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Ostholstein soll für alle ein guter Ort zum Leben sein

Eutin Ostholstein soll für alle ein guter Ort zum Leben sein

„Ostholstein, erlebbar für alle“– dieses Ziel hatte sich der Kreis Ostholstein vor über drei Jahren gesetzt. Auch Menschen, die nicht gut hören, sehen, laufen können oder nicht so schnell verstehen, sollen am Alltag teilhaben können. Jetzt hat der Kreistag einstimmig den Aktionsplan "Inklusion" beschlossen.

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Keine Gegenstimme, keine Enthaltung: Der Kreistag ist geschlossen für den Aktionsplan.

Quelle: Petersen

Eutin. „Ostholstein, erlebbar für alle“– dieses Ziel hatte sich der Kreis Ostholstein vor über drei Jahren gesetzt. Auch Menschen, die nicht gut hören, sehen, laufen können oder nicht so schnell verstehen, sollen am Alltag voll teilhaben können. Jetzt hat der Kreistag einstimmig den Fahrplan zum Abbau der Barrieren beschlossen, die diesen Menschen im Wege stehen: den Aktionsplan Inklusion. Er gilt für die Jahre 2016 bis 2020 und soll künftig regelmäßig fortgeschrieben werden. Kreispräsident Ulrich Rüder (CDU) sprach von einer der wichtigsten Entscheidungen dieser Wahlperiode.

„Inklusion gelingt nur, wenn möglichst alle mitmachen.“ Petra Kirner (CDU)

Angesichts des demografischen Wandels wird Barrierefreiheit immer wichtiger. Für Ostholstein gilt das ganz besonders, ist doch hier der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung sehr hoch.

Ende 2014 war bereits mehr als jeder vierte in Ostholstein (26,6 Prozent) älter als 65 Jahre, während es bundesweit nur gut jeder fünfte war (21 Prozent). 22 000 Menschen im Kreis oder elf Prozent haben eine anerkannte Schwerbehinderung mit einem Grad von mindestens 50. In allen Gebäuden des Kreises mit Besucherverkehr soll deshalb Barrierefreiheit hergestellt werden. Auch Dokumente, Broschüren und Informationen sollen durch eine einfache Sprache für alle verständlich und damit barrierefrei werden. Leichte Sprache helfe nicht nur Menschen mit Lernschwierigkeiten, sondern auch ausländischen Touristen oder Zuwanderern, heißt es im Aktionsplan. Und bauliche Barrierefreiheit nütze nicht nur Rollstuhlfahrern, sondern ebenso Eltern mit Kinderwagen, Reisenden mit Gepäck oder Senioren mit Rollator. Der Aktionsplan beschreibt detailliert die einzelnen Handlungsfelder, ob bei der öffentlichen Infrastruktur, in Kindergärten und Schulen, in der Kommunikation oder im Kultur- und Sportbereich.

Das wird kosten und die Haushaltsmittel des Kreises sind knapp. „Wenn wir das wirklich wollen, finden wir auch Wege der Finanzierung“, machte sich für die CDU Petra Kirner für den Aktionsplan stark. Inklusion müsse zuallererst in den Köpfen der Menschen stattfinden. Nicht nur Bund, Land und der Kreis seien gefordert, gerade die Gemeinden müssten mitziehen, wünschte sich Manfred Jaeger (SPD). Monika Obieray machte sich für eine zentrale Stelle beim Kreis stark, damit die Umsetzung gelingt. Manfred Breiter (FDP) verwies auf die Vorreiterrolle, die Ostholstein landesweit mit dem jetzt beschlossenen Aktionsplan einnehme. Malte Tech (FWG) regte konkret einen Spurassistenten für Blinde im Kreishaus an, damit sie sich per Stock orientieren können.

Landrat Reinhard Sager schlug vor, die Stundenzahl der Gleichstellungsbeauftragten zu überdenken und deren Aufgabe mit der Chancengleichheit in einem Büro zusammenzufassen. Sager begründete dies auch damit, das die Kreisverwaltung längst weiblich dominiert sei. Auf der Tagesordnung standen noch weitere Themen.

Finanzen: Beschlossen wurde ein Nachtragshaushalt. Der Fehlbetrag im laufenden Kreis-Etat hat sich von 11,4 auf nunmehr gut 3,8 Millionen Euro reduziert. Grund sind in erster Linie die deutlich gesunkenen Flüchtlings- und Asylbewerberzahlen. Die zunächst hoch angesetzten Unterkunftskosten werden nur zum Teil fällig.

Kindergärten: Die Zahl der Kindergärten und der Betreuungsplätze in Ostholstein hat sich weiter erhöht. Das zeigt die vom Kreistag abgesegnete Fortschreibung der Bedarfsplanung.

Danach gibt es aktuell 128 Kindertageseinrichtungen im Kreis (plus vier gegenüber August 2015) mit insgesamt 6049 Plätzen. Die U 3-Betreuung stieg von 1120 auf 1206, die Ü 3-Betreuung um 138 auf 4633 Plätze. Dennoch werden mancherorts weitere Plätze zur Sicherstellung des Rechtsanspruchs benötigt. Das gilt etwa für Ratekau oder Stockelsdorf.

Angelverbot: Keinen Erfolg hatte die SPD mit einem Antrag, angesichts der unveränderten Position des Bundes noch einmal die Einwendungen gegen die geplanten Einschränkungen beim Freizeitangeln auf der Ostsee zu bekräftigen. Die Beschlusslage sei eindeutig, so die anderen Fraktionen.

 pet

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