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Ostholstein Ostholsteiner Fan-Bus steuert die Lohmühle an
Lokales Ostholstein Ostholsteiner Fan-Bus steuert die Lohmühle an
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13:01 03.08.2016
„Wir möchten gern mit 76 Fußball- freunden gemeinsam ins Stadion.“Uwe Prieß, Oldenburg

Der Doppeldecker-Bus ist geordert, 76 Anmeldungen liegen vor. Der kleinen ostholsteinischen Fußball- Invasion von Oldenburg zur Lübecker Lohmühle dürfte eigentlich nichts mehr im Wege stehen, wäre da nicht das Problem mit den Stadion-Tickets.

Am Freitag, 19. August, ist beim VfB Lübeck um 20.45 Uhr Anpfiff zu einem besonderen Spiel. In der ersten Runde des DFB-Pokals gastiert Zweitligist FC St. Pauli beim Regionalligisten. Die Lübecker Lohmühle wird aller Voraussicht nach das erste Mal seit 2009, als Erstligist VfB Stuttgart in der zweiten Runde des DFB-Pokals nach Lübeck kam, ausverkauft sein. Florian Möller, Vorstand des VfB Lübeck, erklärt: „Wir müssen zunächst unsere Stammkunden, also Mitglieder und Dauerkartenbesitzer versorgen, dann erst gehen die Restkarten in den freien Verkauf.“ Er glaubt nicht, dass nach dieser Phase noch 76 Sitzplätze in einem Block zu haben sein werden.

Die Lohmühle hat für dieses Spiel eine Kapazität von circa 14000 Plätzen. Aus Sicherheitsgründen und auch wegen einer mobilen Sitztribüne in der St.-Pauli-Kurve, sind nicht mehr Tickets im Verkauf. Die Fans aus dem Norden Ostholsteins sind laut Organisatoren Andreas Schuster und Uwe Prieß eine Gruppe, in der Pauli- und VfB-Anhänger sowie neutrale Fußball-Begeisterte und sogar Familien mit Kindern dabei sind. Stehplätze kommen für sie daher nicht in Betracht, auch wollen sie nicht zwischen die rivalisierenden Fan-Gruppierungen geraten, weshalb sie einen Dresscode vorgeben: Wer im Bus mitfahren möchte, muss sich neutral kleiden. Klartext: Trikotverbot. Mitorganisator Uwe Prieß sagt: „Wir wollen nur gemeinsam das Spiel genießen.“

Dieses Unterfangen wird nicht leicht. Florian Möller rechnet vor: „Wir haben circa 5000 Sitzplätze.“ Etwa 900 VfB- Mitglieder hätten jeweils bis zu drei Tickets geordert, hinzu kämen die 500 Dauerkarteninhaber mit je bis zu vier Ticketwünschen. „Die müssen wir alle abarbeiten“, erläutert Möller. In der Woche vor dem Spiel würde dann der freie Verkauf mit den Restkarten beginnen. Möller sagt: „Ich habe die Anfrage aus Ostholstein erhalten, bin auch immer für ein Gespräch zu haben, aber an der Reihenfolge kann und möchte ich nichts ändern.“

Der Weg, über den FC St. Pauli an die begehrten Tickets zu kommen, dürfte aber noch schwieriger werden. Denn das Kontingent von 2500 Tickets geht in einem Losverfahren an die Paulianer, die eine riesengroße Fan-Basis haben. Andreas Schuster sagt: „Das können wir vergessen.“

Bleibt also nur der Weg über den freien Verkauf. Hier müssen die Ostholsteiner schnell agieren, auch wenn sich schon jetzt andeutet, dass dies ein Glücksspiel werden wird.

Prieß und Schuster wollen aber an ihrer Idee festhalten: „Wir fahren mit dem Doppeldecker-Bus zur Lohmühle, wollen dieses Spiel im Stadion erleben.“

 Peter Mantik

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