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21:27 24.06.2013
Von Sebastian Rosenkötter
Sabrina Heldt (23) nimmt mit „Opal“ an der Kreisrinderschau teil. Vorab muss sie das Holstein-Rind ordentlich bürsten. Quelle: Foto: Sebastian Rosenkötter
Groß Schlamin

Das Fell ist frisch geschoren. „Drei bis vier Millimeter, dann sieht es gut aus“, sagt Sabrina Heldt. Sie ist Jungzüchterin, studiert Agrarwissenschaften an der Rendsburger Außenstelle der Fachhochschule Kiel und nimmt am Freitag mit „Opal“ an der Kreisrinderschau in Merkendorf teil.

Um zu verstehen, warum eine junge Frau wie Sabrina Heldt an der ersten Rinderschau seit fünf Jahren in Ostholstein teilnimmt, muss man ihre Geschichte kennen. Die heute 23-Jährige wächst auf einem Hof in Groß Schlamin (Gemeinde Schashagen) auf. Kühe werden hier seit mehr als 100 Jahren gezüchtet. Das hat Tradition. Und auch das Vorführen von Tieren bei Schauen gehört dazu. „Mein Papa war auch mal bei den Jungzüchtern“, sagt Sabrina Heldt. Sie selbst präsentiert im Alter von vier Jahren ihr erstes Rind.

Heute, 19 Jahre später, ist sie erste Vorsitzende der Landesjungzüchter Schleswig-Holstein. Um besser erklären zu können, wann ein Rind schön ist, holt sie „Opal“ aus dem Stall. „Der Rücken muss gerade und der Kopf oben sein.“ Optisch müsse das 18 Monate alte Tier zu ihr passen. „Die Augen gehören auf Brusthöhe, so dass ich immer über sie schauen und den Prüfer, Markus Fuschera-Petersen, sehen kann“, erklärt Sabrina Heldt. Denn manchmal gebe dieser bei den Vorführungen — sie dauern rund 20 Minuten und finden in Fünfer-Gruppen statt — nur per Hand Befehle.

Dass „Opal“ zum ersten und letzten Mal als Jungtier bei der Kreisrinderschau antritt, steht bereits fest. „Sie darf nicht älter als zwei Jahre sein“, sagt Sabrina Heldt. Dann bekomme sie nämlich Nachwuchs, sprich sie kalbt — anschließend ist sie eine Kuh und müsste dann bei den sogenannten Einzelkuhklassen antreten.

Bevor „Opal“ am Freitagabend in der Reithalle Behrens in Merkendorf den Prüfer beeindrucken soll, muss sie noch hübsch gemacht werden. „Sie wird zweimal gewaschen, mit Seife und warmen Wasser. Nur so können wir das ganze Fett aus dem Fell kriegen“, erklärt Sabrina Heldt. Zudem gebe es Sprays, die weiße Stellen weißer und schwarze Stelle schwärzer machen. „So werden Unebenheiten abgedeckt“, sagt die 23-Jährige. Problematisch werde es aber, wenn „Opal“ kurz vor ihrem Auftritt noch mal ein oder sogar zwei Bedürfnisse habe. „Da muss ich ganz schnell reagieren und einen Eimer hinhalten und dann wie bei einem Baby den Hintern abwischen“, beschreibt Sabrina Heldt ihre Arbeit.

Soweit ist alles klar — nur warum macht eine junge Frau bei so einem Wettbewerb mit und wieso sollen Menschen sich die Schau am Freitag ansehen? Sabrina Heldt erklärt: „Rinder gelten bei vielen Menschen als dreckig. Von diesem Image wollen wir wegkommen und uns der Öffentlichkeit präsentieren.“ Außerdem genieße sie die Arbeit mit den Tieren. „Ich mag es, ihnen etwas beizubringen und das auf einer Schau zu zeigen.“

So gelangen Sie zum Veranstaltungsgelände
Anreise: Die Kreisrinderschau findet in der Reithalle Behrens statt. Fahren Sie von der Autobahnabfahrt Neustadt-Pelzerhaken auf die B 501 in Richtung Grömitz. Nach etwa einem Kilometer geht es rechts ab nach Neustadt und Merkendorf. Biegen Sie dann rechts und gleich wieder links ab. Die Reithalle liegt auf der linken Seite knapp hinter dem Ortseingang.

Der Zeitplan: Um 18 Uhr beginnt der Jungzüchterwettbewerb. Eine Stunde später startet das Richten der Einzelkuhklassen, anschließend erfolgt dann die Ermittlung der Sieger in den einzelnen Kategorien und die Wahl der Gesamtsiegerin. Zudem wird es den ganzen Abend über Essen und Trinken für die Besucher der Kreisrinderschau geben.

Sebastian Rosenkötter

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