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Ostholstein Ostholsteiner sitzen in den Startlöchern – Eutin ist am Zug
Lokales Ostholstein Ostholsteiner sitzen in den Startlöchern – Eutin ist am Zug
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21:52 09.01.2018
Blick auf die freie Fläche am Bleekergang: Dort soll nach dem Willen der Stadt ein Hotel entstehen. Quelle: Fotos: Benthien/peyronnet

Das gemeinnützige Unternehmen „Die Ostholsteiner“ möchte an der Eutiner Stadtbucht, am Standort des im Sommer nach einem Bürgerentscheid abgerissenen „Haus des Gastes“, ein Hotel errichten. Es hat dafür mit der Stadt Eutin einen bis Ende 2018 befristeten, sogenannten Anhandgabevertrag geschlossen. Er regelt, dass das Grundstück, dessen Eigentümer die Stadt ist, von den „Ostholsteinern“

Wann hört man denn mal etwas von dem geplanten Integrationshotel? Eine Frage, die in Eutin immer wieder gestellt wird. Die Ungeduld vieler kann Reinhard Sohns, Geschäftsführer der „Ostholsteiner“, gut nachvollziehen. Ihm selbst dauert alles viel zu lange.

beplant werden kann.

Am liebsten sähe Reinhard Sohns es, wenn das Hotel an der Adresse Bleekergang 4 – 6 bereits hochgezogen würde. Aber vorher sind etliche Hürden zu nehmen. „Wir sind schwer am Ball“, versichert er. Vor Weihnachten hat Sohns die „D & K Drost consult Beratungsgesellschaft“ aus Hamburg mit einem Auslobungsverfahren beauftragt. Der Name ist in Eutin bereits bekannt: Uwe Drost und sein Team haben auch den Wettbewerb für die Sanierung der Historischen Reithalle vorbereitet. Sie klären ab, welche Architekturbüros geeignet und gewillt sind und über entsprechende Erfahrung verfügen, sich an dem Wettbewerb für ein Integrationshotel an der Stadtbucht zu beteiligen.

Der Stadt Eutin habe er laut den Bedingungen des Anhandgabevertrages monatlich Bericht zu erstatten, sagt Reinhard Sohns. Sie sei jetzt am Zuge. Die zuständigen Ausschüsse müssten beispielsweise Baufenster und die Anzahl der Geschosse festlegen. Diese und andere Vorgaben benötigten die Architekten als Grundlage für den Wettbewerb.

Als Berater hat sich Reinhard Sohns den ehemaligen Vorstand von Embrace – ein Verbund inklusiver Hotelbetriebe – an die Seite geholt. Dieser unterstütze ihn bei der Konzeption des Eutiner Hotels, bei den Wirtschaftlichkeitsberechnungen und der Zusammenstellung der Unterlagen, um Fördergelder beispielsweise bei der Aktion Mensch oder im Sozialministerium zu beantragen.

Vorgesehen ist auf der rund 3800 Quadratmeter großen Fläche an der Stadtbucht ein Inklusionshotel, das Reinhard Sohns viel lieber Integrationshotel nennt. Es bedeutet, dass 40 Prozent der Beschäftigten eine nachweisbare Schwerbehinderung haben werden. Das können Diabetiker, Menschen mit Depressionen oder körperlichen Beeinträchtigungen sein. Sie werden sozialversicherungspflichtig angestellt und nach Tarif bezahlt. Nach den ersten Vorstellungen soll das Hotel zwischen 35 und 45 Zimmer haben, Drei-Sterne-Komfort und einen kleinen Wellnessbereich mit Sauna bieten, außerdem ein Restaurant, ein Café und Außengastronomie.

„Die Tatsache, dass wir schon jetzt eine erhebliche Summe in die Hand genommen haben, obwohl wir in einem offenen Verfahren sind und noch keinen Zuschlag der Stadt bekommen haben, zeigt wohl allen, wie ernst es uns mit diesem Projekt ist“, sagt Reinhard Sohns.

Deutliche Mehrheit für den Abriss

Per Bürgerentscheid wurde im Mai 2017 in Eutin beschlossen, dass das Haus des Gastes an der Stadtbucht abgerissen werden sollte. 60,1 Prozent der an der Wahl Beteiligten stimmten dafür.

Am Standort am Großen Eutiner See möchte das gemeinnützige Unternehmen „Die Ostholsteiner“ ein Integrationshotel bauen und betreiben.

Gesellschafter der „Ostholsteiner“ sind der Paritätische Wohlfahrtsverband und die Lebenshilfe Ostholstein.

 Ulrike Benthien

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