laufen im Hause Kramer in Dahme zusammen. Hier werden die Angebote und Gutscheine der hilfsbereiten Ostholsteiner gesammelt. Kramer steuert den weiteren Ablauf über die Polizei-Gewerkschaft und einen externen Hilfsfonds der Polizei. „Ich werde die fertigen Angebotspakete zusammenstellen und dann weitergeben. So gibt es für die Beamten auch keinerlei Probleme, unser Angebot anzunehmen“, erläutert Kramer.

 

Axel und Sabine Kramer sichten die bisherigen Angebote aus der Region für die G-20-Polizisten. Quelle: Foto: Pm

Kontakt

Axel Kramer in Dahme sammelt alle Übernachtungsangebote und sonstigen Gutscheine für die G-20-Polizisten per E-Mail: axel.kramer@ web.de

Verteilung an die Polizisten erfolgt über eine externe Stiftung mit dem Namen „Hilfsfonds der Polizei“. Diese steht in Kontakt mit der Polizei-Gewerkschaft.

Im Vermietungsbüro sortiert Sabine Kramer die ausgedruckten Mails mit den bisherigen Reaktionen auf ihren Aufruf. Sie ordnet die Übernachtungsangebote nach Ferienhäusern, Wohnungen und Hotels. Das Handy ihres Mannes klingelt unterdessen. Der Gewerbeverein Dahme meldet sich. „Wir haben hier nochmals 20 Betten von Dahmer Vermietern“, sagt Axel Kramer nach dem Telefonat.

Derzeit können 35 Polizisten mit ihren Familien oder Partnern je nach individueller Absprache in diesem Herbst oder Winter gratis an die Ostseeküste reisen. Vermieter aus Scharbeutz, Süsel, Grömitz, Gremersdorf, Dahme, Heringsdorf, Heiligenhafen und Fehmarn beteiligen sich. Ein Ferienpark in Scharbeutz bietet sogar sieben Häuser an, die jeweils mit bis zu fünf Personen belegt werden können.

Brennende Autos, Staatschefs im Gespräch, Wasserwerfer, Popstars auf der Bühne: Klicken Sie hier, um die Tage des G-20-Gipfels in Hamburg noch einmal in Bildern zu sehen.

„Mich freut besonders die Herzlichkeit, die aus den Mails spricht“, erzählt Axel Kramer. Viele Menschen in der Region möchten den Beamten, die in Hamburg ihr Leben beim G-20-Treffen der mächtigsten Regierungs-Chefs aufs Spiel setzten, für ihren Einsatz Danke sagen.

Ein Mitarbeiter wollte spontan Geld spenden. Dieses werde nun für Essensgutscheine verwendet. Derzeit bemühe man sich, sogar Tankgutscheine für die Polizisten zu organisieren. Kramer und Mitstreiter wollen in Dahme ein Rundumpaket schnüren, bestehend aus Massagen, Yoga, Bernsteinführung, Fahrradtour, Besuch der Salzgrotte und Strandkorb.

Ein Unternehmer wolle die Endreinigungen übernehmen. Aber nicht allein in Dahme werde für die Polizisten vieles bewegt. Ein Verein aus Eutin biete zudem beispielsweise geführte Wanderungen an. Ein Erlebnisgarten in Futterkamp (Kreis Plön) stellt ein ganzes Paket an Gutscheinen zur Verfügung. In Kellenhusen lädt ein italienisches Restaurant zum Dinner in stilvollem Ambiente ein. Thorsten Brandt, der Tourismusleiter aus Kellenhusen, rief ebenfalls an, bietet einen Schlafstrandkorb als Bonbon – und hofft auf eine milde Wetterlage, damit dieses Unterfangen nicht zur nächsten Extremprüfung für die Polizisten wird.

Kramer freut sich auf weitere Angebote und möchte bis Mitte September alles sammeln, was den infrage kommenden Beamten angeboten wird – damit diese rechtzeitig auswählen und dann ab Oktober an die Ostsee reisen können.

Thomas Gründemann von der Polizeigewerkschaft begrüßt diese Aktion sehr und verweist darauf, dass die Folgen des Hamburger Gipfels noch lange nachwirken.

 Peter Mantik

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