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Ostholstein Ostholsteiner auf der Suche nach dem perfekten Weihnachtsbaum
Lokales Ostholstein Ostholsteiner auf der Suche nach dem perfekten Weihnachtsbaum
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21:40 20.12.2015
Ab in die Netzmaschine: Christian Schweitzer (r.) und Tochter Juliane (9) aus Neustadt haben ihren Baum gefunden. Quelle: Louis Gäbler

7000 Bäume wachsen auf einem Hektar. 160 Hektar stehen zur Verfügung. Das macht weit über eine Million Nordmanntannen. Das Geschäft mit den Weihnachtsbäumen brummt — und auf Gut Sierhagen in der Gemeinde Altenkrempe sogar schon seit rund 50 Jahren. Der Betrieb ist einer der größten in Schleswig-Holstein. Geliefert wird nicht nur deutschlandweit sondern sogar nach Holland und Frankreich. Der Baum als Massenware.

Wenige Tage vor Weihnachten sind die meisten Lkw voll beladen abgefahren. Nur noch wenige Paletten stehen auf dem Platz vor dem Gut. Sie lassen erahnen, wie der Versand funktioniert. Dutzende Bäume, in Netze gehüllt, dicht an dicht gepackt, liegen hier aufeinander. Zwischen 80000 und 100000 Nordmanntannen hat Förster Sven Bielfeldt in diesem Jahr schlagen lassen. Rund 35 Erntehelfer waren seit Mitte November im Dauereinsatz. Sie haben diejenigen gefällt, die die Käufer bereits im Spätsommer ausgewählt haben. „Nordmanntannen sind robust. Die halten locker bis in den Januar hinein — wenn sie denn draußen gelagert werden“, erläutert Sven Bielfeldt. Sollten sie doch in einen warmen Raum kommen, empfiehlt er den Stumpf noch einmal nachzusägen, dadurch die Lebensader zu öffnen und den Baum in Wasser zu stellen.

Ein Weihnachtsfest ohne Baum ist für die meisten Menschen kaum vorstellbar. Jahr für Jahr machen sie sich auf die Suche nach dem für sie perfekten Objekt. Kugeln, Lametta und Kerzen müssen schließlich ausreichend zur Geltung kommen und Geschenke gut platziert werden. Doch die Suche beginnt nicht selten mit einem Schock — einem Preisschock. Da werden schon mal 40 bis 60 Euro für eine Tanne fällig, wobei sich der Preis an der Höhe des Baums orientiert. Förster Sven Bielfeldt kennt dieses Phänomen nur zu gut. Jedoch wissen die meisten Käufer nicht wie viel Arbeit anfällt, um einen Weihnachtsbaum aufzuziehen. Im Alter von vier Jahren kommen die Nordmanntannen zu Sven Bielfeldt und seinem Team. Nach weiteren vier Jahren kriegen sie einmalig einen Formschnitt. „Wir bearbeiten sie mit einer Machete. Jeder Baum bekommt sieben Schläge — mindestens“, betont der Förster. Darüber hinaus müssten jährlich Seitentriebe abgekniffen werden. Zudem werden die Nordmanntannen dreimal mit einer Zange gekniffen, um so den Saftstrom in die Spitze zu reduzieren. Schließlich soll der Weihnachtsbaum nicht zu schnell wachsen und Haltung wahren.

Sind die Bäume 12 bis 13 Jahre alt, drohen Motorsäge und Axt. „Am besten verkauft werden Tannen zwischen 1,70 und 2,20 Meter“, sagt Bielfeldt. Wobei Städter eher kleinere Bäume kaufen würden, als Menschen vom Land. Bleibt eine Frage: Warum gibt es auf Gut Sierhagen nur Nordmanntannen? Die Antwort hat der Förster: „Die Nadeln stechen nicht, die Bäume wachsen einheitlicher und halten länger.

Eine Fichte zum Beispiel nadelt viel schneller.“

Bäume selber schlagen
Auf Gut Sierhagen können auch am heutigen Sonntag wieder Weihnachtsbäume erworben werden. Von etwa 10 bis 16 Uhr haben Besucher die Möglichkeit, einen Baum zu schlagen. Die Auswahl ist riesig. Zudem gibt es einige Leckereien.


Die Anfahrt: Das Gut ist am besten über die A 1 erreichbar. Von der Abfahrt Neustadt-Mitte geht es in Richtung Zentrum. Im zweiten Kreisverkehr sollte die dritte Ausfahrt genommen werden.
Anschließend geht es geradeaus weiter, bis auf der linken Seite ein Banner auf den Verkauf hinweist.

Sebastian Rosenkötter

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