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Ostholstein So werden Gartenabfälle zu Energie und Erde
Lokales Ostholstein So werden Gartenabfälle zu Energie und Erde
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18:34 10.11.2018
Betriebsleiter Sascha Schröder zeigt frische Pflanzenerde. Quelle: Sebastian Rosenkötter
Beusloe

Herbstzeit ist Gartenzeit: Zigtausende Blätter landen auf Rasen und Beeten. Bäume und Sträucher werden beschnitten. Hobby- und Berufsgärtner sind im Dauereinsatz. Sie sammeln jede Menge Grünschnitt. Was nicht in die Biotonne passt, wird nicht selten zu Recyclinghöfen der Firma Gollan gebracht. In Beusloe (Gemeinde Schashagen) lässt sich der monatelange Weg vom Abfall zum neuen Produkt gut verfolgen. Die LN haben sich den Ablauf von Betriebsleiter Sascha Schröder zeigen lassen.

Es ist Freitagnachmittag. Die Regenschauer sind durchgezogen. Viele Ostholsteiner nutzen die letzten hellen Stunden des Tages, um ihren Garten winterfit zu machen. Ist die Arbeit erledigt, landen einige von ihnen vor dem Büro von Schröder. Dort ist die Anlieferung. Für ein paar Euro kann hier jeder seine grünen und braunen Reste abgeben. Sind die Formalitäten erledigt, heißt es ausladen. Das machen die Kunden selbst. Eine von ihnen ist Manuela Schenk. In ihrem Kofferraum liegen prall gefüllte Säcke. Einen nach dem anderen schnappt sie sich. Der meterhohe Haufen auf dem Gelände des Recyclinghofes wächst. Es riecht nach frischen Pflanzen. Dampf steigt auf. „Die Zersetzung hat an einigen Stellen bereits begonnen“, erklärt Schröder.

Kompostierung bei bis zu 70 Grad

Ist der Haufen zu groß, kommt ein mobiler Schredder zum Einsatz. „Die Überreste landen in Kompostmieten“, sagt Schröder. Hinter dem Begriff verbirgt sich ein Komposthaufen. Dieser wird regelmäßig umgesetzt, um den Kompostierungsprozess zu unterstützen. Sascha Schröder erläutert, dass in dem Haufen Temperaturen von bis zu 70 Grad entstehen. Der Zersetzungsprozess dauere etwa sechs Wochen. Sinke die Temperatur auf 35 Grad ab, sei die Kompostierung abgeschlossen.

Der Weg vom Abfall zum neuen Produkt

Auffällig ist, dass kaum andere Abfälle zu sehen sind. Sascha Schröder, sagt dass fast alle Kunden ihren Grünschnitt gut vorsortieren. Ganz anders sehe es jedoch beim Bioabfall auf dem Recyclingzentrum in Johannistal aus. „Da finden wir Glas, Folie und Steine. Das ist für den Kompost aus Bioabfällen schlecht. Es entsteht Mikroplastik, das in den Boden hereingetragen werden kann“, verdeutlicht der Betriebsleiter. Auf lange Sicht könne der Preis für Verbraucher steigen.

Aus Holzresten wird Energie, Dünger und Pflanzenerde

Zurück zum Grünschnitt: Sind die sechs Wochen um, werden die Reste gesiebt. Holz, das nicht verrottet ist, wird verkauft, landet in Holzheizkraftwerken – meist im Hamburger Raum. „Daraus wird Strom produziert“, sagt Schröder. Ein weiteres Endprodukt sei Kompost. Der Großteil gehe in die Landwirtschaft, werde auf Feldern verteilt, wirke wie Dünger. Ein weiterer Vorteil sei, dass der Kompost Wasser speichere. „Diesen Sommer hat sich gezeigt, wer was eingearbeitet hat. Im Garten funktioniert das genauso“, erläutert er.

Das dritte neue Endprodukt, welches aus Laub, abgeschnittenen Ästen und anderen Abfällen hergestellt wird, ist neue Pflanzenerde. Diese entsteht aus Kompost und Mutterboden, wird anschließend verkauft. Was genau aus den Ästen und Blättern von Manuela Schenk wird, ist offen. Klar ist lediglich, dass sie ein Teil von bis zu 2500 Tonnen Grünschnitt sind, der pro Jahr in Beusloe angenommen werden darf.

Sebastian Rosenkötter

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