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Ostholstein Streuner sollen kastriert werden
Lokales Ostholstein Streuner sollen kastriert werden
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14:28 11.10.2018
Zu viele Katzenbabys in Ostholstein. Hier ein Bild, welches auf dem Gelände der ehemaligen Tierhilfe Ostholstein entstanden ist. Quelle: SEBASTIAN ROSENKÖTTER
Ostholstein

Die Zahl der freilebenden Katzen soll reduziert werden. Seit Herbst 2014 ruft das Land regelmäßig zur Kastration auf. 12 848 Tiere seien laut Umweltministerium bis Ende 2017 operiert worden. Viele Tierschützer unterstützen die Aktion, da die Vierbeiner oftmals nicht ausreichend Nahrung finden, krank sind und die Population von Wildvögeln und anderen Kleintieren beeinflussen. Nun steht erneut Geld bereit. 19 Orte – von Bad Schwartau im Süden bis Oldenburg im Norden – beteiligen sich. Nicht dabei sind unter anderem Neustadt, Heiligenhafen und die Insel Fehmarn.

Während das Land 90 000 Euro zur Verfügung stellt, steuert der Deutsche Tierschutzbund 10 000 Euro bei. Zudem zahlen die beteiligten Gemeinden 50 Prozent der Kosten. Diese betragen pro Katze 115 und Kater 59 Euro. Somit können in Schleswig-Holstein zwischen dem 15. Oktober und 12. November zwischen 669 und 1694 Streuner behandelt werden. Ein weiterer Baustein ist der Honorarverzicht von Tierärzten, die die Initiative unterstützen.

Unterstützung groß, Bedarf eher gering

Wie groß der Bedarf nach der Kastration von freilebenden Katzen im Kreis Ostholstein ist, vermag kaum jemand zu sagen. Sämtliche Gemeinden und Städte, die auf eine LN-Anfrage reagiert haben, betonen, dass es keine größeren Probleme gebe. Genau Zahlen konnten sie nicht nennen, wobei es kaum möglich sein dürfte, alle Tiere zu erfassen. Oldenburgs Bürgermeister Martin Voigt (parteilos) teilt mit, dass in den vergangenen vier Jahren 41 Kater und Katzen kastriert oder sterilisiert worden seien (siehe Infokasten). Die stetige Fortführung der Kampagne könne durchaus dafür sorgen, dass sich die Zahl der Streuner langfristig reduziere. „Ich halte das für eine richtige und wichtige Aktion im Rahmen des Tierschutzes“, sagt Voigt.

Für Heiko Laskowski, Ordnungsamtsleiter der Gemeinde Scharbeutz, geht es auch darum, „ein Leiden der Tiere durch Überpopulation zu verringern und gleichzeitig die Anzahl von Fundtieren in Aufnahmeeinrichtungen zu reduzieren“. Seit 2013 seien sowohl im Rahmen der Landesinitiative als auch außerhalb 17 Vierbeiner kastriert worden. Ähnlich niedrig fällt das Ergebnis in Bad Schwartau aus. Es werden sehr selten (in diesem Jahr bisher zwei Katzen) Streuner als Fundsache beim Tierheim Lübeck abgegeben. „Ist dies der Fall, gibt der Finder den Fundort Bad Schwartau an. Das Ordnungsamt übernimmt dann die Kosten für Erstversorgung, Chip, Kastration und Unterbringung“, sagt Bernd Kubsch vom Ordnungsamt. Dennoch sei es eine Frage der Solidarität, sich an dem Programm gegen eine weitere Verbreitung von Katzen zu beteiligen.

Dutzende Katzenbabys pro Jahr

Dass die Population unheimlich schnell ansteigen kann, ist kein Wunder. Katzen werden im Alter von sechs Monaten geschlechtsreif und können im Jahr bis zu 35 Nachkommen erzeugen. Eben dies will auch Kellenhusens Bürgermeisterin Nicole Kohlert (FWK) nicht zulassen. Jedoch sei die Zahl der freilebenden Tiere – so ihre Wahrnehmung – eher gering. „Kellenhusen hat nicht so wahnsinnig viele Katzen. In Bereichen der Campingplätze werden mal welche zurückgelassen. Es sind keine Unsummen, die auf einen zu rollen. Deshalb sollte man so etwas unterstützen.“

Das Projekt unterstützen wollen auch die fünf Gemeinden vom Amt Ostholstein-Mitte. Burkhard Busch, Leitender Verwaltungsbeamter, teilte den LN mit, warum diese sich beteiligen: „Da nur durch eine finanzielle Beteiligung möglichst vieler Kommunen, die Fortsetzung des erfolgreichen Projektes der Kastration von insbesondere freilebenden Katzen und damit das Leiden der Tiere durch Überpopulationen zu mindern, sichergestellt werden kann. Nur dadurch werden die bereits erzielten Erfolge nicht gefährdet. Langfristig wird dies zu Einsparungen bei der Fundtierunterbringung führen, da weniger Katzen langfristig in Tierheimen untergebracht werden müssen.“ 2016 und 2017 seien insgesamt 47 Tiere kastriert worden.

Anders als in den bisher genannten Orten wurde auf Fehmarn entschieden, sich nicht zu beteiligen. Günther Schröder, Leiter des Fachbereichs Allgemeine Verwaltung, verweist auf ein Gespräch mit dem Verein „Tiere in Not Heiligenhafen-Fehmarn“. Demnach habe sich die Gesamtsituation bei den freilebenden Katzen deutlich beruhigt. Zudem werde ein jährlich gezahlter Zuschuss ebenfalls für die Kastration genutzt. Etwas weiter südlich in Heiligenhafen sieht es ähnlich aus. In diesem Jahr ist der Ort laut Kuno Brandt, Leiter der Bau- und Ordnungsverwaltung, nicht dabei. Für das kommende Jahr seien aber bereits Mittel in der Haushaltsplanung berücksichtigt worden. Die Aktion werde als sinnvoll erachtet und solle unterstützt werden.

Keine Forderung nach Kastrationspflicht

Eine verpflichtende Kastrierung aller Hauskatzen mit Ausgang ist derzeit in keiner der genannten Kommunen ein Thema. Jedoch werden meist die Kosten für die Kastration von Fundtieren vor einer Vermittlung übernommen.

Diese Orte sind dabei

Im Kreis Ostholstein beteiligen sich laut einer Liste des Umweltministeriums an der Aktion, die vom 15. Oktober bis 12. November läuft, folgende Orte: Ahrensbök, Altenkrempe, Bad Schwartau, Bosau, Dahme, Göhl, Gremersdorf, Großenbrode, Grube, Heringsdorf, Kasseedorf, Kellenhusen, Neukirchen, Oldenburg, Scharbeutz, Schashagen, Sierksdorf, Schönwalde und Wangels.

Kastration oder Sterilisation: Bei beiden Varianten geht es darum, die Tiere unfruchtbar zu machen. Jedoch wird bei einer Kastration zusätzlich die Hormonproduktion unterbunden. Die Folgen: keine Rolligkeit und weniger aggressives Verhalten.

Sebastian Rosenkötter

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