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Ostholsteiner reist zur Berufe-WM nach Abu Dhabi

Neustadt Ostholsteiner reist zur Berufe-WM nach Abu Dhabi

Am 15. Oktober geht es los: 42 Deutsche nehmen an der Weltmeisterschaft der Berufe, den 44. World Skills, in Abu Dhabi teil. Ihr Trainer ist Hilmar Tetsch. Der Ostholsteiner (44) hat Patrick Gundert, angehende Fachkraft für Abwassertechnik, auf den Wettbewerb vorbereitet.

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2015 war Hilmar Tetsch (l.) bei den World Skills in Sao Paolo (Brasilien). Dort hat er seinen Beruf vorgestellt. Teilnehmer aus fünf Ländern lösten die von ihm gestellten Aufgaben. Seit 2016 unterstützt ihn die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall.

Quelle: Fotos: Hfr

Neustadt/Abu Dhabi. Der junge Mann aus Neuwied in Rheinland-Pfalz startet in der Disziplin „Water Technology“. Sein Trainer Hilmar Tetsch wuchs in Ratekau auf, besuchte die dortige Realschule und absolvierte anschließend eine Lehre als Ver- und Entsorger Fachkraft Abwasser bei der Stadt Neustadt. Seit 2001 lebt er in Stuttgart, wo er als Ausbildungsleiter im städtischen Klärwerk arbeitet. Die LN treffen Tetsch kurz vor dem Abflug in seinem Elternhaus und erfahren, wie er zum „Jogi Löw“ der besten deutschen Abwassertechniker wurde.

LN-Bild

Am 15. Oktober geht es los: 42 Deutsche nehmen an der Weltmeisterschaft der Berufe, den 44. World Skills, in Abu Dhabi teil. Ihr Trainer ist Hilmar Tetsch. Der Ostholsteiner (44) hat Patrick Gundert, angehende Fachkraft für Abwassertechnik, auf den Wettbewerb vorbereitet.

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51 Disziplinen gibt es. Über 1200 junge Fachkräfte aus 77 Ländern und Regionen treten an.

Die Starter sind

maximal 23 Jahre alt.

Die Schirmherrin

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in diesem Jahr die Schirmherrschaft für die Deutsche Nationalmannschaft übernommen.

Tetsch erzählt, dass einige seiner Azubis 2008 Deutscher Meister geworden seien. „Seitdem fasziniert mich auch der Berufswettkampf“, so der 44-Jährige. Der Vergleich mit anderen fördere die Entwicklung junger Menschen enorm.

Deshalb habe er sich immer weiter engagiert und bereits 2013 seinen Job bei der Weltmeisterschaft in Leipzig vorgestellt. „Den Beruf ,Fachkraft für Abwassertechnik’ gibt es ja nur in Deutschland. Ich möchte, dass er bekannter wird“, sagt Tetsch. Schließlich sei Wasser eines der lebenswichtigsten Güter – und begrenzt. „Weltweit werden nur 20 Prozent geklärt. Der Rest landet in Meeren, Flüssen und Bächen. Das ist ein Riesen-Potenzial. Es geht darum, Wasser weiterzuverwerten“, erläutert er seine Ambition.

Hilmar Tetsch ist zuversichtlich, dass die Disziplin „Water Technology“ spätestens bei den World Skills 2019 im russischen Kasan fester Bestandteil ist und nicht mehr nur als Präsentationsdisziplin geführt wird. „Bei den World Skills geht es darum, Berufe weiterzuentwickeln und den aktuellen Erfordernissen anzupassen. Jedes Land schaut, warum jemand Weltmeister geworden ist und reagiert darauf“, betont Tetsch.

In Abu Dhabi wird er als Chefexperte die Aufgaben in der Disziplin „Water Technology“ stellen. Die Teilnehmer müssen unter anderem mit einer virtuellen Brille durch ein Klärwerk laufen und Probleme ausfindig machen sowie Lösungen erarbeiten. Zudem sollen sie Abwasser in Laboren analysieren, Fehler in Rohrleitungen und Pumpen beheben und Sensoren richtig einstellen.

Die dafür benötigten Materialien seien bereits vor Monaten per Schiff in Richtung Vereinigte Arabische Emirate geschickt worden. „Die ganze WM kostet rund 80 Millionen Euro. Davon entfällt etwa eine Million auf Deutschland“, sagt Hilmar Tetsch.

Wer sich bei den World Skills gut präsentiere, der könne auf einen regelrechten Karriereschub hoffen. „Viele der ehemaligen Teilnehmer sitzen heute in Aufsichtsräten“, so Tetsch. Doch viel wichtiger als eine Karriere ist für den Ostholsteiner, dass sein Beruf positiv dargestellt wird. „Fachkraft für Abwassertechnik – das ist noch negativ behaftet. Dabei ist der Beruf vielfältig und von internationaler Bedeutung.“

Sebastian Rosenkötter

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